Kevin Kühnert: Vom Juso-Rebell ins SPD-Machtzentrum und zur Finanzwende
Shownotes
„Lieber nicht regieren als falsch regieren.“ Mit diesem Satz lässt Christian Lindner Ende 2017 die Koalitionsverhandlungen platzen. Die SPD soll wieder regieren. Kurz darauf wird Kevin Kühnert Juso-Vorsitzender, stellt sich gegen die Große Koalition und muss plötzlich schwimmen.
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00:00:01: Lieber nicht regieren, als falsch regieren.
00:00:04: Mit diesem Satz lässt Christian Lindner Ende of the year die Koalitionsverhandlungen platzen.
00:00:09: Die SPD soll wieder regieren!
00:00:12: Kurz darauf wird unser Gast.
00:00:13: Josef Vorsitzender stellt sich gegen die Große Koalition und muss plötzlich schwimmen.
00:00:22: Der Sprung ins kalte Wasser mit Jutta Almendinger und Katja Kipping heute zu Gast.
00:00:29: Kevin Kühnert
00:00:31: liebe Katja Hallöchen, schön dich wieder zu sehen.
00:00:34: Was ist denn bei dir so passiert?
00:00:37: Also ganz oft wird ja darüber geredet wo überall eingespart werden soll vonseiten der Regierung und wundersamerweise geht der Blick nicht in den Bereich den Finanzwende bearbeitet sondern der Blick geht eher in Richtung Arbeit für Menschen mit Behinderungen soziale usw.
00:00:54: Und wir hatten jetzt beim paritätischen Gesamtverband die Situation das wir nicht offiziell Inoffiziell kann ich jetzt aus Quellenschutz nicht weiter ins Detail gehen, eine Liste bekommen haben.
00:01:06: Einhundert sechs Seiten mit ganz konkreten Vorschlägen zur Kürzung bei der Arbeit von Mitmenschen...
00:01:12: Einhunderte?
00:01:13: Einhundred sechs Seiten Kürzungsvorschläge im Bereich Kinder- und Jugendhilfe beim Unterhaltsvorschuss und in der Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung Und wir haben uns dann entschieden die öffentlich zu machen.
00:01:26: Wir haben sie auch nicht vertrauenshoffende Regierung bekommen sondern wir haben sie offiziell bekommen Und uns war wichtig, weil das Jahr hunderttausende Millionen Menschen im Land betrifft.
00:01:34: Dass sie davon erfahren und es war ganz schön aufregend was wir danach an Rückmeldung bekommen haben und auch wie das Menschen aufwüllt.
00:01:42: Und bei dir so?
00:01:43: So etwas wie politische Wirksamkeit.
00:01:46: ja mich beschäftigt im Moment tatsächlich etwas was jetzt zweimal in kürzester Zeit passiert ist.
00:01:51: einmal zu der Rede zum ersten Mai.
00:01:53: da war ich in Mainz bei dem Bistum deutlich angelegt.
00:02:00: Allerdings nicht fauchen, so etwas tue ich ja nicht.
00:02:03: aber es kamen dann dennoch zwei Medizinstudenten hinterher zu mir ansackten eigentlich war das unnötig.
00:02:09: wir hören genügend Krawalle und es wäre doch eigentlich ganz nett gewesen zunächst mal die Grundlinien der Gemeinsamkeit auszuarbeiten bevor man in diesen öffentlichen Konflikt in den offenen geht.
00:02:23: Wenige Tage später sparre ich mit Kevin Kühnet unserem Gast heute und sagte in Vorbereitung zu der Republik, wo wir immerhin eine ganze Stunde haben.
00:02:34: Und ich freue mich sehr darauf!
00:02:36: Also sag mal was sind denn so die Trennungslinien?
00:02:39: wenn wir da über die ganze Frage von Polarisierung und Vermögen?
00:02:44: Bist du dann der Gutgeier oder der Betger?
00:02:46: Dann sage ich es macht mir auch überhaupt nichts aus Kevin bad guy zu sein und er dann in einer absoluten Ruhe es war so ein Zoom-Meeting sagte, also was ist das denn?
00:02:56: Also wir können doch einfach mal gemeinsam uns überlegen wie es mit der Vermögensverteilung der Einkommensverteilungen und KI und solchen Ungleichheiten aussehen.
00:03:07: Warum braucht es da gut and bad?
00:03:09: Und das passte genau zu diesem Bistum zusammen zum Denken gegeben.
00:03:16: Ich bin damit noch nicht durch, wie man eigentlich solche politischen Diskurse führt und damit höre ich auch auf bevor ich eben Monologe halte und stelle Kevin Kühnert vor, den man eigentlich nicht vorstellen muss ein junger Mann meiner Seite.
00:03:31: Man ist halt neunundachtzig geboren, Juuso Bundesvorsitzender zwei siebzehn dann stellvertretende SPD-Vorsitzenden Generalsekretär bis zwanzig vierundzwanzig auch Abgeordneter des Deutschen Bundestages.
00:03:50: Jetzt Leiter der – das weiß ich gar nicht, wie er das ausdrücken würde?
00:03:54: Ich sage immer Bürgerbewegung, Finanzwende seit dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig bekannt durch vieles und durch dieses No-Croco.
00:04:04: Und also insbesondere so in der Generation, ich erzähle ja viel gerne biografisches.
00:04:10: So eine Projektionsfläche meines Sohnes und der Generation der fourneinzig fünf neunzig geborenen.
00:04:20: Wenn ich dann sagte Philip was ist denn eigentlich cool an Kevin?
00:04:23: Dann sagt er immer naja Der wirkt nicht so peinlich jugendlich.
00:04:28: Also die meisten, die wollen zu jugendlichen Wirken aber er wirkt auf eine unpeinliche Art Jugendlich.
00:04:34: und dann kam immer ja der ist wenigstens auch einer dem man was glaubt so dieses Authentizistings Und Dann hat ihn beeindruckt als Mediziner dass er So ne Rhetorik hat Die Man Offensichtlich Als Medizine Nicht Hat.
00:04:50: das war also so und ich glaube da steht mein zohlen wirklich so Für eine ganze Generation, die jetzt auch blutet.
00:04:57: Weil es Kevin in der Politik so nicht mehr gibt und weil man Finanzwende sogar nicht kennt.
00:05:02: Und mit dieser kleinen Einleitung kommen wir zu der eigentlichen Frage des heutigen Tages und des Podcasts nämlich... Der Sprung hat er schon stattgefunden.
00:05:12: Bereitet man sich gerade auf diesen Sprung vor?
00:05:15: Ist das lau ist kaltes heißes Wasser?
00:05:18: Das sind wir jetzt richtig gespannt!
00:05:20: Ja vielen Dank erstmal für die Einladung.
00:05:24: Sehr gerne und ja ich habe mir tatsächlich erlaubt, ein bisschen mit Spontanität jetzt in diesen Moment reinzugehen.
00:05:32: Und das so ein bisschen kommen zu lassen was sich eigentlich als diesen Sprung werte.
00:05:36: für mich war klar es muss einer in der Vergangenheit sein weil das sind die Situationen die ich wirklich jetzt auch analysieren und bewerten kann.
00:05:45: Und es ist, und Jutta du bist im Prinzip auch schon darauf eingegangen.
00:05:50: Ich würde sagen das ist wirklich die Anfangsphase als Juuso-Vorsitzender gewesen.
00:05:55: Das war der eigentliche Sprung weil... Na ja was ist ein Sprung?
00:06:00: Also eine sehr ne sehr... Wirklich auch Ne Ortsveränderung von einem Ort zum... Anderen, es trägt ein ganzes Stück und dann kommt was Neues.
00:06:10: Und da war die Distanz eigentlich am größten zwischen meinem Leben auch wie es vorher gewesen ist... ...und wir es sich dann binnen zwei drei Monaten entwickelt hatte weil ich bin ja an einem Freitag im November twohntausend siebzehn gewählt worden fünf Tage nachdem Christian Lindner in einer dunklen Nacht hier in Berlin wenige Steinwürfe entfernt an der Landesvertretung Baden-Württemberg mit seiner Mäute vor die Presse trat und verkündete, es sei besser nicht zu regieren als falsch zu regiern.
00:06:42: Und plötzlich wurde aus der Gewissheit das will jetzt eine Jamaika Koalition bekommen gegen alle Augen zur SPD rüber und mit der Frage machen wir wieder große Koalition!
00:06:51: Und plötzlich waren wir mitten in dieser Debatte drin und ich, der ich kurz zuvor dachte Naja, gut.
00:06:57: Ich werde jetzt halt Vorsitzender der Jugendorganisation von der größten Oppositionspartei und hin- und wieder wird meine Zeitung anfragen nach einem Zitat war so plötzlich mitten im Zentrum dieser Diskussion und musste dann schwimmen weil es ging ja gar nicht anders.
00:07:11: Spannend!
00:07:12: Du bist nicht der oder die erste Juso-Vorsitzende bei uns ne?
00:07:16: Wir hatten auch schon Andrea Nahles zu Gast für die war auch Die Entscheidung juso-vorsitzenden zu werden auch einen ganz zentraler Sprunk.
00:07:23: Das kam auch hier, ich hatte was anderes erwartet.
00:07:26: Aber da kam tatsächlich der Jusoforsitz.
00:07:30: Du hast uns schon ein bisschen mit reingenommen in die Situation vielleicht noch mal bevor Christian Lindner übrigens scheint es da ja einen Muster zu geben bei ihm aber vor Christian Lindler damit seiner Meute vor die Kameras getreten ist.
00:07:45: Was lief also?
00:07:46: wie lief das dass du dich entschieden hast als jusservorsitzender zu kandidieren?
00:07:50: Zu dem Zeitpunkt zwölf Jahre aktiv bei den Usus.
00:07:55: Ich bin im Jahr zwei tausend fünf eingetreten und bin insofern glaube ich auch ein ganz gutes Beispiel, um nochmal zu zeigen politisches Engagement startet fast ausschließlich und immer Im Ehrenamt.
00:08:08: also wenn man mit fünfzehn zu sowas hingeht, dann ist das so wie andere die zum Fußballtraining gehen oder zur Orchesterprobe oder ähnliches.
00:08:15: Man macht es weil das Teil der Freizeitgestaltung ist Wenn man da Freude daran hat und ein persönliches Interesse.
00:08:22: und so war's bei mir Auch, aber ich war auch nie in einer Form von Verantwortung abgeneigt.
00:08:28: Das heißt die habe ich früh dort begonnen zu übernehmen und hab so meine klassische Schrittfolge eigentlich gemacht vor Ort bei den Jusos in Berlin und dann bin ich irgendwann dort Vorsitzender gewesen und dann stellvertretender Juso-Bundesvorsitzender.
00:08:42: Und dann gibt es, Katja weißt du auch aus deiner aktiven Politikzeug noch.
00:08:47: Es gibt ab einem gewissen Punkt keine festgeschriebenen Gesetze wie im Vorfeld von einem Parteitag oder so irgendwann diese Entscheidungen gefällt werden sondern das sind informelle Mechanismen.
00:08:58: Es ist eine Art Führungsreserve wo irgendwie alle wissen da sind so drei vier Personen die kämen für sowas in Frage.
00:09:06: sie könnten jetzt den nächsten Schritt machen und irgendwann Sprechen ein Leute an, muss man sich selber überlegen.
00:09:12: Will ich das?
00:09:13: Betreibe ich das jetzt
00:09:14: aktiv?".
00:09:15: Und ich würde sagen es ist dann so im Sommer zwei, siebzehn also vier Monate vor der Entscheidung.
00:09:21: Das war in etwa der Moment da zeichnete es sich ab innerhalb der Jusos.
00:09:24: Da konnte ich dann so langsam mit dem Gedanken schwanger gehen dass das jetzt demnächst passieren wird.
00:09:29: Was war der Sprung vor dem Sprung?
00:09:31: Also warum kein Fußball?
00:09:32: Warum kein Orchester?
00:09:34: Warum nicht was anderes?
00:09:37: Ich hab ganz lang Handball gespielt, viele Jahre.
00:09:41: Und habe es dann ein Stück weit auch für die Politik irgendwann sein gelassen weil Mannschaftssport neben vielen Vorteilen einfach einen großen Nachteil mit sich bringt.
00:09:49: er fordert eine hohe, hohes Commitment zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sein.
00:09:55: das erfordert blöderweise Politik auch und man musste zwischen diesen beiden Sachen entscheiden.
00:09:59: Aber würdest du sagen, dass es für dich einen bestimmten Zeitpunkt gab?
00:10:02: Wo du gesagt hast jetzt entscheide ich mich.
00:10:04: Ich werde irgendwie aktiver Politiker weil ich bin das ganz oft früher gefragt worden dann so bei Besucher kommen man haben sie sich denn entschieden politikerin
00:10:11: zu werden und ich
00:10:14: konnte das nie beantworten weil das hat sich doch ganz normal ergeben.
00:10:18: das war sozusagen wie ja lief auch gar nicht darauf hinaus.
00:10:22: also man entscheidet sich dann irgendwann mal was anderes nicht zu machen.
00:10:25: aber ich hätte das nie sagen können weil das
00:10:28: Ich
00:10:29: bin gespannt, ob es bei dir anders war.
00:10:31: Nee... Also der Schritt oder dass ich mich dann wirklich auch als Politiker bezeichne oder das zumindest nicht zurückgewiesen hätte ist eigentlich erst später gekommen.
00:10:43: weil also das was mir und früher auch Andrea Nahles passiert ist als Jusevorsitzender ist nicht der zwingende Normalfall.
00:10:50: Es gibt auch viele die waren Juse-Vorsitzende und werden jetzt nicht andauert auf der Straße erkannt.
00:10:56: Und da ist auch nicht eine politische professionelle Karriere unbedingt draus geworden, das ist kein Automatismus.
00:11:03: Das ist doch kein Job im eigentlichen Sinn sondern ein völlig ausuferndes Ehrenamt was man da inne hat.
00:11:11: Insofern war der Sprung... eigentlich mehr ein Schritt, der zum Sprung wurde ohne dass es geplant war.
00:11:17: Ich bin bewusst den Schritt gegangen zu sagen, ich gehe noch einen Schritt weiter in die Organisation wertvorsitzender aber das Distanz so groß ist nämlich diese Entscheidung für mich auch mit dem Verlust von Anonymität einher gegangen ist.
00:11:32: Also das bin drei, vier Monate und plötzlich das halbe Land mein Gesicht und meinen Namen kannte, dass meine Eltern mir berichtet haben, dass bei ihm zu Hause an der Tür irgendwelche Leute klingeln sich als Medienvertreter vorstellen und irgendwas über mich wissen wollen oder so.
00:11:45: Das habe ich natürlich nicht aktiv entschieden in dem Moment wo ich gesagt habe Ich kann die Idee auf dem Juso-Bundeskongress sondern das waren dann die Umstände unter denen das stattgefunden hat.
00:11:54: Dann bin ich jetzt doch wieder, ich komme ja in diesem Podcast immer in der Situation die biografische Horror zu sein.
00:12:01: Ich meinte tatsächlich was dazu geführt hat dass du die Politik als Ehrenamt wähltest und nicht weiter Handball spielst.
00:12:09: als fünfzehnjähriger also gab es da bestimmte politische Rahmenumstände.
00:12:14: oder sagtest er also da muss ich mich jetzt engagieren dann will ich mich engagieren.
00:12:18: Waren das irgendwelche Freundschaften, wo man dann so wie ich Latein gelernt habe über meine beste Freundin.
00:12:26: Was gab denn da den Ausschlag?
00:12:28: Ich glaube wenn man es abschichtet ist das ausschlaggebende Neugier gewesen weil mit fünfzehn war ich ja noch tief in meiner Schulzeit drin auch noch einige weitere Jahre und ich hab den Gang zu den Usus als etwas empfunden wie andere später den Beginn ihres Studiums beschreiben Die Öffnung in eine bislang unverschlossene Diskussions- und Debattenwelt hinein.
00:12:55: Mit Älteren plötzlich konfrontiert zu sein, die aus einem ganz anderen Hintergrund als dem meiner Mitschülerin und Mitschüler argumentieren.
00:13:02: Die andere Erfahrungen haben, die einen mit Thesen und Ideen konfrontieren, die man so im Schulunterricht bislangen nicht erlebt hatte.
00:13:10: Das ist für mich ein Blick über den Tellerrand einfach hinaus gewesen.
00:13:13: Ist meine
00:13:13: Neugierde auf dich selbst quasi?
00:13:16: Ja!
00:13:17: alles Spannendes diskutieren und denken kann.
00:13:20: Und natürlich auch kulturell, also auch jugendkulturell bietet sich in so einem Verband einfach noch mal was Neues.
00:13:28: man kommt plötzlich in der Welt von eher so Anfang-Mitte-Zwanzigjährigen rein obwohl man dann selber als Fünfzehnsechzehnjähriger.
00:13:37: dazwischen ist das natürlich auch ein spannender sozialer Aufstieg, den man da auf eine Art macht und den man auch genießt in diesem Alter.
00:13:48: Interessant!
00:13:49: Ich hab noch eine Frage dazu und dann erzähl mal warum du das total verstehst.
00:13:54: Nee dieses Gefühl mit was... Mit anderen und dadurch dann auch mit etwas größerem Verbunden zu sein.
00:14:01: Wir sind
00:14:01: ja auch mit der Handballmannschaft, dann wären die aufgestiegen und dann hätten sich ja auch.
00:14:07: das Handball ist ja auch etwas wo ganz unterschiedliche Kulturen deshalb ist er der Sport so toll aufeinander treffen.
00:14:14: Es ist natürlich altershomogene als dann in die Partei, das hat mir jetzt eingeläuchte dieses Alters und sich beweisen zu können und tatsächlich neue Welten zu erschließen auch neue Denkwelten zu erschliessen.
00:14:26: Ne Unantrafähigkeiten werden noch am abgefragt.
00:14:30: Natürlich erst beim Hochball.
00:14:31: Das hätte ja auch sein können dass es jetzt ein bestimmter historischer Anlass gegeben hätte oder ich würde mich wirklich dafür interessieren, ab wann du so gemerkt hast, dass ich benutze jetzt deinen Ausdruck zu einer Führungsresserve.
00:14:46: Gehörst du?
00:14:52: Ich denke spätestens eigentlich als sich Vorsitzender der Jusos in Berlin geworden bin.
00:14:58: Was in einem linken Jugendverband ist die Organisation in der Hauptstadt schon eine, die nicht ganz unwichtig ist von der Größe her auch was ein bisschen... eine Hegemonie-Möglichkeit in der Organisation angeht, also da gucken dann noch einfach viele hin.
00:15:13: Insofern waren wir sehr interessant und ich bin das relativ jung geworden, mit Anfang zwanzig und habe dann schon auch schnell gemerkt dass sich auch in diesem großen bundesweiten Verbund von USOS ne wichtige koordinierende Funktion übernommen habe dann auch maßgeblich mitentscheiden konnte, wer zu der Zeit bundesweit die Verantwortung hatte.
00:15:37: Und das sind einfach Sachen, die ... Die kann man nur bedingt lernen!
00:15:42: Hast
00:15:42: du das in Verstehen?
00:15:43: Also ich frage, weil als ich in den USA studiert habe, da wurde ich auch von meinen Kommilitonen damals klar, da hat man solche Spiele gemacht, wir machten mal Karriere und es waren zwei Leute und darunter war ich.
00:15:56: Das hat sich mir nie erschlossen.
00:15:58: Warum jetzt in diesem Ethepitätekreis die ausgerechnet auf mich kommen?
00:16:04: Hat sich dir das erschlossen, also wusstest du aha ich kann jetzt besser eben die Rhetorik angesprochen kommentieren.
00:16:12: Ich bin wahrscheinlich schneller oder gewandt kann unterschiedliche Felten zusammenziehen.
00:16:18: Also warum das so war?
00:16:20: ja doch das traue ich mir schon zu aus heutiger Sicht auch zu sagen dass es sicherlich Also ein gewisses Rhetorisches Talent einfach gewesen, da habe ich Glück gehabt bei der Talentverteilung.
00:16:31: Bei der Talent-Verteilung oder bei der Aneignung?
00:16:34: Beides und...
00:16:36: Ich höre jetzt auf danach zu freuen!
00:16:38: Das ist mein Lieblingsthema wie du weißt.
00:16:41: Und dann auch ein gewissen Talent dann auch Sachen zu organisieren und Menschen auch zu motivieren, sich zu engagieren.
00:16:52: Weil wir bewegen uns im Ehrenamtraum ist ja nicht mein Personal gewesen was ich da auf Projekte geschickt habe sondern es geht ja darum Mitgliedern Sinn Aufzuzeigen der sie intrinsisch motiviert zu sagen jawohl dafür möchte Ich mich einsetzen dafür möchte ich meine Zeit hergeben Dafür möchte ich Zu all diesen Treffen hingehen zu Demonstrationen und Ähnlichem Und das hat einfach gut damals funktioniert.
00:17:16: Und ja, dann sicherlich auch selber die Bereitschaft.
00:17:19: Auch viel Ressourcen da reinzugeben weil ab einem gewissen Punkt unterscheidet sich die Antwort auf die Frage wer macht eine Führungsaufgabe?
00:17:29: Auch danach ob man bereit ist zu sagen ja und dafür gebe ich jetzt noch ein Abend mehr in der Woche her und noch zwei Wochenend Seminare mehr, die ich bereit bin mitzu unterstützen.
00:17:39: und das war ich in aller Regel
00:17:41: Als du zum Usus-Vorsitzenden kandidiert ist, sah es danach aus, dass die SPD ein großer Oppositionspartei ist.
00:17:49: Dann kam alles anders und ihr musstet ja sehr schnell als Usus – du kannst frisch auch noch in diesen Amt ja quasi noch gar nicht in Routinen eingespielt entscheiden wie er euch dazu verhaltet.
00:18:03: Versuch doch mal diesen Entscheidungsprozess jetzt für Leute, die nicht so drinstecken nachvollziehbar zu machen.
00:18:09: Wie bist du das angegangen?
00:18:10: Hast Du eingeladen zu langen Pohnkontralisten oder wie läuft das ab?
00:18:17: Glücklicherweise hatten wir dafür gar nicht die Zeit, sowas zu machen.
00:18:21: also wenn heute wer auf diesen ersten drei Monate zurückgucken dann wird gerne von der Nogroko Kampagne gesprochen im Rückblick hatte, dass auch Züge einer Kampagne streng genommen war es das aber nicht.
00:18:32: Weil eine Kampanie beinhaltet üblicherweise auch eine planhafte Herangehensweise.
00:18:36: die konnte es gar nicht geben weil wir hatten ja bis wenige Tage vorher kein Wissen von der Situation die entsteht.
00:18:42: Das heißt wir haben vieles und das war gut aus Aus einer Mischung aus Intuition und natürlich nach Grundüberzeugungen die da gewesen ist entschieden.
00:18:54: Und uns war schnell klar also Sonntag auf Montag die Pressekonferenz von Lindner und dann war relativ schnell klar, der Plumstag landet bei der SPD.
00:19:04: Steinmeier hatte dann die SPD-Spitze ermahnt und dann gab es Gremiensitzungen und dann sah man wie sie langsam alle umfielen und sagten staatspolitische Verantwortung.
00:19:16: Es war auch alles noch kurz vor einem Parteitag der SPD Anfang Dezember mit Neuwahlen auch immer ganz schwierig.
00:19:22: Also ist sortiert es sich.
00:19:23: Und was wir wussten, unser Kongress der dann Freitag bis Sonntag danach stattfand das die erste bundesweite SPD-Veranstaltung danach bei der dann auch Martin Schulz damals
00:19:34: nach der Verkündung von Christian Lindner
00:19:37: genau Genau Das heißt Es war klar Wir sind Der Erste Ort An dem Auch So Für Die Mediale Bundesweite Öffentlichkeit Sich Jetzt Mal Zeigt Na Wie Guckt denn Die Parteibasis Eigentlich Darauf?
00:19:46: Machen Denn Die Mitglieder Diesen Swing Jetzt mit.
00:19:49: Und Martin Schulz kam als Parteivorsitzender, Andrea Nahles als ... Ich weiß gar nicht, glaub ich, dann ist sie noch Fraktionsvorsitzende damals gewesen.
00:19:59: Last damals als Generalsekretär.
00:20:01: also die kamen dann alle zu uns auch und der Arme.
00:20:03: Martin Schulzer war ganz krank von dem ganzen Wahlkampf und einmal danach kam mit vierzig Fieber zu uns nach Saarbrücken.
00:20:09: Und hat auch einen ganz schlechten Auftritt, hat diesen schlimmen Satz da gesagt ich strebe gar nichts an und so.
00:20:16: Wir haben es geschafft und das ist bei einer linken Jugendorganisation eigentlich fast ausgeschlossen.
00:20:21: wir haben es geschaffen einstimmige Resolution auf diesem JOSO-Bundeskongress aus dem Boden zu stampfen und zu beschließen dass wir in erneuten Gangen eine Koalition Ablehm, weil wir gesagt haben es gibt auch Alternativen dazu.
00:20:33: Man versündigt sich jetzt nicht an der Demokratie, es gibt andere Mehrheiten.
00:20:36: Du bist
00:20:36: schon beim User-Party.
00:20:37: trotzdem, musstest du ja als jene, die da kandidiert und dann nach dem User des User-Kongress vorbereitet hat eine Entscheidung treffen?
00:20:46: Kannst du nochmal transparent machen wie läuft das ab?
00:20:48: Hörst du auf dein Bauchgefühl und sagst okay so ist es und jetzt schlage ich das Anderen vor.
00:20:53: oder wie ist so ein Reflektionsprozess bei einer Führungskraft wie dir?
00:20:57: Na, dass wir nicht für einen Eintritt in eine große Koalition sind.
00:21:01: Da muss sich nichts analysieren und muss auch keine Rücksprache halten.
00:21:04: Das gehört dann zur DNA der Jusos in so einem Moment dazu.
00:21:07: Das hat doch nicht ernsthaft in einer Parteispitze jemand erwartet das.
00:21:10: die Jusas sagen ja das ist jetzt richtig aber wie generalstabsmäßig und umfassend wird es betreiben?
00:21:21: Überlegen und mir ist rund um diesen Kongress dann schnell bewusst geworden.
00:21:25: Also A, dass ich den absoluten Rückhalt nach innen habe.
00:21:28: Ich hatte am Freitag bei der Wahl zum Vorsitzenden irgendwie seventy-fünf Prozent oder so kriegt das es bei den Jusis sehr okay.
00:21:34: Aber ich hatte immer am selben Abend eine Stunde später hundert Prozent Zustimmung für die Resolution.
00:21:40: und das heißt, ich wusste wenn ich jetzt die nächsten drei Monate oder wie lang auch immer alle meine Energie in dieses Projekt reingebe dagegen zu oponieren und Alternativen aufzuzeigen dann habe ich den vollen Rückhalt meiner Organisation und muss mir keine Gedanken machen dass sie sagen hey wir haben dich aber für was anderes gewählt.
00:21:57: du sollst hier nicht die ganze Zeit rumrennen und der Bundespartei erzählen welche Koalition Sie machen soll oder nicht.
00:22:02: Und in diesem Bewusstsein habe ich dann mit Benny, meinem damaligen Pressesprecher, der mein Sparringspartner bei all dem gewesen ist.
00:22:13: Haben wir dann schnell gemerkt, jetzt gibt es ganz viele Veranstaltungsanfragen.
00:22:16: Alle wollten diskutieren und haben wir angefangen zuzusagen.
00:22:19: Da haben wir gemerkt das sind so viele Termine.
00:22:21: Wir müssen das in eine sinnvolle Reihenfolge bringen.
00:22:23: ich kann ja nicht irgendwie heute Flensburg morgen Freiburg das ergibt ja keinen Sinn.
00:22:26: So ist diese Tour entstanden.
00:22:28: Dann haben wir gesagt gut dann vermarkten uns ein bisschen machen wir nur GroKultur Da draus, die hat natürlich wiederum mediales Interesse geweckt.
00:22:35: Dann gab es Leute,
00:22:36: die wollten das... Ja,
00:22:39: man wollte Porträts drüber schreiben und informatete Spiegel TV.
00:22:43: Und letztlich leider muss man sagen warum hat alles so gut geklappt?
00:22:46: Ich glaube wir kamen auch sehr sympathisch einfach dabei rüber weil wir eine Stimmung, die in der SPD am Ende nicht eine Mehrheit hatte aber eine große Sympathie und außerhalb auch Weil wir die einzigen waren die dem Gesicht und Stimme gegeben haben.
00:23:00: Ich habe viele über Repräsentationen oder Nichtrepräsentation in Parteien in dieser Zeit gelernt, weil im Parteivorstand der SPD saßen... Manche die hatten mehr die Faust in der Tasche als andere.
00:23:11: aber im Wesentlichen saßen dort eigentlich nur Leute, die waren stimmberechtigt und haben gesagt ja wir müssen da jetzt reingehen.
00:23:17: Und dem stand eine Parteibasis und auch Wählerschaft gegenüber wo mindestens mal ein Drittel wenn nicht mehr gesagt haben ich sehe das überhaupt gar nicht einfach.
00:23:23: um wird es machen sollen.
00:23:25: und wenn dass dann in Talkshows auf Bühnen usw.. also das debattiert werden soll, dann muss jemand die Stimme für diese Position sein.
00:23:33: Ansonsten gibt es eine Schieflage in der Debatte.
00:23:37: War das da letztendlich ein stabilisierender Faktor?
00:23:40: Ja!
00:23:40: Für die Gesamtpartei?
00:23:41: Ja
00:23:42: ich glaube die SPD konnte im Nachhinein sehr dankbar sein dass das alles so stattgefunden hat.
00:23:48: Ich sehe das auch so, ich wollte nur sehen wie du ...
00:23:50: Und wir haben auch dann anfangs an den Zahlen gesehen können von den vielen tausend Menschen die ja dann auch eingetreten sind kurzfristig um Teil Mitgliederabstimmung zu sein.
00:23:59: Es sind die Allerwenigsten, nachdem sie verloren hatten wenn sie denn für ein Nein eingetreten waren wieder ausgetreten weil Sie gemerkt haben naja gut ich kann jetzt in der Demokratie nicht immer erwarten dass sich gewinne.
00:24:12: aber ich war Teil eines eines wahrlich Basis demokratischen Prozesses, bei dem man meine Meinung gefragt.
00:24:19: Bei denen ist sehr grundsätzliches miteinander diskutiert worden.
00:24:22: Bei dem hat die Parteispitze jetzt auch gemerkt mit welcher Erwartungshaltung sie eigentlich in diese Koalition geschickt wurde und das hat die Partei enorm belebt.
00:24:30: Fehlt es heute?
00:24:34: Ja, das kann man halt nicht am Reißbritt entwickeln.
00:24:36: Deswegen war mir das wichtig zu sagen, dass es nicht unser Genie gewesen wäre, dass wir das alles so geplant hätten sondern das Möglichkeitenfenster hat sich aufgetan durchgegangen.
00:24:47: Und auch viele von der anderen Seite sind sehr verantwortungsvoll damit umgegangen, ich erinnere mich an Diskussionen mit Leuten wie Thorsten Schäfer-Gümbel und anderen die dann auch, die sehr verantwortungsvoll auch die Gegenposition eingenommen und wirklich mal so eine Diskursbreite auch in einer Partei aufgezeigt haben.
00:25:05: das habe ich als sehr positiv empfunden.
00:25:07: Und als denn das Mitgliederverfahren durch war und das Ergebnis das ja ein bisschen eher gewusst bevor es an die Presse ging Hast du es als eine Niederlage empfunden.
00:25:16: oder war's eher so, das ist ein Gefühl von, es ist ja ganz beachtlich was wir erreicht haben?
00:25:24: Ich habe es schon als ne Niederlager empfundet.
00:25:26: Also ich hatte eher damit gerechnet.
00:25:29: also so gut kenne oder kannte ich die SPD natürlich auch.
00:25:35: aber wenn man so viel Energie da reinsteckt dann wollte ich schon auch dass wir uns durchsetzen.
00:25:42: Aber ich war sicher, dass es eine nachhaltige Veränderung mit sich gebracht hatte.
00:25:48: Deswegen war's nicht vergebens und das hat uns mit dem Aufwand versöhnt, den wir vorher betrieben
00:25:54: hatten.".
00:26:03: Ich verstehe das schon, dass es die Rahmenbedingungen braucht.
00:26:06: Auf der anderen Seite wenn uns im Moment irgendetwas fehlen dann ist das genau das was du sagtest sind Leute die Sinn aufzeigen für andere die andere motivieren ihre eigene Zeit rein zu geben die sie motivieren sich zu engagieren.
00:26:25: Muss man jetzt wirklich warten?
00:26:27: Und wenn man warten muss, bis solche Rahmenbedingungen dann in anderer Art sich wieder ergeben.
00:26:32: Was könnten das denn für Rahmenbedigungen sein?
00:26:34: Weil das ist ja genau das Übel, welches wir im Moment zumindest bei den größeren Volksparteien – es kann man so auch nicht mehr bei demokratischen Parteien sage ich jetzt haben -, dass viel zu wenige Leute bereit sind, Zeit reinzugeben und Sinn zu sehen, sondern dass sie eben sehr stark mit Anhängerinnen und Wähler der AfD sind.
00:26:54: wie diese Sinnhaftigkeit, die Zeit und das Engagement eingeben.
00:26:57: Wenn ich im Osten Deutschlands bin, sehe ich es allen
00:27:00: talpen.".
00:27:03: Ja ... Ich weiß nicht, wie's euch geht?
00:27:05: Ich hab gerade noch mal reflektiert.
00:27:07: Das ist ja noch keine zehn Jahre her!
00:27:09: Es ist wie gestern, ne?
00:27:11: Aber wenn ich so die Rahmenbedingungen nochmal mir vergegenwärtige, wie sie damals vorgeherrscht haben... Das fühlt sich schon an wie eine andere Welt.
00:27:23: Die AfD war damals Frisch erstmals in den Deutschen Bundestag eingezogen, bei dieser Bundestagswahl.
00:27:32: Wir hatten mehrere Koalitionsoptionen im demokratischen Spektrum, die zur Verfügung gestanden haben.
00:27:41: Die großen Volksparteien, wie man sie so nennen wollte, da hatten noch deutlich mehr Mitglieder als heute haben, ehrlicherweise jetzt kenne ich nun nach den Zeiten als Generalsekretär auch die organisatorischen Rahmenbedingungen.
00:27:55: Die SPD hat sich damals Zeit genommen irgendwie drei große Bundesparteitage allein für diesen Prozess in wenigen Wochen abzuhalten.
00:28:03: Wir hatten ja nicht nur den im Dezember wo gewählt wurde und wo entschieden wurde naja wir gehen jetzt ins Sondierungsgespräche, wir haben dann einen Sonderpartei-Tag im Januar in Bonn gehabt, wo mit ganz knapper Mehrheit entschieden wurde das wirklich in die Koalitionsverhandlungen reingegangen wird, dann dieses Urwahlverfahren unter Beteiligung von so vielen Mitgliedern.
00:28:22: Ich finde auch alles in einem medialen Umfeld was schon modern war.
00:28:27: So Twitter hat damals, so hieß es ja noch, nur durchaus große Rolle gespielt aber ich hatte im Rückblick nicht den Eindruck dass das so von allen Seiten durch tausend Linsen betrachtet war wie heute.
00:28:40: also ich finde heute die Vorstellung dass eine Partei sich drei Monate Zeit nimmt, um mit sich einen internen Entwicklungsprozess zu machen und zu so einer Entscheidung zu kommen.
00:28:52: Ich kann mir das kaum noch
00:28:54: vorstellen.".
00:29:03: Früher hat es so schon das Gefühl klar, immer was man sagt als Politiker in einem führenden Amt kann irgendwo anders wiedergegeben werden.
00:29:10: Aber an der Regel war's so... Man ist am Stammtisch beim Bauernverband oder sozusagen.
00:29:15: überall spricht man ein bisschen anders und du sprichst eher zu den Leuten die da sind.
00:29:19: heute durch Social Media- und Echtzeitkommunikation kann alles was du sagst und was du manchmal aufs Publikum mitten Augen zwingen und irgendwas sagst rausgenommen werden und dann aus dem Kontext herausgelöst öffentlich
00:29:30: usw.,
00:29:31: also so manche Aussage ja auch Bärbel Barst beim User-Kongress getroffen hat.
00:29:35: Das hat man mal zu einem Publikum gesagt, jetzt nicht im Sinne von die Sprechen mit gespaltenen Zungen aber man lässt sich halt darauf ein... es ist ja auch ein bisschen in Dialog wenn du eine Rede
00:29:45: hättest
00:29:46: und das ist
00:29:46: total,
00:29:48: jeder Satz den man sagt muss daraufhin geprüft werden wie kommt der an oder?
00:29:53: Muss man nicht machen, aber dann kann es halt passieren, dass der aus dem Kontext rausgelöst groß aufgezogen wird und alle zu diesem Satz reden ohne überhaupt die ganze Rede gesehen haben.
00:30:00: Und das macht was!
00:30:02: Ich glaube auch, dass ein bisschen Substanz- und Ernsthaftigkeit wegnimmt... ...und das ist schon noch ein Problem dazu.
00:30:10: Hast du?
00:30:11: Weil im Jahr zwei Tausend Siebzen war ja noch... Da fing das an bei dir.
00:30:14: Dann waren diese drei Monate die spannende Zeit, da ging das weiter.
00:30:18: Es gab die nächsten großen Entscheidungen bei der SPD, nämlich wer wird vorsitzender?
00:30:22: Da habt ihr euch erst Jusos ja eingebracht, war ganz erfolgreich damals mit eurer Wahlentscheidung.
00:30:28: Das muss man ja nochmal sagen, ihr hattet da mal Norbert Walder-Boyans und Saskia Esken unterstützt.
00:30:34: Diesen ist dann auch geworden, ein Erfolgserlebnis für euch?
00:30:38: Unbedingt!
00:30:38: Ja... um es historisch nicht auszulassen erstmal wurde noch Andrea Nahles Partei Vorsitzende.
00:30:45: das war sie jetzt zum Zeitpunkt der Nogroco Kampagne noch nicht.
00:30:50: Sie wurde es dann auch erst in einer Kampfkandidatur auf dem Parteitag gegen Simone Lange, damalige Oberbürgermeisterin von Flensburg und blieb leider kommen... Wie
00:31:00: ganz so BSW gegangen ist?
00:31:01: Ja ja, das ist alles sehr wild!
00:31:05: Und ein knappes Jahr später war dann Europawahl im Mai-Mai-Zw.A.
00:31:10: ganz schlechtes Ergebnis und danach ist Andrea zurückgetreten.
00:31:14: und dann hatten wir diese Wage um.
00:31:16: Phase diese sehr lange mit vielen Pärchen, die sich beworben haben um den Vorsitz.
00:31:20: Und es hatte ja ein bisschen Anlauf gebraucht bis wir als Jusos dann auch identifiziert hatten wer also wo es inhaltlich stimmt, wo wir das zutrauen haben dass es auch wenn man gewählt würde funktioniert und dass eine Mehrheit zustande
00:31:33: kommt.
00:31:33: Da gab's Leute, die wollten, dass du ins Rennen gehst?
00:31:36: Ja!
00:31:36: Das ist ja ein Sprung, den du nicht gemacht hast.
00:31:38: Wachst du uns sagen warum du diesen Sprung nicht gemacht?
00:31:43: Ja, es ist einfach eine kritische Selbstbefragung die ich dann.
00:31:47: gemacht habe.
00:31:48: also die muss man sich ja wirklich ganz persönlich stellen diese frage selbst wenn alles wenn aller einem die unterstützungen versichern und sagen uns super und wir sind dabei und ich helfe und ich rufe auf und so.
00:31:59: aber am ende geht das nicht nur um eine Kampagne zu machen sondern du machst sie ja um dann auch gewählt zu werden Und dann musst du dich fragen, so.
00:32:05: Dann ist irgendwann der Konfetti-Regen verflogen und das scheinbar verlicht es weg... ...und dann hast du diese Verantwortung!
00:32:11: Und sollst diesen Laden zusammenhalten?
00:32:13: Eine Regierungspartei die in einer Regierung ist,... ...der du selber gar nicht angehörst.
00:32:19: Du sitzt nicht mal im Deutschen Bundestag drin und so.
00:32:22: Das fand ich alles schräg, die Vorstellung das sein zu sollen.
00:32:30: Was war denn da so anders im Vergleich zu Term-Uso-Vorsitz?
00:32:35: war das nicht eine logische Weiterentwicklung?
00:32:39: und jetzt noch mal diese Resserve hoffnungsdreh.
00:32:44: Aber
00:32:44: es wäre viel zu schnell gewesen, alles was wir eben besprochen haben, meine Wahl zum Josef Vorsitzenden in der GroKo-Kampagne war anderthalb Jahre her.
00:32:54: vorher kannte mich kein Mensch auch in dieser Partei.
00:32:57: Das wollen wir ja gerade rausfinden.
00:32:58: also es kam dir so schnell vor zu beschleunigen?
00:33:02: Ja, absolut.
00:33:03: Also
00:33:03: ich fand so, dass das sagt es eigentlich bin ich dafür noch nicht fertig?
00:33:08: Ja und die Bundespartei hat auch eine andere Funktion als eine Jugendorganisation.
00:33:11: Ich fand ihn nach Regierung.
00:33:13: Genau eine Jugend-Organisation tritt erstmal gar nicht bei einer Wahl an also per Definition bewirbt sie sich gar nicht darum quasi im Sinne einer Volkspartei fürs große Ganze und auch für alles womit man lebenswärtlich selber vielleicht gar nicht so zu tun hat Verantwortung zu übernehmen.
00:33:31: Insofern passt das schon mal einfach nicht.
00:33:34: Und natürlich ist die SPD dann auch als Partei in ihrer Mitgliedschaft noch einmal viel komplexer, als es jetzt ihre Jugendorganisationen ist, die allein schon durch den Faktor Alter homogener aufgestellt ist als so eine bundesweite Partei mit ihren Regionalaspekten und ihren Altersverwerfung und allem was da dazugehört... Glaub ich auch, wenn nur Senioritätsprinzip bringt einen auch nicht weiter.
00:34:02: Aber man muss schon überlegen, wenn es so ein heftigen Bruch in der Partei gibt und die Antwort ist dann dass jemand, der auf all diesen Ebenen noch nicht tätig gewesen ist das anleiten soll?
00:34:13: Das schien mir also nur auf einer Euphorie oder Sympathie Welle da rein zu surfen.
00:34:21: von diesem Gefühl habe ich mich nicht verführen lassen, würde ich mal sagen.
00:34:24: Also es war nicht die Angst des Scheiterns also die Angst denn dass du mit dem Pärchen da nicht gewählt werden würdest sondern tatsächlich die realistische Chance das man dann das Amt plötzlich hat und Dann ist einfach ein Tick zu schnell zu viel wird
00:34:43: Ja und dass sich auch glaubte an einer anderen Stelle einen sinnvolleren Beitrag leisten zu können.
00:34:48: Ich hab ja nicht gesagt um Gottes Willen Wir haben ja schon signalisiert, wir wollen Teil dieser Neuaufstellung der SPD werden.
00:34:59: Ich bin dann am Ende auch Stellvertreter von den beiden geworden und es hat ... hat ja auch inhaltlich dann wirklich Verschiebungen der Parteispitze gegeben.
00:35:07: Der Parteitag, auf dem die beiden formal bestätigt wurden war der, auf den die SPD ihr neues Sozialstaatskonzept damals beschlossen hatte und das erste Mal es nach fünfzehn Jahren geschafft hatte, die Hartz-IV-Diskussion mal in etwas Konstruktives nämlich was denn stattdessen eigentlich kommen soll weiter zu lenken?
00:35:25: Und das waren Beiträge, die stehen für sich und die hatten einen Wert unabhängig davon wer am Ende irgendein Amt.
00:35:33: dass es dann auch noch geklappt hat, dass die beiden auch noch gewählt worden sind.
00:35:36: Umso besser!
00:35:37: Das haben wir aber erst am Ende gemerkt... Von diesem Parteitag
00:35:41: der ist sehr schön dokumentiert weil's gibt ja eine Dokumentation über Kevin und ich hab den natürlich gesehen und mitgefiebert.
00:35:49: und vor allen Dingen weil da die Sanktionsfreiheit, da kommt doch Franziska Drosel vor und ich fühlte mich erinnert an Papiere, die wir beide gemeinsam zur Sanktsionsfreiheitskritik des ganzen Sankzionssystems bei Hartz IV geschrieben hatten Merkte wie so ein Ringen um die einzelnen Sätze, und das war sehr beeindruckend.
00:36:03: Und toll!
00:36:04: Und noch schöner war es am Ende, dass tatsächlich auch in paar Verbesserungen – reichte mir alles nicht aus, aber schon im Bereich Sozialgesetzbuch II mündete.
00:36:14: Und wenige Jahre später ist es alles rückabgewickelt.
00:36:17: Das ist schon auch ein bisschen frustrierend, aber bevor wir so weit vorausspringen vielleicht noch mal ein bisschen vorgespult.
00:36:23: du wurdest dann stellvertreter dann hast ja nochmal in der partei nochmal mehr verantwortung übernommen.
00:36:30: So haben wir eine
00:36:31: wahl gewonnen dazwischen.
00:36:31: das
00:36:34: war doch was.
00:36:35: Ja.
00:36:36: und aber mit dieser Doku, worauf ich eigentlich hinauswollte wurde ja noch mal wahrscheinlich verschärft dieses dass du ein öffentliches Gesicht bin die Anonymität weg ist.
00:36:45: Vielleicht muss man nochmal verdeutlichen was das heißt wenn die Anonymität weg ist.
00:36:48: nicht nur das Journalisten bei den Eltern klingeln weil sie wie du das kennst man geht abends aussitzt an der Bar ist im Gespräch.
00:36:57: Ich muss gestehen, ich hab einmal aus lauter Nothilfe gesagt.
00:37:00: Nee, mit der wär ich sehr oft verwechselt, das bin ich aber nicht.
00:37:02: Weil ich gerade mit einer Freundin in einem wirklich Deep Talk war und ich dachte, ich habe jetzt null Nerven, also ich kann es nicht im Bürgerengespräch führen, außerdem waren die schon leicht angetrunken.
00:37:11: Und so, und ich musste das dann in die geschaffene Anonymität flichten.
00:37:15: Aber das heißt ja auch ... Du hast ja jede Menge... Also du warst durch diese Doku überhaupt so sehr präsent?
00:37:21: Und jeder hatte wahrscheinlich eine Meinung zu dir, weil der auch stark profiliert.
00:37:27: Ja, vielleicht nochmal.
00:37:29: Das stelle ich jetzt eine Frage davor.
00:37:32: Warum diese Doku?
00:37:33: Du hast deine ... von dir aus, ja das mache ich.
00:37:40: Also es war ja klar dass das da noch mal auf ein anderes Level heben werden würde.
00:37:46: Katja, ich hab mir deine Frage gemerkt.
00:37:47: Die schießt ja
00:37:47: auch an, die ist absolut chronologisch.
00:37:50: Nee
00:37:50: total!
00:37:53: Die Zusage für die Doku habe aufklarerischen Willen gemacht.
00:37:58: Der Wahlkampf, zwei Tausend siebzehn mit Martin Schulz als Kanzlerkandidat hatte ja neben allem was politisch passierte oder auch nicht gelangen ein ganz bemerkenswertes Nebenprodukt nämlich das Buch von Markus Feldenkirchen über Martin Schulzwahlkampf der ihn da über Monate begleiten durfte auch hinter den Kulissen die Schuldstory genau und ich habe bis heute große Bewunderung für Martin dass er das zugelassen hat Weil ich glaube, dass es ein wichtiger Einblick in diesen Betrieb ist.
00:38:29: Einerseits um zu zeigen wie hart das sein kann aber auch und zur Demystifizierung beizutragen weil vieles gar nicht so House of Cards und bling-blinge ist wie Leute sich das vorstellen sondern sehr bodenständig manchmal traurig boden ständig auf einer Art Und Ich war immer überzeugt von diesem Ansatz und fand man muss viel mehr die Vorhänge öffnen und Licht reinlassen.
00:38:52: dabei genau Und wir wussten ja, als wir das mündlich verabredet haben der zuständige Mitarbeiter beim NDR und ich.
00:39:01: Wir haben nix aufgesetzt oder so.
00:39:03: ne?
00:39:03: Wir haben das müntelig vereinbart und hatten eigentlich nur zwei Regeln.
00:39:06: Erstens die Kamera darf überall hin solange bis jemand sagt sie geht jetzt raus hier nicht, haben wir fast nie gemacht.
00:39:14: Und zweitens am Tag selbst oder am Tag danach kann man sagen hey dass was ihr vorhin aufgenommen habt es bitte nicht verwenden aber nicht mehr ein halbes Jahr später.
00:39:23: Es sollte kein Werbevideo werden, sondern ich musste auch dort springen und sagen, dass es am Ende ein Stück weit eine Erfolgsgeschichte abbildet.
00:39:34: Mit einem Wahlsieg war ja nicht absehbar, hat alles vollkommen anders kommen
00:39:39: können.".
00:39:40: Und wir wussten noch nicht, dass es ne sechsteilige Serie wird.
00:39:42: Das war mal geplant als so'n fünfundvierzig Minuten-Dinge irgendwie am Abend im dritten Programm und irgendwann ... weil die Verabredung war, Veröffentlichungen nach der nächsten Bundestagswahl.
00:39:52: Und das hatten wir im Herbst, zwei tausend achtzehn miteinander besprochen und ehrlicherweise haben damals nicht alle darauf gesetzt, dass diese Wahlperiode planmäßig noch zu Ende gehen wird.
00:40:00: Gingen sie dann aber?
00:40:01: Und insofern kam viel Material zustande!
00:40:04: Und es war spannend genug um daraus wirklich so ein Sechsteiler... Hast
00:40:07: du dir das mal selbst
00:40:08: angeschaut?!
00:40:09: Ich war bei der Premiere dann von dem Ganzen kurz nach der Bundestagswahl.
00:40:13: Da wurden drei von sechs Folgen gezeigt, das hat mir echt schon körperliches Unbehagen bereitet weil es glaube ich gibt vielen so sich selber die ganze Zeit anzusehen.
00:40:22: Ganz schlimm und deswegen habe ich's nie ganz angesehen.
00:40:29: Ich muss ein Funfact einsteuern.
00:40:30: Ich weiß, da sind ja manchmal auch, weil du bist damals auch Regierungsmitgliedern und so weiter begegnet, dass teilweise die Regierung den Link zu der DOKO geschickt bekommen mit dem Hinweis in welchen Minuten sie da drin sind.
00:40:43: also es war so der Minister ist in der Doko von Kevin zu sehen ab Minute so und das wurde ihm dann zugelassen.
00:40:50: Es war echt eine Nummer im politischen Berlin.
00:40:52: diese DOKOs kann man sagen Jetzt noch mal was hat die mit deinem Privatleben gemacht, fehlende Anonymität?
00:40:58: Konnte überhaupt noch in eine Kneipe gehen.
00:41:01: Ja schon aber es ist eben verändert.
00:41:04: also ich glaube Sagt das jetzt nicht immer wieder Bedeutung zu unterstreichen sondern einfach der Bekanntheitsgrad lag irgendwann bei Spiegelmistes regelmäßig bei ungefähr siebzig-achtzig Prozent.
00:41:16: Das heißt jetzt nicht dass so viele einen wirklich auch auf der Straße erkennen Aber können irgendwas wahlweise mit dem Gesicht mit dem Namen oder beides anfangen und das ist schon extrem hoher wert gerade auch in der politik.
00:41:28: Und ja, hat letztlich dazu geführt.
00:41:31: also eigentlich kann man sagen überall wo deutschsprachige menschen unterwegs sind musste ich davon ausgehen erkannt zu werden genau wie du es beschreibst dass dann immer auch anlass für Gespräche, was ja eigentlich toll ist.
00:41:45: Also jetzt mal ...
00:41:46: Fast immer!
00:41:47: Genau.
00:41:48: Es kann so bunt wie das Leben halt ist aber grundsätzlich ist es ja toll dass man für das, was man arbeitet ständig Rückmeldung bekommt.
00:41:55: In jeder Talkshow wo man sitzt trifft man nächsten Tag zwanzig Leute die's gesehen haben und die einem sagen Das fand ich gut, das fand ich schlecht, ziehen sie doch mal ein grünes Sacco an oder irgend sowas.
00:42:05: also man kriegt einfach tausend Rückmeltungen und das ist auf so eine Art schön.
00:42:11: Man kann eben das bekannte Gesicht nicht nach Feierabend ausziehen.
00:42:14: Es begleitet einen auch im Urlaub, in der Kneipe beim Feiern gehen mit Freunden.
00:42:20: es ist überall mit dabei.
00:42:21: Niemals
00:42:21: beruht über die Ampel gehen?
00:42:23: Ja
00:42:23: natürlich!
00:42:24: Na klar in meinem Freundeskreis sind dann Sachen gewesen wo ich sagen muss sorry dass... Muss ich mich jetzt ein bisschen anders verhalten, als ich das in der Vergangenheit getan habe?
00:42:33: Und der Freundeskreis musste sich auch an das walten.
00:42:35: Ich meine es hat natürlich immer auf die eigenen sozialen Netzwerke einen unglaublichen Einfluss.
00:42:40: Das ist nicht nur was ihn berührt, sondern auch seine Eltern.
00:42:47: Man hat ja auch Verantwortung für andere.
00:42:49: Das finde ich so ein Aspekt, der oft ausgeblendet wird.
00:42:54: Und es ist Anlass für Reibung.
00:42:55: Das darf man natürlich auch nicht vergessen, das macht einen Unterschied ob man als Schauspieler bekannt ist und einfach gesagt wird Mensch sie mal hier zu treffen sonst sehe ich immer ihre Filme und Serien.
00:43:05: oder ob man für letztlich seine politische Überzeugung bekannt ist weil alle die einen kennen kennen den Namen mit Klammer auf SPD-Klammer zu.
00:43:13: also man isst verortet und Leute haben dazu Eine Haltung.
00:43:17: Und gehen wir jetzt mal von dem positiveren Fall in dieser Zeit aus, dass die SPD zum gewissen Zeitpunkt... ...fünfundzwanzig Prozent Zustimmung hatte?
00:43:25: Das hieß drei von vier Wählerinnen und Wählern, die mir irgendwo öffentlich begegnet sind, hatten jetzt meine Partei nicht gewählt bei der letzten Wahl oder hatten es gerade nicht vor zu tun!
00:43:35: Jetzt waren sie deswegen nicht alle einem gegenüber aggressiv eingestellt.
00:43:38: aber es gibt schon auch Leute, die sagen ich finde deine Meinung nicht nur ist nicht meine sondern ich find' die richtig falsch Ich leh'n die ab Ganz schlimm und manche haben dann auch keinen Filter ein, sowas wissen zu lassen.
00:43:50: Hast du auch das einmal mit so einem Doppel gebracht?
00:43:52: Wie Katja gerade erzählte... Das war
00:43:54: eine Nothilfe.
00:43:55: Ja, ich frage mich nach der Nothilföhnnessin.
00:43:57: Ich hab's mich
00:43:58: nie getraut!
00:43:58: Ich habe oft gezuckt in diesen Momenten.
00:44:01: Also oft kommt diese Frage sind
00:44:02: sie es?
00:44:04: Ja, da ist doch mal ein bisschen komisch, weil ja also ich weiß nicht wen Sie denken wer ich bin aber vermutlich wirds das sein.
00:44:12: Und ja, die Versuchung war immer groß auch mal irgendwann zu sagen.
00:44:15: Nee, das ist mein Zwillingsbruder oder so aber...
00:44:18: Aber du hast es schon auch genossen, oder?
00:44:21: Ich hab's auch an vielen Stellen genossen, auf jeden Fall.
00:44:24: Also es wäre jetzt ganz komisches Kokettieren zu sagen, das ist alles immer nur belastend... Nein, nein!
00:44:29: Das ist ja auch Teil von Wirksamkeit gewesen oder?
00:44:32: Weil du konntest damit wirklich auch die Außenwirkung der SPD mitbringen nicht nur die Außenwirkungen.
00:44:37: Du hast ja dann auch Position gehabt, die nach internem Einfluss entfaltet haben.
00:44:42: Total.
00:44:43: Und natürlich, ich hab von Geschmunzelt Jutta also von deinem Sohn erzählt hast, weil das natürlich ein tolles Privileg.
00:44:50: in dem Laufe der Jahre sind viele auf mich zugekommen.
00:44:53: Es waren die schönsten Momente gewesen, die mir gesagt haben dass ihre Politisierung von mir mit angeschoben
00:44:59: wurde oder sich bei meinem Sohn leider sagt...
00:45:01: Oder so!
00:45:04: Nein, also ich meine als du nicht mehr da warst, ob das politische Interesse wächst.
00:45:07: Das wollte ich damit sagen.
00:45:08: Gut!
00:45:08: Das müssen dann andere jetzt wieder
00:45:09: wechseln.
00:45:10: Aber einfach zu wissen dass einem Leute sagen Ich habe den und den Beitrag oder die und die Diskussion gesehen Und es war Anlass für mich mich zu beschäftigen etwas zu lesen zu den Usus zu gehen was auch immer zu machen Toll, das war die unmittelbarste Wirksamkeit.
00:45:24: Weil sie brauchte keine Parlamentsmehrheit oder keine Beschlüsse, sondern ... Das war einfach meine unmittelbare Möglichkeit bei Menschen etwas zu kitzeln, was sie bewegt hat.
00:45:34: Übrigens genauso bei Leuten, die gesagt haben, ich find es Unsinn, was der erzählt und fang deshalb an mich zu engagieren.
00:45:40: Für ihn auch in Ordnung ist auch prima.
00:45:42: Ja?
00:45:42: Und was gab's denn so?
00:45:45: Orte der Erdung?
00:45:47: Also ich arbeite im Moment ja viel mit Volko Mos zusammen.
00:45:50: Der sagt, nein.
00:45:51: Er bleibt genau da wohnen wo er auch vor seiner Ministerzeit gewohnt hat.
00:45:57: Es ist ihm ganz wichtig keinen seiner ehemaligen Freunde zu verlieren.
00:46:01: Er fühlte sich für den neulichen im VW-Werk waren.
00:46:04: Also das ist seine Heimat
00:46:05: Das
00:46:06: merkt man auch richtig Wie er da... er blüht ja immer auf.
00:46:10: also insofern es ist nichts außergewöhnliches.
00:46:13: Aber dann nochmal so eine der bei sich war So sollte ich das bezeichnen Hast du auch solche Mechanismen gehabt?
00:46:21: Und er erzählt mir das in einer sehr ausdrucksstarken Art und Weise, dass er das auch braucht.
00:46:27: Und in dem Moment wo er nach Hannover umziehen würde... ...und nicht mehr da in seinem Kreis ist, dass es eigentlich für ihn der Anfang des Endes wäre.
00:46:36: Ja ich habe ja ganz lange noch bis hier im Bundestag gewählt worden meiner WG gewohnt in Berlin.
00:46:41: also das ist ja nun Der Ausdruck schlechthin von jetzt keine lebensweltlich irgendwie keine irren Sprünge gemacht und bin auch danach immer in meinem Berliner Kiez dann auch Mieter einfach geblieben, nicht als ein Statement oder so.
00:46:58: So spielt sich mein Leben seit über drei Jahrzehnten ab.
00:47:03: Und es gibt gar keinen Grund daran, irgendwas zu verändern?
00:47:05: Ich finde das ein wichtiges Take-Away, weil wir euch immer so take a ways haben und dass viele diese Notwendigkeit von sozialen Beziehungen auch wenn sie oft in der Welt rumziehen als ich war gestern mit einer ehemaligen Kollegin von mir essen die also jetzt überall auf der Welt ist so natürlich dann zackte Die Freunde bleiben dann immer zurück.
00:47:28: Ja, also man hat eigentlich gar kein langfristiges Leben mehr.
00:47:32: Sondern immer so ein Leben für zwei Jahre und dann mit neuen Freunden ... Die sind auch zu
00:47:37: kurz gekommen in den Jahren?
00:47:38: Das ist definitiv
00:47:39: so ja!
00:47:39: Und dieses ... sich dessen bewusst zu sein, dass man so eine Herkunft hat und die auch zu pflegen.
00:47:46: Das finde ich wichtig.
00:47:47: Mir würde ich auf jeden Fall unterschreiben...
00:47:50: Wenn ich noch eines kurz hinzufügen darf.
00:47:51: Ich habe immer ein bisschen darunter gelitten, dass es diese Vorstellung gibt, die Berliner Blase.
00:47:58: Nun spielt sich einfach die Bundespolitik nun mal in der Bundeshauptstadt ab.
00:48:03: Und die hat dann blöderweise immer die Zuschreibung, dass wer sich dort zu viel bewegt und nicht Zuhause ist.
00:48:09: Das meint dann immer irgendwo in der Fläche, wo auch immer ... Der wird komisch und abgehoben und hat mit einem normalen Leben nichts mehr zu tun.
00:48:17: Jetzt wohnen aber blöderweise in dieser Berliner Blase auch einfach vier Millionen Berlinerinnen und Berliner.
00:48:22: Ich bin halt einer davon.
00:48:23: Dieser Ort, wo die Bundespolitik stattfindet, Zu Hause.
00:48:28: Da wohne ich schon immer, da ist meine Familie, da sind meine Freunde ... Da ist meine Wohnung, die ich miete.
00:48:33: Da fahren die öffentlichen Verkehrsmittel, die Ich nutze.
00:48:36: und das war immer so ein komischer Spagat, dass ich meine größte Normalität dort erlebt habe, wo viele Menschen die geringste Normalität
00:48:48: vermuten.
00:48:48: Ja, das ist interessant.
00:48:50: Wir haben über vieles gesprochen, was du bewirkt hast.
00:48:53: Was du auch ausgelöst hast am positiven Reaktion oder auch vielleicht an Bewegung im politischen Raum und was du daran genossen hast.
00:49:01: Und doch gab es Sachen die du nicht genossen hattest.
00:49:03: Die führten ja irgendwann dazu dass du eine Entscheidung gezogen hast die erst mal... Also du hast ja schon davor reflektiert, nicht jeden Sprung der sich anbohrt genommen.
00:49:11: Du bist ja auch bewusst manchmal einen Sprungbrett vorbeigegangen.
00:49:14: Aber dann gab es so eine Situation wo du außerplanmäßig entschieden hast ... Aus
00:49:20: der Endlichkeitsplan-
00:49:21: mäßig zumindest?
00:49:22: Ja, zuerst mal zurückzunehmen.
00:49:27: Du hast das schonmal erklärt aber wirst du noch einmal wie führte es da hin... Wie gingst dir damit?
00:49:39: Ich glaube, das Wichtigste was vielleicht für dieses Gespräch einfach dazu gesagt werden muss weshalb ich es auch nicht als Sprung genommen habe ist dass ein Sprung für mich etwas bis zu einem gewissen Grad wenigstens etwas Bewusstes.
00:49:51: Ist was man planhaft angeht der Moment des Parteipolitik-Ausstiegs im Oktober vierundzwanzig ist nichts Planhaftes gewesen, es war kein Karriereplan oder so und folgte auch nicht einer... ...einer Analyse irgendwie der großen Lage oder so.
00:50:16: Sondern er folgten etwas sehr menschlichen nämlich so dem inneren Empfinden wie ich als Mensch sozusagen in diesem Umfeld indem ich dann da einfach war.
00:50:29: wie ich da gerade noch funktionieren konnte oder nicht fällt mir schwer, oder es ist wahrscheinlich gar nicht so nötig.
00:50:38: Dann jetzt genau den Teil von was ist ein Stück weit bisschen auch verdruss an manchen Mechanismen des Betriebs gewesen?
00:50:47: gesundheitliche Situation gewesen, was sind spezifische Unzufriedenheiten in der konkreten Gemengelage dieses Moments mit dieser Koalition und allem, was da passiert oder nicht mehr passiert ist.
00:51:01: Es war ein Konklimerat aus all dem gewesen, das zu einem Gefühl geführt hat auf dass ich mich bei mir immer gut verlassen konnte.
00:51:11: Ich weiß wenn mein so eine Mischung aus Kopf Und Bauch und Herz.
00:51:16: Das ist eine
00:51:16: ganz gute Intuition, ne?
00:51:18: Genau!
00:51:19: Wenn mir das mein Körper so klar signalisiert dann bin ich recht schnell entscheidungsfähig und hab das auch gemacht was manche aus einem nahen Umfeld irritiert hat oder die versucht haben mich zu überzeugen dass ich da jetzt nicht so nem Impuls nachgeben soll.
00:51:35: aber ich kenne mich gut genug um zu wissen wann etwas ein Impuls ist und wann etwas wirklich das Ergebnis eines Prozesses
00:51:44: ist.
00:51:45: Ich hatte auch so eine Sache, die ist damit um Gottes Willen überhaupt nicht vergleichbar.
00:51:50: Aber ich war ja tatsächlich auf gutem Wege zu der Olympia-Mannschaft.
00:51:55: Ich schwamm und schwamm tauste von Metern und wachte eines Tages
00:52:00: auf
00:52:00: und verweigerte mich.
00:52:01: Und das war ganz furchtbar!
00:52:03: Für den Trainer
00:52:03: war es furchтbar,
00:52:04: meine Eltern waren auch not amused.
00:52:06: aber es war mir einfach zu blöd oder weiterzuschwimmen Und ich kann bis heute nicht erklären, was das war.
00:52:14: Ich kann auch nichts sagen, dass sich das über eine Woche abgezeichnet hat, sondern ich wachte einfach auf um fünf immer und sagte nein, mache jetzt nicht mehr.
00:52:23: Während bei dir hatte ich immer den Eindruck es gab doch so ne schleichende Sich damit zunächst mal auseinander... Das gab's von mir gar nicht!
00:52:32: Ich haue mich damit nicht auseinandersetzt, dass ich nicht mehr schwimme.
00:52:36: Also das ist ja auch als solches war vergleichbar, aber so.
00:52:41: Das war ein bisschen der Körber.
00:52:43: Ich verliere zu viel an was sonst im Leben da so los ist und gemutelt an Zeugs, was absolut unerklärlich war.
00:52:52: Ja natürlich kann mir jetzt vorstellen dass es vielleicht so ähnlich war.
00:52:57: Man macht sich irre viele Gedanken über den Blick von außen.
00:53:00: Total!
00:53:01: Auf einen, also jetzt hast du so viel Jahre und so viel Zeit da reingesteckt das kannst du doch nicht wegwerfen.
00:53:09: Und das ist ja vor dem meisten total wertschätzend gemeint im Sinne von ne?
00:53:14: Also nimm dir eine Ausfahrt, fahr ein Monat weg oder so schließ dich irgendwo ein und dann geht es schon wieder.
00:53:21: nur und ich verstehe diesen Impuls dahinter.
00:53:23: aber manchmal weiß man das dann auf einer Art einfach besser, dass es jetzt nicht um eine Phase gerade geht sondern das der eigene Weg hier mal eine sehr disruptive Veränderung braucht.
00:53:34: Du hast diese Entscheidung getroffen und vertrauen auf deine Intuition.
00:53:39: Jetzt ist ein bisschen Zeit seitdem ins Land gegangen.
00:53:41: wir wollen noch gleich über das reden was du jetzt machst.
00:53:44: aber nochmal so mit Blick zurück wird zu sagen du wirst die Entscheidung Mit dem, was du heute weißt wieder genauso treffen?
00:53:49: Unbedingt ja.
00:53:50: Ich glaube es sind ja gar nicht so Entscheidungen.
00:53:53: also ich glaube dass diese Frage als solch eine schwierige ist.
00:53:57: Also man könnte fragen hast du das bereut?
00:54:00: aber ich glaube nicht dass man bei solchen in solchen Situationen sagen kann.
00:54:05: Das würde mal nochmal machen weil dafür war die spontan der Spontaneuität Titzfaktor wahrscheinlich denn.
00:54:11: Gegen Argument, du kannst es noch mal überlegen ob das ein Channel getrafft ist oder nicht?
00:54:16: Nein, es gibt ja schon auch andere Kompensationsmöglichkeiten als es gibt eine.
00:54:20: Politikmenschen die greifen dann zum Alkohol zu sonst was, die werden aggressiv.
00:54:24: also kannst ihr alle Möglichkeiten wie man mit einer besonders anspruchsvollen oder mit einer Krisensituation umgeht und Du hast dich für Dich ne Entscheidung getroffen so wie sie ausgefallen ist.
00:54:36: Also ich finde schon die Art und Weise, wie man darauf reagiert ist eine Entscheidung würde ich sagen.
00:54:40: Es gibt auch andere Wege, die Menschen in der Politik gegangen sind.
00:54:44: wenn sie in einer Situation an die sich für sie falsch angefühlt hat würd' ich sagen?
00:54:47: Ja!
00:54:47: Ich bin einfach Fan davon in der konkreten Politik wir auch in dem selber Politik machen Die Maßnahmen die man ergreift müssen zu der Analyse passen die man vorher getroffen hat.
00:54:59: oft ist das leider nicht der Fall also Wir kommen gleich inhaltlich drauf.
00:55:05: Zum Beispiel in Ungleichheitsdiskussionen werden oft große, spülstige Reden gehalten.
00:55:08: Und wie ungleich die Verteilung und Schere darf sie nicht weiter öffnen?
00:55:11: Dann werden Maßnahmenpakete vorgestellt, die aber an dieser Entwicklung gar nichts verändern, sondern die sich vielleicht ein bisschen verlangsamen oder so.
00:55:19: Da muss man dann sagen, ne Moment!
00:55:20: Also jetzt passen Wort und Tat nicht zusammen.
00:55:23: Ich hatte damals einfach auch den Eindruck ... ich hab das versucht mit dem Bildnis einer Sackgasse zu beschreiben.
00:55:29: Wenn man das gefühlt hat, man ist in einer Sacksgasse und kommt hier nicht weiter, stehen zu bleiben oder mal einen Schritt zur Seite zu treten, sondern dann ist die adäquate Antwort umdrehen und wieder an die Ecke gehen, an der man eine Richtungsentscheidung treffen kann.
00:55:46: Du warst an dieser Ecke?
00:55:47: Du bist dann erstmals das bekannt gegeben und irgendwann hörte man wieder von dir.
00:55:52: Erstens, dass du jetzt für ein sehr bekanntes Magazin schreibst ja und dann hörte mein dein Name in Verbindung mit Finanzwende.
00:56:02: Erzähl doch noch mal, wie kann das sein?
00:56:03: Es war ja erleichtert, dass man wieder was von ihm hat.
00:56:06: Ja die Freude war groß.
00:56:07: Weil es war ein bisschen für Außenstehende nebulös und man machte sich Sorgen über seine Gesundheit.
00:56:16: Zu dem Zeitpunkt konnte man es nicht richtig nachvollziehen.
00:56:19: So wie du das beschrieben hast, Leute, die ein bisschen weiter weg waren ... für die kamen das Out of the Blue unerwartet und unnachvollziehbar.
00:56:28: Und was man am einfachsten an der Hand hat
00:56:31: ist natürlich eine
00:56:31: Krankheit.
00:56:32: Das ist auch das, was ... War mir
00:56:33: Sorgen, ne?
00:56:35: Ja, das ist das Rationale.
00:56:36: Man ist krank.
00:56:38: Weil man krank ist kann man das nicht mehr machen, diese ganzen anderen Dinge.
00:56:42: Die sind ja auch viel schlechter kommunizierbar.
00:56:45: Das ist ja auch im Leben im Allgemeinen so.
00:56:48: Bei mir war die Freude doppelt kursweil, man wieder was von Kevin Hürde und weiß noch in Verbindung mit Finanzwende war.
00:56:55: aber wie lief das ab?
00:56:56: Haben sie dich gehetthandet?
00:56:57: hast du dort Fühler vorgestreckt?
00:56:58: Verrat mal Wie seid ihr zusammengekommen?
00:57:00: Warst sofort ein Match oder?
00:57:02: Also der Generalsekretär den habe ich am Oktober vierundzwanzig niedergelegt.
00:57:06: das Bundestagsmandat endete dann Ende März, twenty-fünf.
00:57:11: Also ab.
00:57:11: da war ich sozusagen beruflich frei und hatte mir dann fest vorgenommen jetzt machst du erstmal du machst nichts überstürztes und um dich selber noch mal ein bisschen zu orientieren nimmst Du jetzt mal die Zeit für Dich in diesem Sommer Und dann machen ja alle so das was ihn am besten tut.
00:57:32: Die meisten wissen das was ihnen am Besten tut.
00:57:35: bei mir ist es wandern gehen.
00:57:36: Ich bin dann zwei Monate von Wien an den Bodensee über die Alpen gelaufen, alleine.
00:57:42: Um einfach ... Ja um wirklich mal so Raum für richtig tiefes Nachdenken zu haben und mit manchen Gedanken muss man auch ein bisschen mehr als eine halbe Stunde schwanger gehen.
00:57:56: Die muss man in ein paar Tage wirken lassen ob sie sich immer noch gut anfühlen Und das hat mich ganz gut orientiert diese Zeit Und ich bin aber trotzdem mit der Überzeugung daraus gegangen, dass ich in meinem Leben gut damit gefahren bin, Dinge passieren zu lassen.
00:58:11: Also vieles bin ich eben nicht generalstabsmäßig Jahre im Voraus angegangen, sondern die Dinger haben sich ergeben.
00:58:18: Das klingt dann immer so schicksalhaft, aber eigentlich ist das ja ein Ergebnis von ... Ich weiß wo ich in etwa hingehöre, wo meine Stärken sind, signalisiere das auch anderen Leuten und dann fügen sich Sachen.
00:58:29: Und es ist genau so dann gekommen in Personen von Gerhard Schick, dem Gründer von Finanzwende.
00:58:39: Der sich beziehungsweise über den Umweg Norbert Walter Boyans als Aufsichtsratsvorsitzender bei Finanzwände sich im Herbst ca.
00:58:48: spätsommer bei mir gemeldet hat und gesagt hat du Gerhard und ich haben gesprochen wir haben da im Moment eine neuen Arbeitsbereich aufzusteuern und Verteilungen.
00:58:58: Wir waren uns unsicher Also, ob das überhaupt was für dich sein würde.
00:59:02: Aber wir waren uns einig, es wäre blöd nicht wenigstens mal nachgefragt zu haben.
00:59:05: Hättest du Lust, dich mal zutreffen und darüber zu reden?
00:59:09: Und dann war eben dieses ... Da war's wieder!
00:59:12: Das Bauchgefühl, was mir einfach gesagt hat, dass passt extrem gut in die Gedanken, die sich bei mir in diesem Sommer verdichtet hatten.
00:59:21: Es böte mir die Möglichkeit, die Erfahrungen aus der Politik, die ja wertvoll sind mitnehmen zu können für Sachen, die mir wichtig sind ohne wieder ins alte Fahrwasser zurückzukehren.
00:59:33: Und es hat mich sofort begeistert.
00:59:35: und ja deswegen haben wir dann habe ich dann auch gar keine anderen Fahre mehr weiter verfolgt sondern Wir sind uns dann recht schnell einig geworden
00:59:44: Was ist denn das nächste große Projekt oder das laufende bei Finanzwände an dem du dein Arbeitsbereich arbeitet?
00:59:51: Ja, mein Arbeitsbereich arbeitet am Thema Abschaftsteuer.
00:59:54: Das ist eine unserer großen Finanzwendekampagnen und das ist deshalb nötig weil wir ja seit mittlerweile drei Jahrzehnten eine juristische und in letzter Konsequenz auch politische Auseinandersetzung um die Besteuerung von Vermögenswerten bei der Weitergabe von Generation zu Generation haben.
01:00:17: immer wieder hat das Bundesverfassungsgericht angemahnt dass da Sachen im Agen sind, was letztlich die Ungleichbehandlung von verschiedenen Vermögenswerten angeht.
01:00:25: Und immer wieder hat der Gesetzgeber das Gericht ich würde sagen bewusst missverstanden und Regelungen gemacht, die insbesondere halt Riesenvermögen schonen bis hin dazu dass man fast steuerfrei aus der Sache rauskommt.
01:00:41: Das ist etwas was mich persönlich aber eben auch Finanzwende als Organisation geht einfach gegen mein und unser Gerechtigkeitsverständnis, denn die Erbschaftsteuer ist eigentlich wie unsere Einkommenssteuer eine der beiden großen progressiven Steuern bei denen also Gelinde gesagt gilt je höher die Einkunft oder eben die Erbschaft desto höher die Besteuerung.
01:01:03: Bei der Einkommensteuer läuft es automatisch so das wird uns ja bei der Lohnzahlung abgezogen.
01:01:08: bei der Erbshaftsteuer gilt das so eben nicht, sondern da können die Allereisten sich mit guten Steuerberatern so kleinrechnen lassen.
01:01:15: Dass sie steuerfrei ist der Sache rauskommen und das finde ich in sich ungerecht!
01:01:20: Und es ist doppelt ungerecht wenn man bedenkt dass das maßgeblich dazu beiträgt, dass diese Vermögens-Spreizung, die bei uns so stark wie kaum irgendwo in der westlichen Welt ist in Deutschland, dass die dadurch weiterbefeuert wird was uns muss ich euch am wenigsten sagen Chancen als Gesellschaft kostet.
01:01:37: Ja Was mich da umtreibt, ist ja dass wir das auf dieser kognitiven Ebene schon seit langer Zeit wissen.
01:01:46: Dass wir aber so diese emotionale Bereitschaft oder wie auch immer man es bezeichnen möchte der Bevölkerung dem nahe zu treten und solchen Gedanken mitzugehen, dass uns die fehlt.
01:01:59: So hatte ich dich gestern als wieder dieses Republikagespräch vorbesprochen haben.
01:02:04: Also das Gespräch haben wir nicht vorgesprochen, sondern so die Konturen.
01:02:08: Das habe ich dich auch verstanden.
01:02:10: und da ist die Frage ob Finanzwende eigentlich da die Möglichkeiten überhaupt hat?
01:02:16: Ja also ja dass ihr dieses Durchrechne des ehren Modell dann ordentlich präsentiert und sowas habe ich ja gar keine Zweifel.
01:02:24: aber wo ich denke dass es drauf ankommt ist diese Bereitschaft zu erzeugen.
01:02:32: Dass man da auch emotional mitgeht, was mir immer wichtiger erscheint und nicht kognitiv sagt naja eigentlich habt ihr recht so wie man es hier auch bei dem Klimawandel jetzt auf.
01:02:43: ja aber die persönliche Bereitshaft ist nicht da.
01:02:47: Ja ich ... der Versuch ist beim Finanzwende ein Stück weit anderer oder ein untypischer auch an der Organisationenlandschaft.
01:02:56: Und für den habe ich mich jetzt auch sehr bewusst entschieden, wir sind eine überparteiliche Organisation und das meinen wir auch sehr wörtlich.
01:03:04: Das heißt, wir versuchen schon bei so einem Thema wie Abschaftssteuer die Kampagne so anzugehen dass wir einen Teil des liberal konservativen Spektrums unbedingt als Teil der Lösung haben wollen.
01:03:18: Nicht nur in Anerkennung der politischen Mehrheiten und dass die CDU CSU die Bundesregierung anführt, sondern aus der Überzeugung heraus.
01:03:24: das ist, dass wir Argumente meinen zu haben, diesen Kreisen grundsätzlich Anklang finden.
01:03:31: Es hat ja Gründe, dass in früheren liberalen Denkschulen es mal total verbreitet war zu sagen wenn eine innovative Aufstiegsgesellschaft haben will die hungrig ist die technologischen Fortschritt entwickelt muss dafür sorgen das Menschen sich was neu auch aufbauen müssen und nicht ins gemachte Nest schon hineinfallen.
01:03:51: da ist ein bisschen etwas verloren gegangen den letzten Jahren aber deswegen greifen wir die nicht an oder verdammen sie, sondern im Gegenteil.
01:03:59: Sie sind eigentlich fast die Hauptfokusgruppe weil ich muss jetzt nicht einen SPD-Parteitag davon überzeugen noch zum hundertfünfzigsten Mal zu beschließen dass man gerne da eine Gerechtigkeitslücke schließen würde, sondern mich interessiert die Auseinandersetzung mit denen die vielleicht noch Vorurteile
01:04:15: haben.".
01:04:17: Dennoch sieht man ja den öffentlichen Aufschrei Also bei allen, die das im Moment fordern.
01:04:23: Natürlich ist es narrativ da schlecht.
01:04:25: also ich würde das gerne dann auch eher so bekundet haben bitte und da gibt es ja auch mittlerweile Gott sei Dank eine gute Empirie dass Gesellschaft mit einer zu großen Vermögenspreizung sowohl die Personen die kein Vermögen haben entmutigt überhaupt noch Leistungen zu zeigen
01:04:43: wie auch jene
01:04:43: von oben die Pränatalia schon alles haben.
01:04:46: für was sollen sie sich überhaupt anstrengen?
01:04:49: Aber ich sehe nicht, dass es so eine Annäherung und eine größere Breite der Zustimmung dazu gibt.
01:05:00: Würde ich
01:05:00: wieder sprechen?
01:05:01: Ja.
01:05:02: Na ja... Also wir sehen am Ende des Tages – und das schließt vielleicht dem Bogen bei unserem Gespräch zu meiner Einstiegsstory von dem Liegter Kürzungspläne – am Ende seh'n alle, wo gerade überall gespart werden soll!
01:05:14: Und es betrifft halt nicht nur die anderen, mit denen man ja sowieso nichts dazu zu tun hat.
01:05:19: Sondern es betrifft vermutlich die eigenen Kinder, weil sie auch ein Schulassistenz brauchen und das betrifgt die eigenen Eltern, weil die irgendwann ins Pflegeheim müssen.
01:05:27: Also es betrift sozusagen immer mehr das eigene Leben wenn man sogar für Geschäftsreisende, wenn die Deutsche Bahn nicht ordentlich ausgestattet ist usw.
01:05:35: Und das heißt die Frage wie wir die Einnahmesituation verbessern stellt sich immer mehr und da es total spannend was Finanzwenden für Vorschläge hat.
01:05:43: Ihr beide werdet das Thema nämlich an Vortiefen auf der Republik, wir können das heute nicht.
01:05:48: Wir können dir und Finanzwende nur ganz viel Glück wünschen?
01:05:52: Ach, das ist eine Abmoderation!
01:05:54: Ja dann wünsche ich das auch.
01:05:55: Das tut mir jetzt bei... also wir tun ja viele Gespräche leider, dass man nicht etwas Zeit hat, aber wie man sich denken kann würde ich da jetzt wirklich gerne noch nachhaken auch weil du jetzt in deinem Abspann diese Notwendigkeit, die Leute mitzunehmen und so das zurück ansitzen zu geben.
01:06:13: Was sie eigentlich selbst davon haben oder nicht haben
01:06:16: was ich
01:06:16: vorhin mit einer Emotionalisierung auch von der Politik versuchte umreißen.
01:06:21: Das ist die weitere Denkaufgabe für uns und alle anderen würde es
01:06:25: sein.
01:06:27: Ich danke euch.
01:06:27: Ein ganz tolles Gespräch.
01:06:29: Danke dir!
01:06:32: Der Sprung ins kalte Wasser wird produziert von mir Jan Wetzel.
01:06:39: Abonnieren könnt ihr den Podcast auf den üblichen Plattform mit Video auch auf YouTube.
01:06:44: Folgt uns und hinterlasst uns doch gerne eine gute Bewertung!
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