Bernd Fitzenberger: Vom Arbeiterkind zum Institutsdirektor
Shownotes
Vom Arbeiterkind zum Direktor des größten Arbeitsmarktinstituts Europas: Springen musste Bernd Fitzenberger dafür schon. Aber er sagt: das Wasser war gar nicht so kalt. Was hat seine Karriere ermöglicht?
Die Aufzeichnung fand am 23. Februar 2026 statt.
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00:00:02: Vom Arbeiterkind zum Direktor des größten Arbeitsmarktinstituts Europas.
00:00:07: Springen musste unser Gast dafür schon nach Amerika, an die Universität und wieder raus.
00:00:12: Aber er sagt das Wasser war gar nicht so kalt!
00:00:16: Was hat seine Karriere ermöglicht?
00:00:21: Der Sprung ins kalte Wasser.
00:00:23: mit Jutta Almendinger und Katja Kipping heute zu Gast Bernd Fizzenberger.
00:00:29: Katja was hast du denn so erlebt?
00:00:32: viel und es gab eine Premiere Und zwar, ich war ja sechzehn Jahre lang als Abgeordnete in echt vielen öffentlichen Anhörungen des Fachausschusses.
00:00:41: Und diesmal saß ich auf der anderen Seite oder auf der andere Bank wenn man so will weil ich war als Sachverständige geladen.
00:00:47: es ging um die neue Grundsicherung Die Verscherfung darin und das war mal ganz interessant nicht die Fragen zu stellen sondern auch Fragen zu antworten für den paritätischen.
00:01:05: trifft den Ethikat eurer Vorstellungen vom guten Leben, hieß die Aufforderung und zwar gerichtet an Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsklassen acht und neun von allen unterschiedlichen Schulformen in Deutschland.
00:01:18: Natürlich haben wir uns gefragt wollen sie sich überhaupt mit dem Ethikat treffen?
00:01:22: aber ja Sie wollen sich mit uns treffen und haben ganz viel eingeschickt zu Tapeten und Podcasts Filme und so kleine Tagebüchlein.
00:01:32: Also es war wirklich beeindruckend und gleichermaßen erschreckend, weil vieles doch sehr nachdenklich war.
00:01:38: Vieles sehr traurig war, vieles pessimistisch war aber immer mit Lösungsvorschlägen, sodass man sich wirklich Gedanken machen muss wie man die Jugend einbezieht und zwar nicht nur als ein Quotier des Feigenblättchen sondern tatsächlich systematisch in eine Stimme gibt.
00:01:56: ich bin sehr froh, dass wir sowas machen werden im November in Leipzig.
00:02:01: Aber es war auch so ein Seitenwechsel normalerweise.
00:02:05: Bewerbe ich mich ja irgendwo hin oder ich werde gebeten wohin zu gehen.
00:02:09: dieses Mal war's umgekehrt und das war jetzt schon sehr wie sagt man so schön rewarding!
00:02:16: Mit dieser kleinen Vorklangen kommen wir zu unserem Gast.
00:02:20: Ich muss zunächst mal persönlich sagen, dass es mein Nachnachfolger ist von einer meiner geliebtesten und geschätzten Institute weltweit.
00:02:29: Nämlich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit als ich damals anfing im Jahr zwanzig.
00:02:39: Das ist falsch!
00:02:40: Es muss geschnitten werden – im Jahr zweitausend hieß es noch der Bundesanstalt für Arbeit und auch nicht der Bundesakintur.
00:02:49: Professor Bernd Fizzenberger.
00:02:57: Wenn man jetzt mal von dem natürlich notwendigen Ökonomiestudium abseht, hatte er Professorin die Volkswirtschaftslehre an der Albert Ludwigs-Universität in Freiburg.
00:03:07: Später war er hier mein Kollege an der Humboldt Universität zu Berlin.
00:03:11: dann wurde er Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung.
00:03:16: Man denkt das ist so eine typische Männerkarriere.
00:03:18: bei mir ließ sich das ja oft im Platt ein bisschen ähnlich aber ich weiß ich war damals bei meiner ersten Professur von neun Prozent Frauen auf damals noch C-IV-Professuren.
00:03:31: Hallo Bernd, wir kennen uns gut.
00:03:34: war das bei dir so smooth wie sich das liest oder gab es da andere Probleme vielleicht?
00:03:43: Probleme, Herausforderungen, gab es sicher viele ist im Ergebnis.
00:03:47: im Nachhinein sieht alles sehr smooth aus.
00:03:51: aber du hast ja meine Karriere mit fast fünfundvierzig beginnen lassen mit der Albert Ludwigs-Universität.
00:03:58: Da waren einige Schritte dazwischen, ich komme aus einem Bildungsfernenhaus eigentlich.
00:04:08: mein Vater war gleichzeitig neben Erwerbsland wird selbstständig mit dem kleinen Tante Emma laden indem er aber nicht genug verdient hat.
00:04:20: deswegen Hat meine Mutter in Arbeiten geschickt, deswegen war er Lkw-Fahrer und ist dann an einem Arbeitsunfall sehr früh gestorben.
00:04:28: Dann war meine Mutter mit drei Jungs alleine und da ist uns das Leben nicht ins Schoß gefallen.
00:04:35: Wo
00:04:35: war das denn?
00:04:36: Das war in der Nähe von Frankfurt in Oberhessen.
00:04:42: Wenn du es genau wissen willst, in Randstadt, einem kleinen Dorf in Ober Hessen sehr bäuerlich geprägt und dort hatten meine Eltern einen kleinen Lebensmittel Laden, den dann meine Mutter noch drei Jahre betrieben hat.
00:04:56: Und dann ist sie in ihrer Heimat zurück an Bodensee gegangen.
00:04:59: Mit
00:04:59: euch drehen?
00:05:00: Mit uns drehen!
00:05:03: Jetzt haben wir was erfahren... was, glaube ich so noch gar nicht in der Öffentlichkeit bekannt ist.
00:05:08: Also habe ja auch nochmal eine Vorbereitung auf unser Gespräch gelesen und da ist immer ganz viel über die wissenschaftlichen Studien oder über die Titel von Prof.
00:05:18: Bernd Pfitzenberger die Rede.
00:05:20: Und dann hab' ich die KI gefragt, gibt's denn konkrete Details zur sozialen Herkunft zum Familienhintergrund?
00:05:25: Und die Antwort lautet, konkrete details zu sozialem Herkampf sind öffentlich nicht dokumentiert!
00:05:30: Unser Podcast liefert etwas, das die KI noch nicht weiß... gucken, ob sie es nach der veröffentlichen dieser Sendung dann weiß.
00:05:38: Und
00:05:38: ich wusste noch nicht Katja dass du KI konsultierst
00:05:42: interessant?
00:05:42: Manchmal um zu checken ob mir eine Quelle noch nicht sozusagen über den Weg gelaufen ist.
00:05:49: aber ich fand das jetzt sehr spannend.
00:05:50: ein kleiner Laden muss man sich das wie so ein Tante Emma-Laden vorstellen die ja gerade immer mehr verschwinden was auch gerade im ländlichen Raum ein Problem.
00:05:59: Eigentlich war er groß, weil der Laden des Großvaters war wirklich klein.
00:06:05: Vom Großvater bis neunzehntfünfundsechzig war so eine Theke.
00:06:09: dahinter stand ein älterer Mann seine Mitarbeiterin die bei ihm auch im Haus gewohnt hat.
00:06:16: Die haben dann da bedient und die Söhne haben dann auch mitgeholfen.
00:06:19: Meine Oma ist in Krieg früh an Krebs gestorben.
00:06:24: Da war ja dann Allein auch mit drei Jungs.
00:06:27: Wir sind so eine Männerfamilie, in männlicher Linie immer drei Juns und also in väterlicher Linien.
00:06:32: Hast
00:06:33: du auch drei Juchs?
00:06:34: Ja!
00:06:34: Wie kommst Du
00:06:35: darauf?!
00:06:36: Ja wenn Du sagst es ist die Tradition!
00:06:38: Genau vierte Generationen drei Jums.
00:06:42: Mein Großvater...
00:06:42: Das ist ein anderes Thema das interessiert mich durchaus aber..
00:06:47: Aber das war ein Tante im Erladen und dann waren meine Eltern aber in den sechziger Jahren vor allem meine Mutter unternehmerisch Mutig haben ein hundert Quadratmeter Laden hingestellt in das oberhessische Dorf, eine Sparladen.
00:07:03: Das war eine Kette die es damals noch gab und in Österreich gibt's hier immer noch und haben da ganz viel Geld reingesteckt.
00:07:11: was sie damals nicht hatten waren hoch verschuldet und dann musste man... Dann hat aber nicht gereicht.
00:07:17: mein Vater ist hat dann für die Sparfirma auch Lkw gefahren und dort einen Arbeitsunfall gehabt und weil es aber ein Unfall war, waren wir immer gut versorgt.
00:07:29: Ich war Weisen-Rentner bis zu meinem XXV.
00:07:32: Lebensjahr damals aus der Unfallrente – das hat mir das Studium ermöglicht!
00:07:37: Das war wirklich toll, dass der westdeutsche Staat damals das uns ermöglichte.
00:07:43: Das ist zwar eine dramatische Situation gewesen, aber war eine tolle Absicherung.
00:07:50: Das kann ich also biographisch sehr gut nachvollziehen, weil mein Vater ist ja auch sehr jung gestorben.
00:07:56: Aber er hat sich vorher das Geld auszahlen lassen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und die Private, die er abgeschlossen hat über sein Arbeitgeber war noch nicht gültig, so dass meine Mutter ohne diese Absicherung darstand.
00:08:10: Sie hat es irgendwie gut hingekriegt aber daran zu denken was eigentlich wir ja ungern tun was nach uns passiert und wie unsere Kinder oder engen Verwandten im Falle eines Unglücks dann leben.
00:08:24: das ist ja immer mal ein ganz wichtiger Blick.
00:08:27: Den Zähler
00:08:28: hat meine Mutter gemacht.
00:08:29: sie hat ihre Rente um den Laden zu bauen sich auszahlen lassen.
00:08:36: Achtundneunzig ungefähr gab's dann eine Ende, bis da konnte man wieder einzahlen.
00:08:41: Genau!
00:08:41: Das
00:08:42: war die beste Finanzanlage, die ich je gemacht habe.
00:08:45: Ich hab' die dreizehntausend Mark wieder einbezahlt und dann hat sie
00:08:49: noch... Da kam der Ökonom?
00:08:50: Ja.
00:08:51: Für
00:08:51: irgendwas muß das schon.
00:08:52: Wie alt warst
00:08:53: du damals?
00:08:53: Ninzehnachtundneinzig, da war ich auf dem Umdreißig.
00:08:57: Aber das heißt ... Der Weg zum Professor, zur universitären Laufbahn war alles andere als geebnet.
00:09:06: Man hört schon, dass es so mehrere finanzielle Probleme da auf und ab gab.
00:09:10: Aber wie war das zu Hause in der Familie?
00:09:12: War da eine große Bibliothek?
00:09:14: War das selbstverständlich, dass man in Bücher nachschlägt, dass wir ein Tabellen ... Dass man sich mit wissenschaftlichen Studien auseinandersetzt?
00:09:20: Kannst du
00:09:20: viel vorgelesen?
00:09:23: Das ja!
00:09:24: Aber ein bisschen vorglesen...
00:09:25: Eines der wichtigsten Dinge für einen Bildungserfolg.
00:09:28: Ja,
00:09:28: das glaube ich nicht.
00:09:29: Das Wichtigste, glaube ich, war, dass eigentlich meine Mutter bildungsaffin war.
00:09:36: Meine Mutter wollte aufs Gymnasium war die beste Schülerin und durfte nicht während des Krieges.
00:09:43: Weil
00:09:43: ihre Eltern das nicht gestatteten?
00:09:46: Ja, auch!
00:09:47: Weil der Krieg das aber auch nicht zuließt.
00:09:49: Ah ja meine Mutter ist nirgendwo... Weil
00:09:51: ihr Bruder hat Abitur gemacht ein Jahr früher Notabitur und ist dann im Krieg gefallen.
00:10:01: Das war auch das Drama der Familie meiner Mutter.
00:10:04: Und warum war meine Mutterbildungsaffin?
00:10:08: Ihr zweiter Bruder auch, der Abitur gemacht hat.
00:10:12: Sehr stark, auch der Erste natürlich.
00:10:14: Der war wohl auch an Genie ... Also relativ gut in der Schule aber, hatte es dann verschwenden müssen.
00:10:22: im Krieg und Hintergrund war meine Oma, war Putzfrau am Politechnikum in Zürich.
00:10:29: Wir kommen ja vom Bodensee, der Teil der Familie Und sie war so begeistert von diesem akademischen Umfeld, selbst auch als Putzfrau und hat diesen sozusagen dieses Gen meiner Mutter auch eingeimpft.
00:10:43: Das spielte schon auch Bildungsaspirationen und selbst nicht dürfen ... weil der Traum meiner Mutter war nach Hava zu kommen.
00:10:52: Das hab ich leider nicht geschafft!
00:10:54: Ach, der Trauben deiner Mutter für dich?
00:10:56: Ja?!
00:10:57: Ich bin ja wirklich fasziniert über die Ähnlichkeit, weil meine Mutter ja älter als ich insofern ist.
00:11:05: Und sie hat ja gerade tatsächlich noch an den Kriegsjahren das Notabitur gemacht – mein Vater auch!
00:11:11: Also da war so eine Spalte und das muss man sich ja auch immer vorstellen, was die Gelegenheitsstrukturen überhaupt sind.
00:11:17: Wichtige Ressourcen zu erreichen ist nicht nur ein Schulabschluss sondern es gilt für vieles für die zukünftige Lebensgestaltung.
00:11:25: Und was ich da auch schön finde ist wo kommen eigentlich Bildungsaspirationen her?
00:11:31: Welchen Einfluss haben denn diese Aspirationen auch auf das Können, auf das Lernen wollen?
00:11:36: Auf das sich entfalten wollen?
00:11:38: und wie überträgt sich das dann vielleicht gar nicht auf sich selbst weil die Möglichkeiten nicht da sind wie bei deiner Mutter sondern dann auf die nächste Generation in diesem Fall von dir.
00:11:48: Das heißt
00:11:50: Aber Bücher hatten wir fast keine, um diese Frage zu packen.
00:11:53: Ja ich finde das ja auch immer ganz ... sagen wir mal, wie soll ich denn sagen?
00:11:57: Ich stotterere immer wenn ich sagen muss dass die beste Variable die Bildungserfolg erklärt die Anzahl von Büchern zu Hause ist weil die offensichtlich diese eine kleine Variable so viel fluckt an unterschiedlichen Dingen wie Bildungsaspirationen und so weiter und sofort dass sie nach bevor die Beste ist.
00:12:18: also wenn man die rauslässt, kann man bei weitem weniger erklären ob ein Kind Abitur macht oder kein Abiturm macht.
00:12:25: Würdest du dennoch sagen dass Du ein Force Generation Academic bist?
00:12:30: Also das bist du ja formal aber im Kopf eigentlich nicht.
00:12:34: Im Kopf war es eigentlich deine Mutter
00:12:38: Ja das kann man so sagen oder sozusagen mein Onkel der ist nie wurde dank des Nazi Regimes.
00:12:48: also Wir heißen ja der Sprung ins kalte Wasser und das heißt, wir erkunden immer so was sind die Veränderungen?
00:12:55: Die Umbrüche im Leben von Menschen.
00:12:57: Und als Erstakademiker, dass sich dafür zu entscheiden wird zu sagen, dass das jetzt einer deiner ersten großen Sprünge war.
00:13:11: Ich fand es damals sehr natürlich aber das denke ich lag auch an An der Zeit, in den Siebzigerjahren.
00:13:20: Ich bin ja damals in Hessen sozialdemokratisch Bildung für alle und wir sind von der Dorfgrundschule – das muss man sich ja mal vorstellen – es ist ein bäuerliches Dorf an unserer Grundschulklasse.
00:13:38: Ist mehr als ein Drittel fast die Hälfte aufs Gymnasium.
00:13:41: Tatsächlich!
00:13:42: Schau, das ist der Unterschied zwischen Hessen und Baden-Württemberg.
00:13:46: Wir waren in der Grundschule dreißig und davon kamen zwei aufs Gymnasium.
00:13:51: Ja, aber Hessen war für Baden-Württemberg nie ein Vorbild.
00:13:54: Baden Württmberg war immer ganz stolz darauf viel mehr zu siegen.
00:13:57: Das sind wir schon tatsächlich inmitten des Themas.
00:14:01: Und das war interessant als ich dann mit zwölf bin.
00:14:05: Ich habe nach Baden Württemberger wechselt.
00:14:07: Das erste Gymnasiam wollte uns gar nicht nehmen.
00:14:09: Das Stammgymnasium ...
00:14:11: Welcome to my land!
00:14:12: Aber
00:14:13: in Singen nahm er hohen Thiel.
00:14:15: Das Hehoh-Gymnasium war das etablierte.
00:14:17: Meine Mutter ging mit mir und meinem Bruder dorthin, wir waren ja im Gymnasium in Hessen – wir waren gar nicht auf der Gesamtschule!
00:14:24: Aber da wurde sowas auf einen fand ich auch herabgeschaut.
00:14:29: Und dann gab es eben das neu gegründete Gymnasiums.
00:14:31: des größten Glückes in meinem Leben ist die Neugründung, Siebzigerjahre.
00:14:36: Es galt in Singen als das linke Gymnasum, das Friedrich Wöhler Gymnasiam was ein hervorragend mathematisches naturwissenschaftliches gymnasium war.
00:14:45: und dort wurden wir genommen.
00:14:48: Und erstaunlicherweise, dann gab es noch Lehrer die sagten das wobei das waren nicht in singen das waren wir waren noch zeitweise bei meinem onkel im radoff zell im Gymnasium vielleicht kennst du das auch am bodensee und da habe ich dann den spruch bekommen für jemand der aus hästen kommt kannst aber viel vom lehrer.
00:15:08: Ja, jetzt sind wir... Also es ist ja heute wirklich offensichtlich ein Bildungsthema.
00:15:12: Wir haben jetzt sagen die Auswahl ins Gymnasium als sozusagen das ist ja nicht der erste.
00:15:17: Das ist ja schon der dritte Trichter!
00:15:19: Wir haben einen Föderalismus und dieses gegenseitige Herabschauen um das wenige voneinander lernen.
00:15:26: wenn ich das vielleicht kommentierend hinzufügen darf Ich möchte gerne auf Katjas Frage zurückkommen.
00:15:32: Wenn es nicht dieses Gymnasium war, der akademische Abschluss was würdest du denn als seinen Sprung identifizieren?
00:15:42: Die Universität hatte ich ja auch wieder.
00:15:44: glücklich bin an die Universitätskonstanz gegangen.
00:15:47: das ist wie das nächste Gymnasiums dreißig Kilometer weiter.
00:15:51: Das war der Glück dass man da in den sechziger Jahren eine ganz tolle Reformuniversität im ländlichen Raum da gegründet hat.
00:16:00: Das war für mich noch kein großer Sprung.
00:16:02: Da ging meine halbe Abitursklasse hin, also ähnlich wie von der Grundschule und dann wurde mir so der Gedanke von meinen Professoren – es waren nur Männer muss ich fairerweise sagen in diesen Zeiten damals eingeimpft du musst in die USA gehen.
00:16:21: und dann habe ich mich sukzessive an den Gedanken gewöhnt.
00:16:23: und dann hab' ich gedacht ich mache einen Austausch Semester-Austauschjahr Und mein Professor, bei dem ich hier war zu mir gesagt machen Sie doch gleich was richtiges.
00:16:37: Machen Sie ein PhD-Programm.
00:16:39: Bewerben sie sich bei den tollsten Universitäten.
00:16:42: und das habe ich dann auch gemacht und mit großer Unterstützung bin ich da reingekommen.
00:16:49: Und nach Amerika zu gehen, in unserts' eighty-six war für mich der große Sprung ins kalte Wasser die große Erfahrung.
00:17:03: Das war mein erster Flug in meinem Leben, das war der letzte Flug einer Fluggesellschaft den ich witzigerweise gebucht hatte, Transworld Airlines und dann war ich dort angekommen, dann war mein Visum ungültig.
00:17:20: also viele Dinge, die man heute auch so hört wenn man auch erlebt an eine Privatunit zu gehen, die trotzdem Förderprogramme für Leute hat wie mich auch, die dann jemand finanziert Das waren einfach... Und die Welt stand einem offen.
00:17:35: Also, die Finanzierung war schon wichtig und auch die Motivation sozusagen über das was mit so einen Verhältnissen vor Ort hat nochmal hinauszugehen?
00:17:46: Ja auf jeden Fall mein Berufsziel war immer Professor zu werden.
00:17:51: Da müssen wir jetzt noch mal ein Stückchen zurückgehen wenn mir das erlaubt ist.
00:17:55: Zunächst mal interessiert mich warum du überhaupt Ökonomie gewählt hast Aufgrund des Genes deiner Eltern, da die hundert Quadratmeter anzumieten würden.
00:18:04: Das
00:18:05: Kaufmännische liegt sicher auch in der Familie?
00:18:07: Nein, ich fand ja ... Der historische Blick, der Blick der Siebzigerjahr plötzlich wieder massener Arbeitslosigkeit in Westdeutschland.
00:18:19: Tatsächlich
00:18:19: das so konkret?
00:18:21: Ja, ich hab dann Politikleistungskurs gemacht und wir hatten eines der wenigen Gymnasien, in dem das überhaupt angeboten wurde.
00:18:29: Da kam dann ein Referendant nach dem anderen aus dem Rest von Baden-Württemberg.
00:18:34: Da hatten wir auch einen ganz tollen Lehrer, der die Frischfunde Uni Konchans kam, der mit uns Offe gelesen hat.
00:18:42: Oh!
00:18:42: Da ist das Abschiedssymbolium in zwei Wochen leider nicht sehr gerade verstanden?
00:18:47: Es war für mich so toll bei einer IRB-Konferenz vor über zehn Jahren plötzlich mal Klaus Offel live zu erleben weil wir uns durch diese Texte als Schüler quälten, muss ich schon sagen.
00:19:01: Wir waren faszinierend und es war eine Qual.
00:19:05: Ja, offen liest man auch einfacher nach wie vor in der englischen Übersetzung.
00:19:09: Aber das ist bei Habermas auch so!
00:19:11: Du hast jetzt gesagt, dass war ein ganz natürlicher Weg, auch weil deine Mutter am Geist soweit war.
00:19:16: aber wenn man nicht aus einer klassischen Akademikerfamilie kommt... Gab's im Sachen, woran man gemerkt hat.
00:19:22: Krass!
00:19:23: Das ist eigentlich nicht meine Welt da komme ich nicht her.
00:19:26: gab es irgendwelche Bemerkungen die besonders genervt haben oder Fragen an denen das deutlich wurde?
00:19:31: Wenn du halt Dialekt sprichst also mein Ich war nie gut in Deutsch weil wir halt kein Hochdeutsch gesprochen haben.
00:19:39: Wir Baden-Württemberg können alles außer Hochdeut.
00:19:42: bei mir hatten nur die eben... In
00:19:44: Baden Württemberg muss man keine Hochdeuten sprechen wie man bei mir hört.
00:19:48: Aber sie Bei mir war halt dann die Mathematik.
00:19:52: Also ich war immer sehr gut im Rechnen, im abstrakten Denken und das hat das überwogen.
00:19:57: aber wenn man sich mich halbwegs vernünftig auszudrücken, das habe ich erst gelernt.
00:20:03: Und die Berufsberatung übrigens der Bundesanstalt hat mir abgeraten VWL zu studieren.
00:20:10: Was haben sie denn empfohlen?
00:20:11: Mathehalt oder Ingenieur Physik?
00:20:14: Meine Mutter hätte sich auch gewünscht dass ich Physik studiere.
00:20:18: Die hatte so, was der Generation Physik war das größte.
00:20:21: Albert Einstein.
00:20:22: Außerdem von ihrer Großmutter mit dieser
00:20:25: politischen
00:20:25: Technik?
00:20:26: Genau.
00:20:27: Das heute die ETH, das war eine große Begeisterung.
00:20:32: Mein dritter Bruder hat dann Physik studiert und
00:20:35: er hat es richtig gemacht.
00:20:35: Also heißt alle drei Kinder deiner Mutter haben studiert?
00:20:39: Sie hatten noch ein viertes Kind, dann vom zweiten Mann.
00:20:43: Er hat nicht studiert aber von meinem Vater.
00:20:46: wir drei haben studieren.
00:20:48: Ich frage nur deshalb, weil du dann in guter Gesellschaft einer Geschwister warst.
00:20:52: Man hört ja bei vielen die ... In der ersten Generation Akademiker sind das da nur der Junge und die Mädchen nicht.
00:20:59: Jetzt hattest du zwei männliche Geschwisters.
00:21:02: Mhm.
00:21:03: Aber auch da gibt es oft dieses Einzelkind, welches diesen Weg einschlägt.
00:21:08: Und die Geschwisse auf uns Brüder sind, dass sie nicht können.
00:21:11: Das ist so, lese ich, die Literatur immer besonders schwer.
00:21:15: D.h.,
00:21:16: du hattet ... Auch wenn du diesen Berufswunsch hattest, eines Professors und man heute einen Berufswunsch einer Professorin hat oder eines Professores.
00:21:25: Dann kommt ja immer befristete Verträge unklar ob man überhaupt dieses Ziel erreicht.
00:21:32: lange prekäre finanzielle Lebenslagen abhängigkeit von Netzwerken dann dieses ganze Distanz von der Herkunftsfamilie.
00:21:42: also das sind hier alle solche Dinge die du dann Hast du gar nicht nachgedacht?
00:21:49: Die typische männliche Oberkonfidence.
00:21:52: Mir ist immer alles in der Schule leicht gefallen.
00:21:55: Warum soll das nicht klappen?
00:21:56: Aber du hast es gewusst...
00:21:57: Später habe ich gemerkt, dass es nicht ganz so leicht
00:21:59: war.
00:22:00: Ich habe darüber auch keine Gedanken gemacht aber bei mir war es eher aus Gründen des Nicht-Wissens.
00:22:07: Es war für mich nicht so transparent wie es für die jungen Leute heute ist, dass ich danach erstmal Anschlussverträge, also Kurzverträge haben werden würde.
00:22:17: und dieses ganze spielte Er sich rauskristallisieren des Berufswunsch-Professorin.
00:22:24: Keine Rolle, weil es nicht so politisiert war leider wie heute oder vielleicht auch glücklicherweise wie heute und man von der Herr Garnicht wusste in welchen Risiken man sich begab.
00:22:36: Jetzt kommen wir aber zu dem Sprung in die USA und ins kalte Wasser.
00:22:41: Warum gehört ein Auslandsaufenthalt für guten Studenten dazu damals?
00:22:47: Meine Professoren hatten mir gesagt und im Studium war das ja völlig klar, die Musik spielt den USA.
00:22:57: Also es waren nicht die Erfahrungen des Auslands anderer Kulturen in Mentalitäten sondern tatsächlich dort gibt es die herausragenden Ökonome?
00:23:05: Das war
00:23:06: für mich persönlich natürlich nice to have.
00:23:08: ich wollte natürlich auch mehr.
00:23:11: allein aus den eigenen Ressourcen hätte ich mir das dann nicht leisten können.
00:23:15: aber Dadurch, dass es dann eben mit dem Studium, mit dem Abschluss, mit der Promotion verbunden war.
00:23:24: War das da eine wunderbare Sache?
00:23:26: War dann zwar unterbrochen durch den Zivildienst, den ich dann noch gemacht habe.
00:23:33: Aber dadurch bin ich auch gereifter, würde ich sagen zurückgekommen und meine Promotion dort abzuschließen.
00:23:41: Das wird bestimmt viele Hörerinnen und Hörere interessieren.
00:23:45: Es ist eine private Universität, wir wissen damals waren schon die sogenannten Tuitions also die Studiengebühren enorm hoch.
00:23:54: wie war das bei dir?
00:23:55: Wurden die Studien Gebühren voll übernommen musstest du viel arbeiten.
00:24:00: ich war in Harvard Ich habe viel gearbeitet für meine Tuitions alles mögliche gemacht von Fußballmannschaften die ich trainiert habe bis zu Volkgeschäften die ich aufmachte
00:24:09: Obwohl ich noch Neues von dir zu auffahren.
00:24:12: Ja, obwohl ich dieses Stipendium auch hatte ... Aber
00:24:14: das hat nicht gereist.
00:24:15: ...
00:24:15: aber es hatte halt nur ein Teilbereich.
00:24:17: Boston war teuer?
00:24:19: Wie hast du das so gemanagt?
00:24:21: Weil viele möchten ja und sagen, das kann ich mir einfach nicht leisten!
00:24:25: Und...
00:24:26: Ja, bei meiner Aufnahme war's so, dass das erste Jahr von mir finanziert werden musste.
00:24:34: Dafür muss sich in Deutschland ein Stipedium beantragen.
00:24:39: Das war noch Teil meines Studiums, das war für mich erst mal auch wie ein Auslandsjahr.
00:24:45: Als ich dann aufgenommen war und wenn ich die Prüfung am Ende des ersten Jahres geschafft habe hat die Universität aber eine volle Finanzierung garantiert.
00:24:54: Und das erste Jahr hatte ich nur ein kleines Stipendium.
00:25:02: Für die Amerikaner dort war ich völlig arm, aber das waren viele Ausländer dort.
00:25:07: Ich war fasziniert von der Vorstellung, dass dieses Land damals diese Universität.
00:25:12: Der Jahrgang war schon damals zur Hälfte nicht amerikaner Ausländer und viele von denen lebten also da waren die Anekdote von den chinesischen Studierenden, die die großen Säcke Reis gekauft haben und davon gelebt haben wirklich mit sehr wenig Geld Und das meiste ging einfach drauf für den Wohnheim Platz Fünfzig Prozent des Stipendiums schon.
00:25:39: Meine Mutter hat dann zugeschossen, auch natürlich und dann habe ich es zum Glück geschafft die Prüfung gut zu bestehen hatte im Sommer dann Jobs an der Uni Konstanz.
00:25:52: das hat dann den Etah auch wieder aufgefüllt.
00:25:59: Ab dem zweiten Jahr war es dann okay.
00:26:00: Dann konnte ich mit dem normalen Lebensstandard des geradeigen Doktoranden...
00:26:04: Ich glaube, das sollte man ganz kurz auch nochmal zusammenfassen.
00:26:06: Also ich habe das ja auch so gemacht als ich dann im Sommer immer drei bis vier Monate sogar ... Max Blank-Institut gearbeitet habe und das hat dann natürlich auch wieder gereicht um ein paar Monate weiter in den USA.
00:26:18: Also es ist nicht so, dass wenn man nicht viel Geld hat, dass dann USA vollkommen unmöglich ist weil die hier auch ganz andere Auswahlkriterien haben und das was man an Geld mitbringt durchaus eine Rolle spielt.
00:26:31: Es gibt ja diese Blind Admissions nach wie vor noch.
00:26:35: wir haben jetzt andere Probleme mit den USA auf die bist du weder getroffen noch ich.
00:26:40: Sondern es war, wenn man über USA nachdachte tatsächlich hauptsächlich die Studien gebühren.
00:26:45: Bei mir war's auch nicht so einfach.
00:26:47: ich musste meine Diplom nachmachen das wurde nicht anerkannt bei dem integrierten Master-Page die Studiengang und ich dachte immer dass sich die Älteste sein würden würde.
00:26:58: Das war ich überhaupt nicht weil so viele Amerikanerinnen amerikaner oder auch von anderen Ländern vorher schon lange im Arbeitsleben waren schon eine Familie gegründet hatten und eigentlich in Leben führte, was wir in Deutschland noch immer nicht ermöglichen.
00:27:13: Nämlich erst mit dreißig oder teilweise mit vierzig dann den PhD zu machen, was Harvard damals schon wirklich gerne gesehen hat.
00:27:21: war das bei dir ähnlich?
00:27:23: Das ist auch ein Take away vielleicht nicht an die jungen Leute aber an unsere Politikerinnen und Politiker da ein bisschen mehr Öffnung reinzubekommen.
00:27:33: Es war gemischt wobei ich sagen muss die Amerikaner selbst Waren zwei Jahre jünger als ich.
00:27:40: Die kamen wirklich in überwiegender Mehrheit direkt aus dem Bachelor mit Zweiundzwanzig, ich war dann immerhin schon ein gesegnete Vierundzwanzig.
00:27:49: bei den Ausländern war ich aber einer der Jüngeren.
00:27:52: da ist es eher so.
00:27:53: daran allerdings auch viele erst noch einen Master in USA gemacht wo man formal auch durch den mit dem Bachelor in das Doktorandenprogramm reingekommen ist und dabei das war dann so ein Mix aus sehr jungen Zum Teil noch in ihrer Reife-Phase stehenden jungen Amerikanerinnen, Amerikanern und Ausländern die viel mehr Hintergrund mitbrachten.
00:28:18: Das ist
00:28:18: vielleichtfach spezifisch aber ich muss doch nochmal Katjas Frage stellen oder unsere Frage unserer Podcastfrage wenn du jetzt von Amerika erzählst hört sich das alles mega entspannt an.
00:28:31: also es klingt jetzt nicht durch dass du da so einen Heimwisch-März hattest du, dass du dich da nicht in dieser Kultur zurechtgefunden hast?
00:28:42: Dennoch hast du das als deinen Sprung dargestellt.
00:28:45: Was war denn dann das Schwierige?
00:28:47: Es war einfach der... Von jemanden, wie ich, der praktisch nie sein Dorf fast kann und nicht seinen Dorf verlassen hat.
00:28:55: Meine Eltern sind ja auch nicht in Urlaub gefahren, außer ans Reisen war er.
00:28:59: Das war wirklich der Sprung raus aus... Zuhause und ganz weit weg in einer anderen Kultur.
00:29:06: In einem Umfeld, wo die meisten unendlich reich waren im Vergleich zu mir einen ganz anderen sozialen Hintergrund haben.
00:29:15: Und eine andere Kultur, eine andere Sprache – mein Englisch war nicht besonders gut zu dem Zeitpunkt.
00:29:23: Und dann gleichzeitig eben auch diese Gegensätze der USA.
00:29:29: Heute schlägt das Pendel in eine Richtung.
00:29:31: Palo Alto Die Stadt in der Stanford liegt hatte diese Teilung zwischen East Palo Alto, die der Ort in USA mit den meisten Morden pro Kopf eine riesigen soziales Ghetto wie Elvis Presley In The Ghetto und auf der anderen Seite der Autobahn einer der reichsten Orte des Silicon Valley.
00:29:53: Der Technologietreiber der Welt und dieser Universität ... faszinierende Möglichkeiten geboten.
00:30:02: Hattest
00:30:02: du Selbstwertprobleme?
00:30:04: Also hast du selbst Zweifel gehabt, dass du das schaffst.
00:30:10: Dieser Sprung gehört sich jetzt so an wie... Na ja es ist anders!
00:30:14: Aber es hört sich nicht schlimm an, es hört dich nicht kalt an,... Es hört sich eher so warm an alles.
00:30:21: Ja, das habe ich auch empfunden.
00:30:24: Schon die Tatsache, dass man eine Gastfamilie organisiert bekam, die mich am Flughafen abholte.
00:30:31: Ich fühlte mich wirklich... Die haben das für mich sehr angenehm gemacht aber trotzdem das Heimweh war da!
00:30:41: Ich bin immer zu jedem Zeitpunkt wo ich konnte wieder nach Hause gefahren und für mich war auch nie ein Thema in den USA zu bleiben obwohl im Bereich der VWL man da recht gute Chancen gehabt hätte.
00:30:54: Du
00:30:55: hast ja die soziale Spaltung am Beispiel Palo Alto beschrieben.
00:30:58: Das war dann in den Neunzigerjahren, als ich studiert habe Amerikanistik eigentlich ziemlich brutlose Kunst musste man Praxisaufenthalt machen und ich hatte mich entschieden spenden für einen Umweltschutz zu sammeln in Chicago und musste da auch mein Lebensunterhalt also mal ein bisschen erfolgsabhängig konnte aber auch nur was machen, wovon ich überzeugt bin.
00:31:20: Wir sind jeden Nachmittag in irgendein Viertel gefahren und wir waren in sehr armen Vierteln.
00:31:25: Und die Länge vom Eingang quasi vom Gartentor bis zum Haus war immer so ein Indikator.
00:31:34: Man würde ja denken, du gehst in das reiche Viertellerspenden für einen Umweltschutz sammeln, kriegst viel mehr und viel schneller.
00:31:40: Das meine Erfahrung war damals
00:31:42: z.B.,
00:31:44: Also die Spaltung war sichtbar aufgrund der Größe, der Wohnung und der Wohnverhältnisse.
00:31:48: Ja einerseits total getränkt andererseits Riesenwege.
00:31:51: aber die Summe des Geldes.
00:31:52: was ich an Spenden hatte war immer ungefähr gleich.
00:31:54: bei den einen gab es halt ganz wenige wenn die gezahlten haben die Großgespendeten bei den anderen was eher so?
00:31:59: die haben immer viele kleinen Beträge.
00:32:01: das war für meinen Eindruck dann Ende der neunziger Jahre.
00:32:03: zur sozialen Spaltung.
00:32:05: Mir geht's aber ein bisschen wie Jutta.
00:32:07: Das fühlt sich sehr geschmeidig an, wie das für dich war und du hast es so empfunden.
00:32:14: Und trotzdem klingen hier schon auch ein paar Probleme durch die für viele, die jetzt nicht aus einer Akademikerin-Familie kommen, schon noch ein Problem sind.
00:32:22: Ja?
00:32:23: Wie spricht man was für einen Dialekt hat?
00:32:25: Man wird mal angesehen, so die Namibia wurde gesagt hat die kleinen oder feinen Unterschiede.
00:32:30: Wie weltmännisch oder frauisch fühlt man sich.
00:32:33: und deswegen wenn du sagst war das vielleicht auch der Zauber des neuen, ging das ganz gut und warn.
00:32:41: Du hast ja dann nach deiner Habilitation wirklich viele Lehrstühle inne also auch sehr viele Studierende erlebt.
00:32:47: Hast du dann manchmal so aus Sicht des Professors oder der Lehrkraft gesehen?
00:32:52: Ach, da sind doch Blockaden oder Barrieren auf der anderen Seite.
00:32:56: Woran man das erkennt die Kinder oder Jugendlichen haben es leichter, die haben es schwerer
00:33:02: nach Deutschland zurückkommen.
00:33:04: Nach USA habe ich viele Blockaden hier vielmehr
00:33:08: wahrgenommen.".
00:33:11: Ich muss sagen, dass Amerika was ich in der Zeit erlebt habe.
00:33:15: da standen dann jemand wie mir alle Türen offen und zwar natürlich war meine Einkommenssituation zu dem Zeitpunkt minimal aber mit dieser Aura in Stanford aufgenommen.
00:33:30: Das ist einfach so ein Kapital, mit dem dann bist du plötzlich jemand.
00:33:36: Dorthin zu kommen als Amerikaner aus dem gleichen sozialen Hintergrund wie ich in Deutschland ist vielleicht... ...ist mit Sicherheit nicht so einfach wie ich es hatte, weil ich zuverlehrweise eine ziemlich gute Uni und eine sehr gute Schule direkt am Wohnort hatte.
00:33:54: Das ist Glück!
00:33:55: Und ich hatte immer auch Mentoren in Deutschland die mich auch begleitet haben Lehrer Professorin, Lehrerinnen die mir auch Wege aufgezeigt haben auf die ich selbst nicht gekommen wäre.
00:34:11: Und zum Beispiel bei meiner Konfirmation hat unser Pfarrer gesagt da Studium kann man auch mit dem Stipendium finanzieren.
00:34:20: das wussten wir wusste meine Mutter trotz Bildungsinteresse auch nicht.
00:34:24: das war dann so ein Gedanke und sich dann auch gemerkt Und zurück dann kommend und dann Professor in Deutschland zu werden.
00:34:32: Da musst du schon so eine soziale Decke, da musst du natürlich einen gewissen Habitus entwickeln um dann auf die wenigen Stellen – das ist ja der Unterschied zu den USA damals gewesen – dass was ich mache Arbeitsmarktforschung, empirische Forschung waren noch viel mehr Nische, der Soziologie weniger als in der Ökonomie Und du musstest auch dann ein bisschen so Neuland betreten, sagen das ist überhaupt richtige Mainstream Volkswirtschaftslehre.
00:35:05: Das passt nicht in diese alten Denkschulen, Keynesianisten, Monetaristen Ordnungspolitik.
00:35:13: Was ich alles im Studium nicht so interessant fand, dominierte noch in den neunzigigen Jahren und da sich durchzusetzen war schon eine Herausforderung.
00:35:22: aber.
00:35:25: Und dann hatte ich meine erste Professur ja in Dresden für Sozialpolitik.
00:35:31: Das war dann auch ein bisschen ein Glücksfall, weil der Fakultät in Dresten die nicht gelungen war diese Stelle so zu besetzen dass dann jemand länger blieb und dann war die eine schöne Sprungbrett-Professor ne ZITRAI-Profissur.
00:35:46: das war aber auch ein tolles Umfeld, ein interessantes Umfeld.
00:35:50: Meine Frau hat Verwandte in Sachsen, das war für uns auch ein ganz schönes Umfeld.
00:35:58: Und dann ging es irgendwie weiter nach Mannheim.
00:36:00: Also wir haben hier den ersten Gast in unserer langen Folge.
00:36:05: Irgendwie rund um bei den Sprüngen ins lauwarme, gut gewärmte Wasser gepfifft ist und immer mit einem Handtuch um ihm abzutrocknen.
00:36:15: So
00:36:15: machen wir das am Bodensee?
00:36:17: Ja ich finde das, ich habe auch extra gesagt ... Ich finde das schon faszinierend, weil ich immer gedacht habe Geschlechterunterschiede sind vielleicht geringer ausgeprägt als Unterschiede in der sozialen Herkunft.
00:36:30: Jetzt ist unsere soziale Herkünft ganz unterschiedlich.
00:36:33: Ich bin bei weitem nicht die Erste, die Abitur macht oder ein Studium abgeschlossen hat Aber ich würde, und ich war auch gut.
00:36:41: Also das war überhaupt gar keine Frage.
00:36:43: Ich habe mich nach Arbeit beworben, wurde da auch angenommen.
00:36:46: also es war glaube ich gar keine frage des faktischen Könnens aber es war doch immer der Zweifel dar dass zwei Türen offen stehen.
00:36:55: ja ich wurde genommen Ja ich wurde gut aufgenommen.
00:37:00: ja ich würde am bus schon von meinen advisern abgeholt Alles mögliche, also bevor ich überhaupt dort war schon an Betreuern zugewiesen bekommen für das erste Jahr.
00:37:12: Mir wurde gesagt es kann ich danach belieben ändern.
00:37:15: Also ich wurde schon gepämmert aber trotzdem war immer so diese Unsicherheit da schafft man es dennoch.
00:37:22: davon erlebe ich bei dir gar nichts.
00:37:25: Das ist mit großer Zuversicht.
00:37:27: geht man dadurch die Offenstehenden Türen und der eigentliche Sprung, jetzt probiere ich es nochmal.
00:37:34: War denn der Sprung zurück nach Deutschland?
00:37:37: Ich bin auch Deutschland zurück weil ich Gute Frau wie ich bin?
00:37:41: Natürlich jedes Blieberlottchen hatte, ob ich eine Professur in Deutschland bekomme ohne Habilitation.
00:37:47: Die hattest du mit deinem PhD ins Tenford genauso wenig wie ich mit meinem PhD in Harvard.
00:37:53: Ich dachte, ich muss jetzt sofort nach Deutschland um meine Habilitations zu machen.
00:37:57: dann kann ich ja immer noch mal nach Amerika.
00:38:00: aber für dich war das offensichtlich wenn ich das so reinschieben darf Nicht der Punkt.
00:38:04: Oder warum wolltest du denn nicht in Amerika bleiben?
00:38:06: Ich war da ganz fix, auf die Habilitation.
00:38:10: Ja!
00:38:12: Ich habe halt damals noch gedacht, du musst habilitieren... Jetzt
00:38:15: ist es doch endlich.
00:38:17: Aber das fand ich jetzt nicht negativ.
00:38:20: Nein, ich fand's auch
00:38:20: nicht negativ.
00:38:21: Ich war
00:38:22: nur der Grund, warum ich dort Jobs abgelehnt habe also ... Nee, ich hab's
00:38:25: gar nicht versucht dann dort Jobs zu ... Für mich war das von vornherein klar.
00:38:29: Ich hatte dann damals mit Wolfgang Franz kennengelernt, der nach Konstanz gekommen war und er hatte mir dann recht frühzeitig eine Assistentenstelle angeboten.
00:38:40: Dann bin ich wieder nach Konstantz zurück Und die unsicherer Phase begann dann so fünfundneunzig sechsund neunzig So drei Jahre nach dem PhD als ich dachte okay jetzt wird es langsam ernst.
00:38:54: Wie kriegt man eine Professur?
00:38:56: Hast
00:38:56: du dich da beworben und dann bei den Bewerbungsgesprächen, hast ja eben gesagt das Problem war, dass du dann den Eindruck hattest.
00:39:04: Du passt da nicht so richtig rein.
00:39:05: Ich habe
00:39:06: mich eben auf unterschiedlichste Stellen beworfen.
00:39:09: Man musste publizieren aber so schnell ging es mit dem Publizieren.
00:39:15: Wissenschaften hinaufsetzen, publiziere ich auch nicht und dann wird man halt nervös ein bisschen.
00:39:23: Und ... aber es hat dann relativ schnell, ich hatte eben Glück mit der Stelle in Dresden.
00:39:30: Dass sich sehr schnell auf eine Lebenszeit für Überamtung geschafft hatte, damit wir uns auch
00:39:36: mit den Peaks ...
00:39:39: Ich übergebe dir jetzt das Wort und
00:39:42: um die Zeit für die Forschung zu haben, hatte ich damals einen DFG Habilschipendium beantragt, weil ich dachte, komme ich nicht schnell, also das absorbiert zu viel Zeit und das war auch sehr hilfreich.
00:39:58: Jetzt bist du ja, jetzt bist du seit dem Jahr zwei tausend neunzehnten Direktor des IABs Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung.
00:40:05: Und ihr macht da auch ganz viel Forschung zur Einkommenslohn- und Gleichheitenbeschäftigungsentwicklung usw.
00:40:10: Insofern sind die ja auch die offiziellen Statistiken die aktuelle Realität bekannte.
00:40:16: Du weißt also auch das natürlich Kinder aus armutsbetroffenen Haushalten viel geringere Wahrscheinlichkeit haben überhaupt im Skinasium zu gehen.
00:40:23: Also dass dein geschmeidischer Weg nicht sozusagen in die allgemeine Realität da bildet.
00:40:28: Du weißt auch über die Arbeitsmarktsituation heutzutage an den Universitäten im Bescheid und das muss man dir vielleicht auch noch mal kontrastieren.
00:40:36: für alle von unseren Zuhörerinnen und Zuhören, die nicht so mit dem jetzigen Arbeitsweltwald der Weg.
00:40:41: Wenn man einmal Professor ist hat man dann auch sehr viel Stress Wo wenn man das mit nur ein bisschen Nervosität ertragen muss, ja man schon den Hauptgewinn hat.
00:40:55: Weil in der Regel heißt dass du bist immer nur für Zeit befristet.
00:40:58: Das ist vor allen Dingen.
00:40:59: meistens trifft es die Menschen in einem Alter wo sie eine Familie gründen wollen und wo man dann sich die Karten legen muss.
00:41:06: Wenn man in einer Paarbeziehung ist da hast jetzt einen Job für zwei Jahre ziehen wir als Familie alle hin ohne Wissen, dass es danach weitergeht.
00:41:13: oder pendelt einer von uns und der, der dann zurück bleibt.
00:41:16: Wer kümmert sich um die Kinder
00:41:17: usw.?
00:41:18: Also ich will nur sagen, die jetzigen Arbeitsbedingungen, die ja unterhalb der Professor sagen wir haben über neunzig Prozent immer nur befristete Arbeitsverhalten im wissenschaftlichen Bereich bei den nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitenden.
00:41:31: noch ein bisschen anders als wenn du sagst da gibt's schon eine akute Problemlage Wenn das bei dir alles so geschmeidig war, super.
00:41:40: Aber als jemand der jetzt sozusagen auch als Professor tätig war und jetzt Direktor ist ... Kannst du das was dir passiert, es ins Verhältnis dazu setzen wie jetzt die Realität ist?
00:41:51: Ja wenn man als Wissenschaftler dort auch dauerhaft tätig sein will.
00:41:56: Wissenschaft ist natürlich noch mal etwas besonderes.
00:41:59: Kommen wir zu dem ersten Punkt zurück!
00:42:01: Der soziale Gradient in Deutschland is ja enorm hoch.
00:42:06: Mein Lebenslauf, der Lebenslauf meiner Brüder auch viel ja in die Phase als es mal anders war.
00:42:12: In
00:42:13: Westdeutschland.
00:42:15: Diese ... Der Ausbau des Universitätssystems, die Öffnung des Bildungssystems zumindest mal für die Mittelschicht, für die untere Mittelsschicht, die das dann auch in großen Zahlen wahrgenommen haben eine Lehrerschaft, die finde ich auch damals uns gefördert hat, den das Ein Bedürfnis war Kinder aus Bildungsfernen, Familien die also im Hinblick auf den realisierten Bildungsstand reinzubringen.
00:42:46: Das habe ich so wahrgenommen.
00:42:49: Das kannst du auch an kleinen Dingen festmachen.
00:42:52: in meinem Statistikunterricht, den VWL eines der eindrücklichsten Anwendungsbeispiele in den Statistikkübungen Fäther Sohn-Korrelation.
00:43:05: im Bildungsort kam und das, also in Konchans hat man die ganze Zeit darüber geredet.
00:43:13: Und heute... Könnt ihr ganz kurz Fäter
00:43:16: Sohn Korrelation für die Hörerinnen und Hörern übersetzen?
00:43:20: Ja
00:43:22: ist!
00:43:22: Also was ist der Bildungsstand des Vaters, was der Bildungstand des Sohnes?
00:43:28: Also sozusagen gibt es Mobilität oder hängt das ganz eng damit zusammen?
00:43:34: und bei einer hohen sozialen Mobilität haben auch die Kinder von Eltern, die eben keinen hohen Bildungsabstoß haben eine gute Chance aufzusteigen.
00:43:46: Und... ...und andresrum dass es dann auch Abstieg geben kann.
00:43:51: zu einem Aufstieg gehört ja immer ein Abstieg das ist ja ein relatives Konzept.
00:43:57: Das war einfach ein Thema das war auch in meiner Schule ein Thema und ich habe Und ich glaube, das ist eine Lehre, die wir auch für heute mehr brauchen.
00:44:07: Wir brauchen Nebenbildungschancen – die gibt es heute genauso wie damals.
00:44:14: Aber wir haben nicht die Befähigung dazu zu nutzen, die Unterstützung sie zu nutzen in der Weise... Bei wem
00:44:21: haben wir die ... bei den
00:44:22: Kindern aus Haushalten, die eben keinen bildungsaffirten Hintergrund haben?
00:44:30: Du hast dir über die siebziger Jahre gesprochen, auch hast du eine Zeit, wo es ja den Spirit gab.
00:44:37: Kinder, wo die Eltern nicht schon in der Uni gearbeitet haben zu ermutigen und Bildungsweg zu gehen, sie zu unterstützen.
00:44:45: Wird so sein das Fenster hat sich irgendwann geschlossen?
00:44:47: Wenn ja könntest du's zeitlich einordnen?
00:44:50: wann hat sich das verändert?
00:44:53: Ich glaube also als Wissenschaftler kann ich da jetzt keine präzise Antwort geben.
00:44:59: Es hat sich in den achtziger Jahren verändert, als man sehr lange auch signalisiert hat.
00:45:07: In die Gesellschaft gibt es zu viele Hochschulabsolventinnen und Absolventen.
00:45:12: Ihr werdet dann Taxifahrer, ihr seid das ganze Problem der Babyboomer natürlich.
00:45:19: Ihr seid immer zu viel und lernt doch was richtiges!
00:45:23: Und das Problem ist ja wenn du aus dem Nicht akademischen Umfeld kommt, wie gesagt mit meiner Mutter war das nie ein Thema.
00:45:30: War das lang für Studium und so weiter kein Thema.
00:45:35: aber viele die aus dem gleichen sozialen Hintergrund wie ich kommen, die müssen sich ja dann einhören wann arbeitest du wirklich?
00:45:44: Wann hörst Du auf zu studieren?
00:45:47: Wenn
00:45:47: verdienst Du Geld?
00:45:51: Als ich dann eine Hochschulassistentenstelle hatte für mich persönlich jetzt kein Thema mehr, weil es relativ reibungslos.
00:45:57: Wir haben darüber gesprochen.
00:45:58: das ist nicht der Normalfall.
00:46:01: Der Normalfall ist ja dass man nach der die Mehrheit der Leute verlassen nach der Promotion des Wissenschaftssystemes.
00:46:08: Das ist aber weniger in meinem Fach jetzt kein großes Problem gewesen, weil für Ökonominnen und Ökonomen ist der Arbeitsmarkt immer recht gut gewesen.
00:46:20: Das ist in anderen Fächern und da bin ich schon auch, habe ich total viel Respekt wenn Menschen für ihre Leidenschaft durch so eine Sequenz von prekären Beschäftigungsverhältnissen dann auch gehen.
00:46:35: Das is in meinem Fach nicht der Regelfall weil der Arbeitsmarkt also gut ist das muss man sagen.
00:46:41: aber zu der Frage der sozialen Mobilität die soziale Mobilität subjektiv für mich hat abgenommen über die Zeit auch in der, und ich denke das hängt damit auch mit falschen Bildern die kommuniziert werden.
00:46:58: Es ist nicht... Ich sage immer es ist nicht nur dass Bildungschancen fehlen.
00:47:02: natürlich ist es schwieriger und wenn man mehr Geld hat Nachhilfe oder wenn die Eltern helfen können die Studenten einfinanzieren können während des Studiums, hat man es viel leichter.
00:47:16: Das ist richtig!
00:47:17: Trotzdem gibt es das Studium im Prinzip gratis, es gibt viele Möglichkeiten... ...das kein Vergleich zu Studiengebühren in den USA aber das Mindset und die Gesellschaftliakzentanz dass du das auch machst und dein Weg gehst ohne genau zu wissen wo's hingeht.
00:47:36: Da tun wir uns als Gesellschaft sehr schwer.
00:47:39: Also ich hätte deine Frage ein bisschen anders beantwortet.
00:47:43: Wir haben ja so Gegenschließungsprozesse gehabt, also wir hatten einen extrem prosperierenden Arbeitsmarkt.
00:47:50: Wir wussten das wir wesentlich mehr Akademiker brauchen.
00:47:53: Jetzt nehme ich absichtlich die männliche Form um die offenen Stellen den Innovationsstandort Deutschland tatsächlich ausfüllen zu können.
00:48:03: und ab irgendeinem Zeitpunkt kam dann so eine Reaktion dass alle, die jetzt weiter Abitur machen den eigenen Kindern was wegnehmen könnten.
00:48:15: Es war tatsächlich so wir sagen zu soziale Schließungen von elitären Klassen das Wiederum war ein bisschen zeitgleich.
00:48:24: zu den Gastarbeitern, von denen man zunächst mal dachte die kommen umzuarbeiten und dann gehen sie.
00:48:30: Also man hatte sich gar keine Gedanken gemacht was mit ihren Kindern ist dass sie auch in die Schule gehen.
00:48:36: und da kamen tatsächlich einen bislang zu wenig beachtetes Migrationsprobleme ein das man nämlich zwei Klassen hatte nicht nach so zu ökonomischer Herkunft sondern nach kultureller Herkünfte.
00:48:50: und dann sagte Nairin aber Die lassen wir doch nicht in unser Schulsystem.
00:48:56: Und das gab dann tatsächlich so ein Backlash, würde ich fast sagen der bis heute in keiner Weise geheilt ist sondern ganz im Gegenteil wo man immer noch Leuten die die deutsche Sprache nicht so können eigentlich abspricht intelligent genug zu sein, um zu studieren.
00:49:17: Etwas was ich in Amerika wirklich ganz anders wahrgenommen habe wo auch wenn man schlecht ist Englisch war auch einem Humanist.
00:49:27: also ich konnte auch kein gutes Engler Das gab es da nicht, Dialekte Akzente zu sprechen war absolut normal.
00:49:36: Da zog niemand die Augenbrauen hoch oder wackelte vor Ungeduld.
00:49:43: Diese Liberalität hat man in Deutschland schon damals nicht gehabt.
00:49:49: Wir kommen in die letzten zehn Minuten unseres Gespräches und deswegen wollte ich gerne mal ein bisschen mich mit deiner jetzigen Aufgabe auseinandersetzen.
00:49:58: Du bist jetzt Direktor am IAB, das war schon auch nochmal ein Wechsel würde ich sagen so vom forschenden Professor eher schon aus dem Institut was Politikberatung macht bei aller wissenschaftlichen Unabhängigkeit Und es gab ein paar aktuelle Themen, mit denen du in der Öffentlichkeit warst.
00:50:15: und um damit man nicht nur so abstrakt drüber redet, geben wir doch gleich mal einen Thema rein, zu dem du dich geäußert hast.
00:50:22: Das IAB hat Studien zur Teilzeit herausgegeben und ich frage dich einmal genau weil ich die Studien mir mal angeschaut habe Was sind denn deiner Meinung nach die Gründe für die Dauerempörung über die angeblich mangelhafte Leistungsmoral der Deutschen?
00:50:39: Oder stimmt das, was einige behaupten in der Regierung, dass die Deutschen besonders faul sind, weil sie so auf Teilzeit als Lifestyle setzen.
00:50:49: Also die erste Teil der Frage – das war nochmal ein richtiger Sprung in ein neues Wasser!
00:50:55: Ich habe da auch lange überlegt... war nicht, dass so mich für eine solche Stelle bewerben und ich dachte Mitte fünftig ist ganz gut.
00:51:04: Im Gegensatz zu anderen sehr erfolgreichen Präsidentinnen, DirektorInnen bin ich da eher zurückgehalten gewesen.
00:51:12: Ich habe aber lange Erfahrung, Jutta hatte mich schon im wissenschaftlichen Beirat als jungen Professor erlebt.
00:51:18: Ich hab das ihr wie sehr lang begleitet.
00:51:20: Gehen wir zur Teil!
00:51:23: Wir waren uns nicht immer einig.
00:51:26: Und er war nicht das einfachste Beiratsmitglied, aber ... Das möchte man ja auch eigentlich nicht.
00:51:31: Wenn's dann so weit ist, will man es her doch und ...
00:51:34: Eigentlich sollen ja Beiratzmitglieder nicht einfach
00:51:36: sein?
00:51:36: Nein, nein!
00:51:38: Man muss das dann immer rückvermitteln in entsprechenden Gruppen oder so.
00:51:41: Aber er hat uns gut getan, wir haben ihn nicht abgeschreckt.
00:51:45: Er ist so retrospectiv des Wichtigehörers.
00:51:48: Genau, ich ernte jetzt Die Lorbeeren, die Jutta damals gesehen hat, meine beiden Vorgänger.
00:51:56: Aber wir kommen zur Teilzeit!
00:51:58: Die Deutschen arbeiten mehr denn je – das muss man einfach festhalten.
00:52:02: Also die Beschäftigungsquote war ja noch nie so hoch von der einen Zahl der Köpfe.
00:52:09: Wir haben eine hohe Teilzeitquote.
00:52:12: da gibt es verschiedene Gründe.
00:52:18: Auf dem neuen Rekordhöchstand, nicht ganz so stark gewachsen wie die Zahl der Beschäftigten.
00:52:24: Von daher von Faulheit kann überhaupt keine Rede sein.
00:52:28: Was wir haben in Deutschland sind gewisse Anreize, die Arbeitszeit nicht auszuweiten.
00:52:34: Da kann man über das Ehegattensplitting sprechen und dann über die Minijobregeln sprechen, die da auch eine Barriere- und Fehlanreiz auslösen.
00:52:46: Ich denke, die zweite Teil der Frage war ja warum gibt es jetzt diese Diskussion?
00:52:54: Ich denke wenn man so über die letzten vierzig Jahre schaut sind solche Diskussionen für eine Wirtschaftskrise typisch.
00:53:03: Das ist natürlich ein Teil dann auch der gesellschaftlichen der Auseinandersetzung.
00:53:12: Man könnte durch Man könnte durch Mehrarbeit, mehr Produktion Wachstum erzeugen und wir haben ja tatsächlich die Situation dass die Zahl der Erwerbsteding schrumpfen wird.
00:53:28: Ich glaube wir haben nicht aktuell das große Problem das zu wenig gearbeitet wird aber in der Summe wird in Zukunft so wenig gearbeiten weil einfach zu wenige Leute da sind.
00:53:39: Das vorausschauend anzugehen wäre richtig.
00:53:45: Die Debatte wird falsch geführt, weil du musst ja die Menschen mitnehmen.
00:53:52: Was nützt es einer alleinerziehenden Mutter, die keine verlässliche Kinderbetreuung hat zu sagen oder sie ... zu incentivieren?
00:54:05: Lifestyle wird da, muss man fairerweise sagen, dass das die Beispiel war.
00:54:09: aber was nützest ihr zu sagen?
00:54:11: Du könntest doch mehr arbeiten und Das muss ja alles dann auch in die Lebensplanung, in die Betreuung passen.
00:54:19: Und ich habe auch darauf hingewiesen dass Teilzeit sogar Teil der Lösung ist weil die Alternative wäre wenn man Teilzeit nicht möglich macht häufig das Leute gar nicht arbeiten würden und damit wäre ja gar nichts gewonnen.
00:54:34: Die französische Regierung hat das mal versucht die sozialistische Regierung eine Mindesarbeitszeit festzusetzen.
00:54:41: Im Ergebnis haben mehr Männer und weniger Frauen gearbeitet.
00:54:44: Das ist so ein schlagendes
00:54:45: Beispiel.".
00:54:47: Damit sind wir schon beim Thema.
00:54:48: auch Geschlechtergerechtigkeiten, fast die Überleitung zu Yutas fragt... Ich hatte von dir noch einen Artikel gelesenen Mutterschaft als Karriererisiko.
00:54:56: Es freut mich immer sehr wenn männlich gelesene Wissenschaftler das auch thematisieren.
00:55:02: Deine zentralen Learnings aus der Beschäftigung mit dem Thema wären Fragezeichen?
00:55:07: Da will ich mich jetzt nicht mit zu viel Lobärschmücken.
00:55:14: Das Mutterschaft der entscheidende Faktor ist, dass die Karrieren von Frauen im Durchschnitt nicht weitergehen.
00:55:23: Das haben viele Kolleginnen und Kollegen aus der Soziologie, aus der Ökonomie untersucht.
00:55:29: Claudia Gouldin, auch hier war die Nobelpreisträgerin hat das als das letzte Kapitel der Geschlechterungleichheit bezeichnet.
00:55:41: Mein Beitrag zu der Debatte ist, dass ich mir eben mit tollen Daten die das IAB bereitsteckt.
00:55:51: Da hatte schon Zugang zu bevor ich ans IAB kam als Direktor eben anschaube wie wirkt sich das aus?
00:56:00: und die Elterngeldreform Anspruch auch an Verbesserung der Arbeitsmarktsituation über Verbesserungen der Work-Life Balance herantragen wurde und die Empirischen befunden, zeigen aber dass sie das was man Teilzeitfalle nennt.
00:56:26: Also dieses hohe Teilzeit der Werbstätigkeit eigentlich verfestigt hat.
00:56:32: bei der Vollzeit der werbstätigkeit von Müttern hat diese Reform keinen positiven Beitrag gebracht.
00:56:39: und wenn wir das als Gesellschaft wollen, brauchen wir eben eine fairere Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern auch bei der Kindererziehung.
00:56:50: Das ist natürlich leicht gesagt.
00:56:52: zum Beispiel könnte man die Elterngeldregeln ja so ändern dass Mütter weniger Monate nur noch in Anspruch nehmen dürfen.
00:57:07: Das wäre aber sehr schwierig, gesellschaftlich durchzusetzen.
00:57:12: Wäre aber vermutlich eine sinnvolle Maßnahme neben vielen anderen die ja alle diskutiert werden.
00:57:19: Wir haben das IAB das letzte Mal nämlich zum Ende unserer dritten Staffel wirklich hoch leben lassen.
00:57:27: da hatten wir Martin Herr und Vincent Speer da.
00:57:31: Und die sagten, der eine war sogar zu dem Zeitpunkt in Nürnberg gesessen.
00:57:36: Die sagten sie sind jetzt in Nuremberg und machen eine Maßnahme.
00:57:39: wie man das halt bei der Bundesakintur sagt Das ist er erst mal befremdlich gewesen für unsere Hörerinnen und Hörern, haben wir um als Reaktion dann auf den Podcast bekommen.
00:57:49: Also sind man doch nicht Maßnahme aber es ist halt eine Maßnahme
00:57:53: für
00:57:53: mehr geschlechter Sensibilität der Mitarbeitenden im Institut für Arbeitsmarkten Berufsforschung.
00:58:01: Es finde ich ganz toll dass du das gemacht hast.
00:58:03: also wirklich Kompliment und großen Dank.
00:58:06: vorbildhaft wie sich fürs IAB gehört.
00:58:10: Hat man da Reaktionen jetzt schon oder
00:58:13: merkt
00:58:13: man, dass sich irgendwie was tut?
00:58:16: Das ist so eine neugierige Frage.
00:58:18: Vielleicht ist der Abstand noch zu kurz aber...
00:58:21: Oh das ist ein Betriebsgeheimnis!
00:58:23: Ja alles ist erlaubt.
00:58:25: Beides die interne Diskussion.
00:58:30: wir evaluieren jetzt ... Die Maßnahmen.
00:58:35: Dafür gibt es ihr B.
00:58:37: Nein, intern.
00:58:38: Habt ihr eine
00:58:39: Kontrollgruppe genommen von Männern?
00:58:41: Nein, deshalb können wir nicht richtig evaluieren aber wir besprechen natürlich die Learnings aus dem Fall.
00:58:50: Wir haben auch eine Mitarbeiterbefragung über die Ergebnisse kann ich jetzt noch nicht berichten durchgeführt.
00:58:56: es ist ein Thema dass junge Wissenschaftler viele Wissenschaftler insbesondere Wissenschaftlerinnen in der VWL extrem umtreibt.
00:59:06: MeToo in der Wissenschaft ist insbesondere in der VWL ein Thema gewesen und nicht speziell im IAB, aber es wurde einfach sehr deutlich dass wir da auch was tun müssen.
00:59:20: Und der Wunsch besteht und es ist einfach sehr wichtig wenn in diesem Kontext du bist als Vorgesetzter, als Professor also Abteilungsleiter Wenn du dann auch noch gleichzeitig für die Qualifizierungsarbeit zuständig bist, wie das im Wissenschaftssystem ist.
00:59:40: Da gibt es leider zu viele Situationen wo Sexismus, sexuelle Belästigung passieren kann.
00:59:48: Ich glaube jetzt nicht dass das Problem im IAB größer ist als anderswo aber wir haben das angegangen.
00:59:56: Es ist mir auch persönlichen Anliegen gewesen weil ich das unmöglich finde wenn da Dinge passieren und die unter den Teppich gekehrt werden.
01:00:09: Und deswegen habe ich entschieden, dass das eine Pflichtmaßnahme oder was heißt?
01:00:13: Wir haben entschieden, wir machen es zu einer Pflicht-Maßnahme.
01:00:18: Das ist das Schöne in der Behörde!
01:00:21: Nein, danke dafür.
01:00:23: Und noch mal als Take-Away ... Man muss nicht denken, dass man ein besonders großes Problem hat.
01:00:29: Es ist präventiv absolut notwendig und nicht auch dann, wenn es aufkommt.
01:00:35: Auch von daher fand ich das wirklich vorbildhaft.
01:00:39: Es müssen ja keine Behörden sein, die das nachmachen, sondern Schiffinnen und Schiffs können da durchaus mal eure Grad zeigen.
01:00:46: Vielen Dank!
01:00:49: Vielen Dank für das Gespräch, für die Offenheit.
01:00:53: Wir halten ja immer mal Take-Aways fest.
01:00:55: Für mich war schon ein Punkt, dass es für wer immer in irgendeiner Situation einen Umgang mit Kindern und jungen Menschen ist.
01:01:01: Dass es gut ist zu schauen, wo kann man den wichtigen Pulse geben?
01:01:04: Ganz unabhängig davon was die Elternhäuser mitgeben.
01:01:09: Das ist auf jeden Fall ... hat offensichtlich bei deinem Weg geholfen weil die soziale, ja das Einkommen und der Hintergrund der Eltern ist oft immer noch ganz entscheidend.
01:01:22: Und da gibt es viel zu tun.
01:01:24: Das würde ich auch sagen also an alle Türöffnerinnen und Türöffne, die uns zuhören, es lohnt sich die Türen zu öffnen und den jungen Leuten oder auch den älteren Leuten dann Chancen zu geben, die sie ohne kleine Hilfestellung nicht hätten.
01:01:41: Danke nochmal!
01:01:45: Der Sprung ins kalte Wasser wird produziert von mir, Jan Wetzel.
01:01:49: Das Sounddesign kam von Bonnie Stolf.
01:01:51: Abonnieren könnt ihr den Podcast auf den üblichen Plattformen mit Video auch auf YouTube.
01:01:56: Folgt uns und hinterlasst uns doch gerne eine gute Bewertung!
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