Startup-Gründerin, Bundesministerin und Mutter: die Sprünge von Verena Hubertz

Shownotes

Verena Hubertz hat mindestens drei Sprünge hinter sich. Sie gründete ein erfolgreiches Startup, wechselte dann in die Spitzenpolitik – und wurde die dritte Bundesministerin, die im Amt ein Kind bekam. Sie sagt: Das Leben muss nicht perfekt sortiert sein – vieles kann auch nebeneinander stattfinden.

Die Aufzeichnung fand am 26. Juni 2026 statt.

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00:00:01: Unser heutiger Gast hat mindestens drei

00:00:03: Sprünge hinter sich.

00:00:05: Sie gründete ein erfolgreiches Start-up, wechselte dann in die Spitzenpolitik und wurde die dritte Bundesministerin, die im Abend ein Kind bekam.

00:00:13: Sie sagt das Leben muss nicht perfekt sortiert sein – vieles kann auch nebeneinander stattfinden!

00:00:22: Der Sprung ins kalte Wasser mit Jutta Almendinger und Katja Kipping Heute zu Gast.

00:00:28: Verena Hubert

00:00:35: Vor einiger Zeit hast du ganz begeistert erzählt, dass jetzt endlich die Corona-Enquete-Kommission im Bundestag ins Leben gerufen wurde.

00:00:42: Du hast sehr dafür gekämpft!

00:00:43: Die hat neulich eine öffentliche Anhörung durchgeführt und da ging es unter anderem um die speziellen Auswirkungen auf ärmere Menschen in der Arbeitswelt.

00:00:51: Und ich war dort geladen als Sachverständige und das war für mich nochmal ein Anlass echt mich zu erinnern was alles in der Zeit wir für einen verdichteten Veränderungs- und Entscheidungsdruck hatten habe mich auch sehr persönlich erinnert, wie das Homeschooling dann mit meiner Tochter ablief.

00:01:05: Und was wir zum Beispiel in Berlin als ich da noch Senatorin war, auch alles an ganz spezifischen Maßnahmen für Obdachlose in die Wege mit geleitet haben.

00:01:13: Das war sozusagen ein interessanter Austausch und hat bei mir immer viel Erinnerung geweckt.

00:01:18: aber... Wie ich dich kenne, hattest du auch schon turbulente Tage hinter dir?

00:01:21: Naja

00:01:21: das war wichtig.

00:01:22: Ich hab das sehr wahrgenommen weil als ich in Palo Alto mal ein Jahr lang lebte, hatte ich viel mit Obdachlosen zu tun und habe eine kleine Untersuchung gemacht.

00:01:30: Nein, ich bin in der letzten Zeit extrem viel gereist und es hat mich selber eindruckt dass egal ob ich bei Arbeitnehmerinnen eingeladen war oder bei Arbeitgebern oder von Kirchen oder in universitären Gremien war doch die Frauen unter einem massiven Druck zu sein scheinen.

00:01:48: Also es war keine einzige Veranstaltung, wo nicht so begonnen wurde, dass der Gegenwind stärker wird, das man irgendwie wartet entweder auf eine Elterngild-Lösung oder auf das Entgild-Transparenz-Gesetz oder dass das Ehegattensplitting endlich... also es war so... Oh Gott!

00:02:05: Und gleichermaßen hörte ich von Männern, von denen ich es überhaupt nicht erwartet hätte Worte sagen, die mich also wirklich erschütterten.

00:02:14: Wie beispielsweise dass es eine anthropologische Konstante ist das Frauen weniger pro Stunde produktiv sind als Männer.

00:02:22: So etwas hätte ich vor drei vier Jahren überhaupt nie gehört und von daher ist dieses Wort des back legs wo ich immer dachte na ja vielleicht is er da aber es so nicht griffig.

00:02:33: Das wird langsam so richtig kräftig und es wird auch empirisch fundierter.

00:02:37: Und da müssen wir aufpassen, und das hat mir die Veranstaltung, der gesagt hat, wir dürfen uns nicht durch ganz unterschiedliche Frauengruppen auseinanderreißen lassen.

00:02:49: Also ein bisschen das ist glaube ich eine gute Überleitung zu unserem Gesprächspartnerin.

00:02:59: glaube ich für alle, also für alle die in meinem Umfeld sind.

00:03:02: Die wirklich für Mut steht, die für Unternehmensgeist steht und die dafür stehen in Willen sozusagen tatsächlich umzusetzen.

00:03:12: Die bereit ist Sektoren zu überschreiten.

00:03:14: Das wäre ja ganz selten tun von einer Start-up.

00:03:19: Gründerinnen in die Politik, in ganz viele unterschiedliche Bereiche.

00:03:23: Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass wir die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bei uns haben.

00:03:30: Verena Ruppertz!

00:03:31: Hallo Verena und vielen, vielen Dank für deine Zeit.

00:03:35: Sehr gerne und vielen Dank for eure Einladung.

00:03:39: Unser Podcast beginnt ja immer mit der ganz einfachen Frage, die aber doch so schwer manchmal zu beantworten ist.

00:03:46: Was war denn dein Sprung ins kalte Wasser?

00:03:49: Und diese Sprünge können ja vorbereitet und vorbereitet sein, willkommen oder unwillkommend sein.

00:03:55: Was würdest du auf diese Frage antworten?

00:03:59: Irgendwie, wenn ich so auf mein Leben pflicke dann ist es geprägt von Sprüngen weil Es waren eigentlich immer Abschnitte für die Ich Eigentlich noch nicht ready war.

00:04:08: aber wo ich gesagt habe Wenn man springen kann und wenn mir Menschen das zutrauen Dann ich Mir auch.

00:04:13: und der erste moment War tatsächlich Die gründung meines Unternehmens Damals mit twenty-five gerade fertig Mit dem bwl Studium.

00:04:22: mit meiner mitgründerin Habe ich mich Auf den Weg gemacht.

00:04:24: wir Wollten erst mal investoren Ansprechen.

00:04:26: Wir haben Das gefühl gehabt Es ist gerade so viel im Umbruch, das iPhone ist total frisch auf dem Markt.

00:04:32: Aber die Art und Weise wie wir kochen ist noch in Büchern oder auf Webseiten

00:04:36: verhaftet.".

00:04:37: Und das war der erste Sprung zu sagen okay auch wenn kein Investor an uns glaubt weil sie gesagt haben zwei Mädels und eine Koch-App.

00:04:44: Die können nicht koden, die können nicht kochen, die kann kein Video drehen.

00:04:47: Warum sollten wir denen Geld geben?

00:04:49: Wenn es Siemens, Dr.

00:04:50: Oetker oder Chefkocht dort draußen gibt.

00:04:52: Dann sind wir aber trotzdem gesprungen, haben die GmbH gegründet, Auto verkauft... Geld eingesammelt und einfach losgelegt.

00:04:59: Und das war schon ein relativ vatersprungen, der sich aber dennoch sehr gelohnt hat, weil es echt die beste Entscheidung meines Lebens da war.

00:05:07: Sie haben das jetzt in so einem Nebensatz gesagt Auto verkauft oder ein bisschen ihrer Biografie schaut?

00:05:12: Das war ja im Moment also alles was gefordert wurde.

00:05:15: sozusagen von einer Bank waren ich vorhanden weder Geld noch Kapital noch irgendwie Koten zu können.

00:05:21: Und sie haben auch gesagt man sagt über sie mit ihnen soll man lieber nicht kochen.

00:05:25: Sie haben ja dann, also was?

00:05:27: Wie war das mit dem Auto verkaufen?

00:05:28: Nehmen sie uns noch mal mit.

00:05:30: Ja die Herausforderung bestand darin erstmal macht man ja so eine schöne Powerpoint-Präsentation mit Businessplan und man versucht erst einmal Menschen zu überzeugen aber ehrlich gesagt ich hätte damals auch nicht in uns investiert denn es sprach ja nichts dafür.

00:05:44: wir hatten ja wirklich keine Qualifikation die uns jetzt ein bessere Kopf Koch-App hätten bauen lassen, als das was es schon draußen gab von Verlagen oder Digitalkonzernen mit Milliardenbudgets.

00:05:55: Und deswegen haben wir nach so zwei drei Monaten Dauerabsage irgendwann überlegt geben wir jetzt auf und suchen uns ein Job in irgendwie einem Betrieb.

00:06:06: versuchen wir es jetzt trotzdem.

00:06:08: Und manchmal ist es ja auch so, dass man ein kleines Zeichen hat oder das so deutet.

00:06:13: Wir waren dann irgendwie Eisessen, ein bisschen frustriert und dann überlegen ... Dann gab's einen Postkarten-Ständer in der Kneipe!

00:06:21: Da war so'n Spruch drauf mit einer Postkarte unterstand drauf alles nicht später.

00:06:27: Irgendwie war das für uns so'nen Signal zu sagen okay du kannst noch tausendmal grübeln oder nochtausend mal drüber nachdenken Oder wir können's einfach probieren.

00:06:35: Und wir haben dann gesagt, wir gründen jetzt diese GmbH.

00:06:37: Wir verkaufen das Auto meiner Mitgründerin weil das Problem ist dass eine Gmb H lässt sich nicht mit einem Euro in Deutschland gründen.

00:06:44: dort braucht man oder die Hälfte der Stammeinlage, also wir brauchten schon irgendwie ein Startkapital.

00:06:51: Und wenn im Leben niemand einen glaubt, dann hat man immer noch diese sogenannten FFFs im Start-up-Joghurt, das sind die Friends Family and Fools.

00:07:00: Also wir haben dann Eltern und Freunde angesprochen Auto verkauft um diese fünfundzwanzig tausend zusammen zu kratzen Sind zum Notar gegangen und haben die Firma AJNS New Media Game BH genannt.

00:07:12: und AJNS steht für alles jetzt nicht später

00:07:15: Ein Hoch-auf-Postkarten-Ständer.

00:07:17: Ja,

00:07:19: also Berina weißt du was?

00:07:20: Ich hab das ja alles nachgedesen und ich habe das hier auch teilweise live verfolgt weil ich ja wirklich so seines meiner ... soll ich den sagen... Lieblingsbeschäftigung, wenn das hört sich viel zu trivial an.

00:07:33: Aber ich verfolge ja sehr gerne junge Frauen wie sie dann ihren Weg machen.

00:07:38: Ich mentoriere ja auch ganz viele.

00:07:40: Die habe ich nie mentoriert aber ich habe deshalb schon aus der Ferne so angeschaut und auch noch aus den Experten innerhalb Forschung und Innovationen wo wir ja schon damals in der ersten Fassung sagts mir müssen viel mehr für Innovatoren und Innovatorinnen tun.

00:07:55: Wir wissen jetzt bis jetzt und bis heute Das ist ja insbesondere Frauen die die Kunden wollen nach wie vor extrem viel schwerer gemacht wird als jungen Männern und dass da die Vorbehalte kommen, auch durchaus nicht nur was das Geschlecht der Personen betrifft sondern auch weil sich die Inhalte dessen was gegründet werden soll so unterscheiden.

00:08:18: Und man dafür dann weniger Geld kriegt wenn es eher Frauen-Sachen sind.

00:08:23: Was mich wirklich am meisten fasziniert hat, war ja nicht dass ihr dann so durchgeratscht seid.

00:08:29: Sondern dass du dann in die Politik gegangen bist.

00:08:32: also das war ja gerade.

00:08:34: Du warst ja so oft im Weg ja so richtig so eine bedeutende Start-up Person dort zu werden und ihr hattet Millionen follow one und nutzen und habt ja wahrscheinlich sehr viel Geld gemacht.

00:08:49: Und dann zu sagen, nee also jetzt probiere ich doch noch mal die Politik und nochmal so einen ganz anderen Weg zu gehen in Soju ein Jahr.

00:08:59: Ja das war tatsächlich Sprung Nummer zwei!

00:09:02: Kitchen Stories war am Anfang, wenn ich das nochmal kurz abschließen darf.

00:09:06: Wirklich so in der WG-Küche gestartet dann mit der App mit Ferienhausdrehs also Videos die wir im Ferienhaus getreten haben online gestellt.

00:09:16: Apple hat es entdeckt und auf einmal kamen die Investoren zurück, die es vorher nicht wollten!

00:09:20: Wir waren da eine Firma mit sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

00:09:24: Und als sich dann die Tür geöffnet hat In meiner Heimat Trier für die SPD, für den Bundestag zu kandidieren.

00:09:30: Da kam natürlich einiges zusammen.

00:09:32: auf der einen Seite die Opportunität weil Trier hat vorher meine Vorgängerin Katharina Barley war dort die Bundestagsabgeordnete und ist nach Brüssel gegangen also es war erst mal frei.

00:09:45: Zweiter Punkt war es war Krise über.

00:09:47: die SPD stand bei vierzehn Prozent eigentlich wie jetzt auch und in diesem Moment hat man sich dann überlegt könnte man nicht auch mal neue Wege gehen und Menschen für Politik begeistern, die jetzt nicht klassischerweise schon im Stadtrat, im Landtag oder anderswo kommunalpolitik- oder landespolitisch Verantwortung übernommen haben.

00:10:05: Ich bin schon relativ lange in der SPD nämlich seit Jahrzehnte, also ich bin schon ganz viele Jahre Mitglied.

00:10:11: aber durch das Gründen und die Ortsvereinssitzungszeiten, das korrespondiert mich meistens ganz so gut war ich natürlich jetzt auch durch die Gründung in Berlin gebunden sukzessive Wiederpolitik auch mitgemischt.

00:10:25: Aber es war dann tatsächlich Malo Dreyer, die ich sehr gut kenne und die ist sehr schätze, die aus Trier kommt, die mich darauf aufmerksam gemacht hat dass dort ja vor Ort auch jemand gesucht wird und ob ich mir nicht vorstellen könnte meinen Hut in den Finger zu werfen.

00:10:39: Und dann habe ich erst mal Ich hab doch hier Kitchen Stories, ich bin ja nicht bei der Telekom.

00:10:44: Ich kündige ja nicht einfach in einem Großkonzern sondern man ... ich würde ja das hinter zurücklassen was ich irgendwie aufgebaut habe und wo man jetzt tatsächlich mal in etwas nicht so turbulenten Achterbahnzeiten ist wie in den Anfangsgründungsjahren.

00:10:56: Aber als ich dann darüber nachgedacht habe, habe ich schon direkt gemerkt, ich muss springen!

00:11:00: Weil man kann über Politik meckern und aber auch mitmachen.

00:11:04: Und für die Heimat gestalten zu dürfen ist für mich eine einmalige Chance, aber auch ein tolles Privileg.

00:11:11: Dann habe ich gesagt, ich werfe meinen Hut in den Ring Unwissend, ob es auch klappt.

00:11:15: Weil ich bin dann schon all-in gegangen.

00:11:17: Ich kann nicht sagen, wenn's klappt, bin ich weg.

00:11:19: Liebes Kitchen Stories Team und wenns nicht klappt?

00:11:21: Bin ich halt wieder da!

00:11:22: Sondern ich wollte mich dann schon entscheiden zu sagen okay... ...ich mach das jetzt und hab' mich dann auch innerparteilig gegen drei Nenner durchgesetzt die auch alle Bundestagsabgeordnete und Kandidatinnen werden wollten für die SPD erst mal im innerparteilichen Aufstellungswahlkampf.

00:11:36: Und das führt dir ja am Ende dazu dass Kitchen Stories verkauft werden musste.

00:11:43: Jetzt ist das gerade, wenn man das gegen so viel Widerstände gründet mit soviel ganz persönlichen Einsatz?

00:11:50: Wie schwer es dann gewesen war quasi auch so ein Baby was mal mit zu sagen auf die Welt gebracht hat das dann loszulassen.

00:11:58: Ja das war ein Stück weit schon vorher der Prozess, weil wir dann nach so drei vier fünf Jahren uns überlegt haben wie werden wir jetzt eigentlich nochmal den nächsten Schritt gehen können.

00:12:09: Wir wollten maschinenbasierte Rezeptentwicklung vorantreiben damit der Backofen auch mit dem Rezept Korrespondiert etc.

00:12:16: Und in dem Prozess haben wir uns überlegt, nehmen wir jetzt Venture Capital also einfach nur Geld oder nehmen wir uns einen smarten Investor mit an Bord?

00:12:23: und Bosch Siemens Hausgeräte ist da auf uns zugekommen und wollte investieren aber auch direkt die Mehrheit der Anteile übernehmen weil natürlich das auch eine strategische Investition für die war.

00:12:34: Das ist schon alles passiert sozusagen als ich noch bei Kitchen Stories war so dass ich auch wusste okay Die Firma, die hat auch eine gute Heimat und es geht hier gemeinsam gut voran.

00:12:45: Was sagt ihr denn deine Mitkunderin dazu?

00:12:47: Fühle sie sich stehen gelassen?

00:12:50: Ich meine wenn man so etwas gegründet hat mit einer guten Freundin zusammen immer dann Kolleginnen und Kollegen.

00:12:57: ja das ist also wie so ne Familie Und da war es halt was wie diese Familie zu verlassen mit diesem Schritt zur Politik.

00:13:06: Das war natürlich sehr emotional und wir haben das auch mit einem Coaching begleiten lassen, um diesen Weg gemeinsam zu sortieren.

00:13:14: Aber sie war da total verständnisvoll weil sie gemerkt hat okay in deiner Brust schlagen irgendwie zwei Herzen.

00:13:20: einmal das natürlich für Kitchen Stories das hat man aufgebaut das hat mein gemeinsamer erreicht aber auch das politische Und dort auch zu sehen, dass ich mich da reinhängen will.

00:13:29: Dass ich dort auch Zukunft gestalten will fürs ganze Land.

00:13:33: Da war sie definitiv sehr unterstützend bei und ich habe für mich so ein bisschen festgestellt das meine Stärke eher... in der Aufbauffase lag.

00:13:41: Also ich bin niemand, der dann in der Skalierung die Prozesse noch besser macht und noch sozusagen der bessere Manager sozusagen, sondern ich bin auch jemand... Ich brauche irgendwie die Bälle in der Luft!

00:13:52: Ich will loslegen, ich will

00:13:53: machen.".

00:13:54: Und das hat eben auch eigentlich ganz gut so ein bisschen zusammengepasst, dass da was anderes geklopft hat.

00:14:00: Ich aber irgendwie auch mich so ein bißchen gefragt habe, mache ich das jetzt noch fünf oder zehn Jahre?

00:14:04: Oder wohin geht für mich jetzt auch die Reise?

00:14:07: Wir halten ja hier gerne so takeaways fest und das wäre vielleicht schon mein erstes, dass wenn so eine Umbruchsphase ansteht.

00:14:14: Und man auch von was weggeht ohne dass man danach irgendwie im Bösen voneinander gegangen sein will.

00:14:19: Dass es dafür eine professionelle Hilfe im Coaching durchaus hilfreich sein kann damit das auch besonders gut für beide Seiten ist.

00:14:27: Ja, das hätte ich jetzt auch festgehalten.

00:14:29: also weil in der Erfahrung mit vielen Personen, mit denen ich spreche.

00:14:34: Doch immer den Eindruck habe, dass man das alles mit sich selbst dann ausmacht und eigentlich so ein dritter Blick doch immer hilfreich ist und gut begleiten kann – und das sollte man auch wahrnehmen!

00:14:46: Und wenn es nur eine Freundin ist oder ein Freund, der außen steht, der von beiden gut kann?

00:14:53: Doch mal zurück zu dieser innerparteilichen Auseinandersetzung Ist es dir schwer gefallen?

00:14:59: Fällt es dir, in solche Konflikte zu gehen und so etwas ist ja tatsächlich konflikterf.

00:15:06: Ach das war gar nicht so sehr... Konflikt behaftet, sondern es war auch so ein Stück weit wie beim Gründen.

00:15:12: Man muss Menschen von sich überzeugen, von Ideen überzeugen sicherlich auch davon überzeugen dass einige Vorurteile nicht stimmen weil als ich dann aus Berlin erst mal wieder bei meinen Eltern im Keller eingezogen bin ich hatte ja noch keine Wohnung da dachten auch viele okay jetzt kommt hier irgendwie eine arrogante Unternehmerin auf Stöckelschuhen aus berlin und jetzt will sie halt irgendwie das nächste Aufregende nie am Leben machen sowie das er tatsächlich Manchmal auch so ist.

00:15:37: Jetzt ist das eine nicht mehr, dann kommt jetzt halt das nächste und höher weiter schneller ohne hier irgendwie erst mal... genug vielleicht auch der Partei gegeben zu haben.

00:15:47: Und definitiv war das ja auch ein Argument, also das Arroganzargument nicht aber dass ich jetzt natürlich noch nicht jahrelang dort vor Ort tätig war.

00:15:54: Das konnte ich ja nicht sozusagen negieren und deswegen war es ganz wichtig, dass dieser Prozess auch so gestaltet war und da bin ich echt sehr dankbar, dass die beiden Vorsitzenden der Stadt Trier und des Kreis Trier-Sarburgs, also die das dann auch miteinander vereinbart haben, das auch wirklich offen und partizipativ war man hat wirklich eine Bewerbung geschrieben ist gab dann verschiedene Kennenlerntermine und danach erst mit der kompletten Partei, sodass man sich auch so ein bisschen die Kriterien überlegt hat.

00:16:19: Wer soll uns denn demnächst in Berlin vertreten?

00:16:21: Und was soll diese Person auch mitbringen?

00:16:25: Ich hätte eine Frage zu den unterschiedlichen Kulturen.

00:16:28: also wenn man so in das Start-up Welt ist ja diese positive Fehlerkultur zusammengefasst manchmal unter Fail fast als je schneller man scheitert umso besser weil man dann schneller die Erkenntnisse und die richtigen Lehren daraus zieht.

00:16:42: Jetzt würde ich ja sagen, auch in der Politik gibt es doch Beispiele von guter und produktiver Fehlerkultur oder zumindest mit einem guten Umgang mit Fehlern aber durch die permanente öffentliche Begleitung und Kommentierung.

00:16:55: Und auch dieses, das sozusagen ganz schnell einzelne Sätze aus dem Kontext rausgezogen werden würde ich sagen ist im politischen Raum zumindest ab einem gewissen Spitzenamt.

00:17:03: Der positive Fehlerkultur nicht ganz so einfach wie vielleicht in der Start-up Welt wo es zum State of the Art gehört also zu dem was Standard ist.

00:17:12: Haben Sie das als Kulturschock erlebt oder konnten sie da etwas mitnehmen?

00:17:19: Was waren da die größten und auch das Schwiereste vielleicht in dieser neuen Welt?

00:17:25: Definitiv war es erst mal eine komplett neue Welt im Deutschen Bundestag.

00:17:30: Als einer der jungen Abgeordneten dann auch reingewählt wurden, zwanzig-einzwanzig mit unserem Kanzlerkandidaten und später ein Kanzlar Olaf Scholz.

00:17:39: Und was mich eigentlich so kulturell am meisten erstmal irritiert hat wie viel Zeit man eigentlich mit Abstimmungen und Runden verbringt.

00:17:47: also das Im Unternehmerischen gibt es das nicht.

00:17:50: Wenn man da nichts beizutragen hat, dann ist man nicht im Termin dabei weil dafür ist die Zeit sozusagen zu wertvoll.

00:17:57: aber Politik funktioniert viel über Koordinationen, über auch Diskussion, über Dialog und dann dauert halt mal eine Fraktionssitzung auch vier oder fünf Stunden und dann ist das halt so und das wird dann auch dort... Das hat doch ein Wert für sich!

00:18:09: Aber das war für mich schon kulturell am Anfang.

00:18:11: Kommst du in so einen Raum sitzt damit zweihundert Leuten irgendwie hinten rechts in der Ecke?

00:18:15: Und muss da dann auch erstmal natürlich ein Stück weit deinen Platz finden und versuchen zu verstehen, wie funktioniert hier eigentlich Parlamentarismus?

00:18:24: Das ist die eine Seite.

00:18:25: Die andere Seite ist natürlich, dass du sehr viel mehr auch mit der Bevölkerung interagieren musst.

00:18:30: Ich meine als Person, die ein Unternehmen gründet, bist ja erst mal für dieses Unternehmen und dann natürlich mit einzelnen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern unterwegs.

00:18:39: aber diese doppelte Kommunikation intern in die Parteiereien und extern zur Bevölkerung das stelle ich mir großen Sprung vor, um in der Terminologie zu bleiben.

00:18:51: Absolut!

00:18:52: Und das hatte Frau Kipping ja auch gerade schon so ein bisschen angetextet die Öffentlichkeit ist natürlich dabei und es ist sehr schnellibig geworden.

00:18:59: Politik jeder Satz wird in einem Newsletter oder auf einem Social Media Kanal oder eben auch von einem Hauptstadtjournalisten oder Journalistinnen dann auch verarbeitet und damit hat das natürlich auch eine politische Ja, Schwerkraft oder aber auch Abwägungsmomentum.

00:19:18: Wenn ich in meinem Unternehmen irgendwas gesagt habe dann... Kriegen Sie Mitarbeiter mit?

00:19:22: Vielleicht, wenn sie gut zugehört haben.

00:19:24: Vielleicht aber auch nicht!

00:19:25: Aber im politischen Raum hat natürlich jeder Satz der gesagt wird und jede Einordnung Gewicht Und das ist natürlich Flug-und Segen weil auf der einen Seite es ist schön dass Worte Dinge bewegen Auf der anderen Seite Es ist manchmal auch schade dass Sätze dann geschliffen werden oder dass es Zu vorsichtig kommuniziert wird Weil man ja noch mit dem in der Abstimmung ist und da hat Man doch nicht eingebunden.

00:19:45: also Demokratie ist schon anstrengend, aber auch das Beste was wir haben.

00:19:48: Passt du dich da auch coachen lassen, um die richtigen Worte zu finden?

00:19:53: Um eine ganz andere wahrscheinlich auch Gesprächsführung zu haben als wenn man innerhalb des Unternehmens vorgeht.

00:20:02: Also ich bin fest davon überzeugt, dass man immer an sich arbeiten sollte und ich habe auch regelmäßig Coaching-Termine aber eher so private Natur.

00:20:10: Wie kriegt man alles miteinander hin?

00:20:13: Und die verschiedenen Bälle in der Luft miteinander jongliert?

00:20:16: Aber das Thema Kommunikation ist natürlich eins wo wir auch unterstützt werden.

00:20:21: Wir haben zum Beispiel eine Redentrainerin bei uns in der SPD Bundestagsfraktion und jetzt als Regierungsmitglied mit dem Bundespresseamt da noch mal ganz andere Möglichkeiten unterwürttet natürlich geübt und geprobt, weil oftmals sind ja auch in Pressekonferenzen die Situation so, dass dann ganz viele Fragen auf einmal kommen.

00:20:38: Und das ist alles auch Übungssache!

00:20:40: Ich hab mich noch letztes dran erinnert wie ich das erste Mal eine Schulklasse bei mir im Stadapatte, die uns besucht hatten und rausfinden wollten, wie gedankt Unternehmertum und ich war super nervös und war eigentlich schon fast ein bisschen stotterig.

00:20:52: Jetzt stehe ich vor Bühnen und Aufbühnen wo tausende Männer im schwarzen Anzug unter ein paar wenige Frauen dann auch zuhören.

00:21:01: Und man wächst auch mit den Aufgaben.

00:21:03: Also das würde ich auch noch mal jedem und jeder, um wir den gerne mitgeben wollen.

00:21:06: Niemand ist der geborene Kommunikator oder die geborenen Kommunikatoren und da kann man auch reinwachsen.

00:21:12: Man wächst mit den Aufgaben als eine von zweihundert neue Abgeordnete in der Fraktionssitzung sitzen zu Ministerin sein?

00:21:21: Das ging ja dann doch recht schnell!

00:21:24: Da wären wir schon beim nächsten Sprung in ihrem Leben... Die Anennung zur Ministerin, wie lange wussten sie das vorher?

00:21:32: Tatsächlich am Tag vorher kam der Anruf von Lars Klingweil.

00:21:35: Möchtest du Bundesbauministerin werden?

00:21:37: Das war Sonntag-Nachmittag.

00:21:39: Man hat natürlich und irgendwie die ganze Zeit so ein bisschen gebibbert und gewartet.

00:21:43: Und wann kommt denn jetzt hier irgendwie der Anruch oder kommt keiner?

00:21:46: Weil kann ja alles sein an diesem Tag!

00:21:49: Es gibt ja viele Abgeordnete und viel Dynamik an so einem... Prozess oder in so einem Prozess.

00:21:57: Und er kam dann tatsächlich Sonntag und Montag war dann schon je Erinnerung

00:22:01: Aber dann war es auch ganz unvorbereitet nicht.

00:22:03: Also wenn du bipperst, dann heißt das ja schon,

00:22:06: du hast

00:22:07: reell mit Nerd-For-Ause gerechnet?

00:22:09: Ja!

00:22:10: Das Gute ist ja man spricht ja auch miteinander.

00:22:12: und Lars Klingweil der ja auch den Generationenwechsel angekündigt hat und da er auch mutig war und gesagt hat okay wir müssen jetzt hier irgendwie ein bisschen was auch mal anders machen in der Sozialdemokratie.

00:22:21: Der hat natürlich mir auch schon zu verstehen gegeben dass ich für ihn auch eine wichtige Funktion einnehmen kann und sollte in diesem Team der SPD, aber das hätte ja auch alles sein können.

00:22:31: Ich war ja schon als stellvertretende Fraktionsvorsitzender im wichtigen Amt.

00:22:35: Es gibt ja überall Funktionen, es gibt in Ministerien die parlamentarische Staatssekretär, also es hätte sozusagen schon bis irgendwie werden können und deswegen war's natürlich besonders schön dass mir dieses Ministerium auch zugetraut wurde, verantworten durfte in meinem Fachbereich, da war ich für Bauen aber auch für Wirtschaft zuständig und hatte den Joe Fixzimmer mit Robert Habeck und mit Clara Geifetz.

00:22:59: Wir wollen ja hier auch unseren Zuhörenden immer ein bisschen Einblick geben.

00:23:04: wie das jetzt so ganz genau im politischen Getriebe abgeht ist ja nicht steckt ja nicht jeder so drin wie sie oder wie wir auch wissen wie viel Wochen vorher hat.

00:23:18: Hatten Sie denn jetzt ganz konkret Zeit das mal mit der Familie, mit dem Partner irgendwie abzusprechen?

00:23:24: Es könnte sein dass bei mir eine größere Veränderung ansteht.

00:23:29: Das war alles relativ wenig Zeit weil man hatte... Erst mal die Koalitionsverhandlung abwarten wollen und danach über Personal sprechen.

00:23:40: Und das hat sich dann in so wenigen Wochen eigentlich anberaumt, da haben wir natürlich auch schon darüber gesprochen.

00:23:47: was würde das bedeuten?

00:23:51: würde ich dann auch ja sagen, muss man sich ja dann auch gemeinschaftlich überlegen.

00:23:54: Weil es ja auch viel mit dem eigenen Leben macht.

00:23:57: Man ist noch mal in einer ganz anderen Öffentlichkeit.

00:23:59: Man hat ein ganz anderes Pensum eine ganz andere Taktung.

00:24:02: aber da bin ich sehr dankbar über meinen Partner der auch gesagt hat du willst gestalten und wenn man gestalten kann?

00:24:09: Und dann ist das natürlich in einem Ministerium ne ganz andere Möglichkeit die Gesetze zu schreiben und nicht in Anführungszeichen dann im Parlament die Verhandlung zu übernehmen nur!

00:24:20: auch in unserem Land und da war schon relativ schnell klar, dass das eine tolle Chance wäre zu der ich dann auch ja sagen würde.

00:24:28: Gabs auch Gründe die dagegen gesprochen haben wenn sie das so zu zweit abgewogen haben damals?

00:24:35: Ich glaube manchmal ist auch gut, dass man nicht alles weiß was dann so auf einen zukommt.

00:24:42: Man hat sich nochmal dessen bewusst gemacht das es auch viel mit nationaler Präsenz zu tun hat.

00:24:47: also ich bin jetzt natürlich im Land unterwegs und nicht nur zwischen Trier und Berlin Und das ist natürlich noch mal eine ganz andere Dimension an Arbeit aber auch Arbeitsorten die natürlich auch in einer Partnerschaft Das Abendessen ist oft genug, findet es nicht hat.

00:25:04: Wir in Berlin auch Nachtsitzungen haben im Bundestag und Abstimmung und Verhandlungen.

00:25:07: Aber das kommt natürlich noch mal ein ordentliches Package mit dazu.

00:25:11: aber ich bin da total dankbar dass das positive und das ist so ein bisschen wie beim Gründen alles hat ja Licht und Schatten man arbeitet unheimlich viel aber man kann auch unheimig was bewegen sowohl im Start-up als auch in der Politik.

00:25:23: Und deswegen bin ich auch hier und da hatte ich dann auch die volle Rückendeckung

00:25:28: Mit meinem Blick so von außen, ich meine Katja ist ja auch Politikerin.

00:25:32: Also ich bin ja diejenige, die hier den Blick von Außen kann.

00:25:35: irgendwie... Ist das immer schwierig Bundesministerin zu sein?

00:25:41: Von einem Ministerium weil ich denke dass die wahren Bestaltungsmomente eigentlich erst in der Koordination unterschiedlicher Ministerien erfolgen Und das ist ja bei Bauern in einer ganz spezifischen Weise.

00:25:54: So natürlich spielt immer finanzen eine Rolle, aber ganz viele andere Ministerien auch.

00:26:00: War es für dich von der Bedeutung wie die anderen Ressorts besetzt sind?

00:26:05: Wer sie leitet?

00:26:08: Natürlich habe ich das ganz gespannt auch verfolgt und freue mich, dass wir auch einige Minister von außerhalb haben wie zum Beispiel der Karsten Wildberger.

00:26:17: Der ja aus der Wirtschaft kommt jetzt das Thema Staatsmodellisierung und Digitalisierung vorantreibt.

00:26:23: Ich hab mich auch sehr gefreut, dass sie mit Werbel Bars einer Arbeitsministerin haben die wirklich auch weiß was es bedeutet mitten aus dem Leben zu kommen auch aus dem Ruhrgebiet geprägt ist.

00:26:33: Und natürlich mit Lars Kling, weil der bei uns vorne weg und vorangeht als Finanzminister, als Vizekanzler sehr viel Verantwortung übernommen hat aber auch sehr viel Zutrauen gegeben hat.

00:26:44: Mit ihm zum Beispiel war ich jetzt gerade in Frankfurt und wir hatten eine Investorenkonferenz um zu trommeln für den Wohnungsbau dass wir wieder mehr private Investoren mobilisieren können denn wir müssen einfach mehr bauen und da kann man dann natürlich gut vernetzt arbeiten und das stimme ich dazu zu kurz gedacht.

00:27:01: Man muss im Querschnitt denken, man muss im Queschnitt arbeiten und da komme ich sehr gut mit meinen Kabinettskollegen auch zurecht.

00:27:08: aber ich würde mir auch wünschen dass wir in der Bundesregierung mehr auch ins Brücken bauen kommen und das ein oder andere was man auch zu öffentlich irgendwie im Konflikt miteinander berät oder bestreitet, dass wir das ein Stück weit auch abstellen weil es macht die Menschen halt an dieser Stelle nicht unbedingt zuversichtlich.

00:27:24: also Diskussion ja und Diskurs Aber am Ende des Tages braucht's dann auch die Richtung und an der wird gerade gearbeitet.

00:27:34: Ich glaube, es ist mehr als dieses Streiten.

00:27:36: Vielleicht ist das sogar weniger als das Streiten, sondern es ist dieses Bits and Pieces, dass man da dann mal was hört über die Rente, über die Pflege, dann über den Bauturbo und gar nicht weiß wie diese Dinge so in das eigene Leben zusammengeflochten sind.

00:27:53: Und was man selbst davon hat oder was man davon nicht hat, Ich muss ein Ecksteinchen kommunizieren und nicht in einem Bild, welches schon irgendwo zusammenkommt.

00:28:05: Das krieg ich zumindest so zurückgemeldet.

00:28:07: Und das ist auch so wie ich das wahrnehme.

00:28:10: Es ist weniger der Konflikt, dass diese Vision dieses große Ganze irgendwie nichts richtig zusammenpasst oder wenn ... Nicht weiß, wie es zusammenpasst ist vollkommen der falsche Ausdruck.

00:28:23: Dann würde man ja schon wissen, wie die anderen Teile aussehen.

00:28:26: Sondern dass man nicht weiß, was überhaupt zusammenpassen soll und was das dann für unterschiedliche Personengruppen bedeutet?

00:28:35: Also um hier auch mal meiner Lernerfahrung zu teilen ... Als ich angefangen habe, Politik zu machen, sehr gedacht, entscheidend ist, dass man dieselben Überzeugungen hat, was immer hilfreich ist.

00:28:48: Und ich habe dann aber in meiner Zeit der Senatoren schon noch gelernt, dass es auch entsprichtig ist.

00:28:55: Ob die Personen, die in einer Verantwortung sind wirklich das Handwerk von Politik gut beherrschen?

00:29:02: Also ich hab die Erfahrung gemacht, das ist von anderen Parteien im Berliner Senat Akteuregern.

00:29:06: Nimm mal ein Beispiel den Wirtschafts-Szenate, der auf SPD-Ticket aber parteilos und wir hatten bei der Ausbildungsplatzabgabe glaube ich würden wir uns heute noch auf jeden Podium zoffen.

00:29:15: Aber das war einfach ... War man sich handwerklich und menschlich so nah, dass man immer wenn eine Krisensituation war, sich kurz schließen konnte.

00:29:22: oder auch mit Franziska Giffey wird sagen.

00:29:24: In vielen Fragen haben wir so zu kulturell schon unterschiedliche Positionen gehabt.

00:29:27: aber es gab dann so eine Dimension wo man gemerkt hat okay hier können wir uns in die Augen schauen und sagen man hat was Unterschiedliches aber um ein Problem zu lösen brauchst eine Verständigung, wie man was handwerklichen ... Das kann man vorher nicht immer sagen.

00:29:41: Ich kann sagen, hat manchmal auch die ein oder andere Überraschung.

00:29:45: jetzt

00:29:46: sind Sie genau in dem Kabinett und werden da bestimmt nicht aus zu sehr aus den Nähkästen erzählen können.

00:29:51: aber ich formulier es vielleicht mal positiv.

00:29:55: gab's denn eine positive Überraszung im Kabinetts wo sie gesagt haben Mensch damit hatte ich gar nicht so gerechnet dass das so gut funktioniert.

00:30:05: Also ich habe mit Katharina Reiche tatsächlich sehr gut und geräuschlos zusammen gearbeitet.

00:30:10: Wir hatten ja ein nicht ganz einfaches Thema miteinander zu klären, wie geht eigentlich die... Geschichte des Heizungsgesetzes weiter.

00:30:16: Das war ja durchaus ein sehr hitzig diskutiertes politisches Thema im ganzen Land und im Koalitionsvertrag auch mit ganz, ganz vielen Schlagworten und Aufgeladen.

00:30:26: Und das haben wir ganz gut miteinander hingekriegt.

00:30:28: Da hat sich keiner einfach gemacht zu sagen ich stell mich jetzt in meine Ecke unterbleibe ich sondern wir sind da echt ordentlich Schritte aufeinander zugegangen.

00:30:36: Wir haben das Thema Mietrecht ganz wichtig priorisiert.

00:30:40: Katharina Reiche hatte den Ansatz mit der Biotreppe auch nicht in der SPD direkt.

00:30:45: gesagt wurde, ja super, irgendwie hätte man es nichts anderes vorstellen können.

00:30:50: Aber es hat vertrauensvoll im Miteinander gut geklappt da eine Lösung zu finden unter sehr schwierigen Umständen und das hat mich sehr positiv dann auch gestimmt dass wir in der Koalition noch mehr schaffen können.

00:31:02: Beim Thema Gebäude Modernisierungsgesetz könnten jetzt trefflich streiten.

00:31:05: ich habe aus paritätischer Sicht dazu, wenn wir Kritisches aufgeschrieben haben aber das ist ein Podcast wo's mehr um die Biografie geht usw.

00:31:12: Deswegen mal für uns eher Form der Zusammenarbeit im Kabinett wichtig.

00:31:17: und Jutta, du bist dran.

00:31:19: Ja also ich hätte das jetzt auch ganz anders aufgenommen.

00:31:22: Ich hätte jetzt wirklich gesagt dass man diese Geschichten viel mehr nach Außentransportieren sollte als wo mal was?

00:31:29: Also das ist ja nicht das was man von außen annimmt das zu mit Katharina Reichel dieses Jahr so wirklich abends quasi zusammen auf den Weg gebracht ist.

00:31:39: Und das ist ein anderer Kommunikationsauftrag, der uns bevorsteht.

00:31:44: also auch jetzt die ganzen Wahlen, die kommen was halt mal geklappt hat against all odds.

00:31:49: und da war auch die Frage Katja super was was eigentlich geklappte wo man sich gedacht hat dass es geklapt hätte.

00:31:59: Ja und wir haben danach auch nach dem Kabinettsentwurf gemeinsam eine Pressekonferenz gemacht, weil uns das auch wichtig war, dass gemeinsam dann auch zu kommunizieren.

00:32:07: Aber es ist immer schwieriger mit Nachrichten wo mal was gelingt oder wo man auch etwas gemeinsam geschafft hat, dann auch durchzudringen national versus die Dinge, die natürlich medial auch immer interessanter sind, wo es Unstimmigkeiten gibt

00:32:22: Ja.

00:32:23: Ich habe das auch weniger an euch gerichtet gedacht, also ich glaube, dass ist etwas was die Politik nur beschränkt kann genau wie man über eigene Erfolge oder sowas immer nur beschwenkt reden kann weil auch egal wie man es ausdrückt wird immer gegen einen verwendet aber dass die Zivilgesellschaft die Mädchen da glaube ich zu wenig drauf geben in der Zeit wo man mehr solche Geschichten der Politik von anderen für andere erzählen müsste.

00:32:51: Also so war das eher intimiert.

00:32:55: Hast du das Unternehmen, die deine alte Welt vermisst?

00:33:00: Irgendwann und sagt es mein Gott, mach ich dass bei dem Unternehmen gab's innerhalb von fünf Jahren also mir oder weniger mal gut ja so ein paar Treppchen waren auch drin aber es war doch ein kontinuierliches Ja gelingen.

00:33:14: wir haben bei der Politik eher doch viele Ja, Kräfte gegeneiden wirken und man immer wieder Steinchen nach oben gefordert.

00:33:26: Also Unternehmertum ist auch knallhart.

00:33:29: da gab es viele Situationen wo ich dachte können wir jetzt noch die Jobs weiter bezahlen wenn der Investor vielleicht kurz vorm Absprung ist oder das Kundenprojekt nicht kommt?

00:33:38: Das waren schon viele schlaflose Nächte, die man dort auch mit sich hat.

00:33:44: Und nach außen ist natürlich der Erfolg immer im Start-up vordergründig aber nach innen sind vielleicht achtundneinzig Prozent der Zeiten auch echt knallhart.

00:33:52: das finde ich wird manchmal auch noch so ein bisschen zu positiv dargestellt was ich tatsächlich in der Politik vermisst habe als ich hier ankam.

00:34:00: Ihr seht es jetzt nicht, aber ich bin jetzt in einem riesengroßen Einzelbüro und im Starter wuseln immer alle und sitzen und arbeiten kollaborativer.

00:34:09: Hier gibt's Aktenvermärkte und Aktengänge uns sogar eine eigene Farbe mit der ich als Ministerin unterschreibe.

00:34:14: das ist die grüne Farbe weil eben dass dann die Schlussbilligung und Schlusszeichnung ist also formalisierte Prozesse versus eher agileres und kollaborativeres Arbeiten.

00:34:25: Aber Ich habe auch schon einiges geändert hier im Ministerium so Das wäre jetzt auch schon mal zum Beispiel so ein Projekt Sprint hatten, wo wir mal Agil verschiedene Abteilungen zusammengewürfelt haben.

00:34:35: Weil nur weil es Kästchen und Organikramme gibt muss das ja nicht so bleiben.

00:34:39: Spannend!

00:34:41: Das kollaborativ wäre aber apropos schlaflose Nächte.

00:34:44: Ich glaube über Einsprung haben wir noch nicht gesprochen und der ist uns aber auch sehr wichtig den einmal anzusprechen.

00:34:51: Ende letzten Jahres oder ja spät so mal letzten Jahres kam die Meldung raus Sie als Ministerin, demnächst in den Mutterschutz gehen werden.

00:35:02: Und damit waren sie in der bundesdeutschen Geschichte die dritte Bundesministerin, die im Amt schwanger wurde und ein Kind bekommen hat.

00:35:11: Christina Schwöder war die erste dann Manuela Schwestig Und sie haben das ja öffentlich gemacht, auch angekündigt.

00:35:17: Dass Sie ganz normal den gesetzlichen Mutterschutz nehmen.

00:35:19: nur noch mal für alle die irgendwie blöde Kommentare machen.

00:35:22: Mutterschutze ist gesetzlich vorgeschrieben, auch zum Schutz des Kindes und der Mutter als Funktion.

00:35:28: Und danach wieder einsteigen... Wie war das?

00:35:32: Was geht einen durch den Kopf bevor man das öffentlich macht?

00:35:37: oder was ging Ihnen durch den Kopf?

00:35:39: Ja, das war natürlich super aufregend.

00:35:42: Weil es ein ganz neuer Meilenstein ist und ich glaube, dass Leben nie wieder sich so ändert wie durch ein Baby, das man in der Welt begrüßt.

00:35:49: Also erst mal habe ich mir mit meinem Partner sehr lange Gedanken gemacht ob ich eigentlich die Entscheidung alleine kommuniziere oder ob er auch mit sozusagen auf das Bild mit drauf möchte weil davor hab ich meine Partnerschaft, meine Beziehung auch nicht öffentlich in irgendeiner Weise gezeigt oder thematisiert.

00:36:07: Aber das war dann so die erste Entscheidung.

00:36:08: Wie wollen wir das eigentlich kommunizieren?

00:36:10: Und ich habe mich sehr gefreut, dass er dann auch gesagt hat Nein!

00:36:13: Er möchte da auch gerne mit auf das Bild drauf gehen weil an sich sind wir auch viel zusammen unterwegs ob im Wahlkreis aber auch natürlich in Berlin oder woanders und man möchte sich ja dann auch nicht so verstecken und deswegen war das erst mal so.

00:36:27: Schritt eins Wir wollen das gemeinsam und Schritt zwei war ich natürlich dann auch.

00:36:34: Ich habe auch irgendwie gar nicht gedacht, dass es so krasse Wellen schlägt.

00:36:36: Wir haben dann das Bild hochgeladen und hatten uns den Text überlegt noch das kleine Schücheln fotografiert und gesagt wir freuen uns auf den Nachwuchs eine Welle ausgelöst, weil eben erst drei Ministerinnen im Amt schwanger geworden sind und aber noch ein paar rückwärtsgewandte kommentiert haben.

00:36:54: Und das hat mich dann schon sehr überrascht nach dem Motto wie kann das sein in so einem Amt?

00:37:01: Hier müsste man doch eigentlich jetzt zu Hause bleiben und das arme Kind... Also es gab ganz wilde Kommentare und da habe ich gesagt okay jetzt erst recht, jetzt müssen wir zeigen dass das geht und dass das auch weiterhin irgendwie ein modernes Deutschland ist für das Ich stehe und was ich eigentlich auch schon dachte wo wir viel weiter sind.

00:37:17: Ich meine, bei Manuela Schwesig ist er zehn Jahre her.

00:37:23: Das war ja zwei Sechzehn als ihr zweites Kind bekam.

00:37:27: Das muss man sich mal vorstellen.

00:37:28: also wenn ich lag eine Strecke das solches gedauert hat und als ich mir die Kommentare anschaute dann musste ich auch irgendwie feststellen es hat sich nicht sehr geändert zwischen.

00:37:41: Mein Sohn kam auf die Welt.

00:37:43: Ich war die erste Professorin in München, während des Jobs schon auf einer Professurenkind bekommen.

00:37:50: Das war ja grauslich!

00:37:53: Nicht nur von Männern, sondern auch von Studentinnen mit diesem armen Kind.

00:37:57: Es war also die gleiche Diktion, die man jetzt wiederhörte.

00:38:02: und dann solche Kommentare... Grund, mehr die AfD zu wählen und so etwas.

00:38:07: Also das war schon schockierend.

00:38:10: So ein Blick auf Deutschland im Jahr, äh, twenty-zwanzig, sechsundzwanziger haben diese geballten Stereotypen, wo ich dann dachte ja hier Tato weiß es doch nicht meine ganzen Forschungsergebnisse sind auch so.

00:38:23: aber was ist da noch mal was anderes?

00:38:25: Wenn man eine junge Mutter kennt und dann sieht was in den sozialen Mädchen tatsächlich los ist Hätte ich das auch mitgenommen?

00:38:35: Natürlich hat einen das schon ein wenig irritiert, aber ... Ich hab das jetzt nicht so an mich rangelassen.

00:38:41: Weil ich dachte, ihr habt eigentlich gar kein Recht euch darüber zu äußern und das zu bewerten.

00:38:46: Das ist mein Weg, unser Weg, den wir hier miteinander gehen.

00:38:49: Und vor allen Dingen war ja auch Großteil der Meldungen wirklich sehr positiv und sehr unterstützend.

00:38:55: Und das habe ich dann eher als sozusagen ... Kraftspenden wahrgenommen und habe auch gesagt, das ist jetzt so ein Abenteuer.

00:39:03: Da lassen wir uns drauf ein!

00:39:05: Und jetzt lassen wir nicht von diesen wenigen die da auf Facebook oder anderen Kanälen unterwegs sind irgendwie da irgendwas madig reden.

00:39:13: Es gibt ja diesen Song haters gonna hate hate.

00:39:16: Das ist halt so, also es gibt Leute die immer hassen.

00:39:20: man weiß das ja.

00:39:21: ich hatte auch noch mal eine Vorbereitung auf unser Gespräch heute ein bisschen nachgelesen was das damals für Sprüche waren.

00:39:27: ja ich zitiere jetzt dass arme kind Geld fürs nichts tun.

00:39:29: wollen sie Kind mit zur Arbeit schleppen oder einsatzjahr weiterruhen die AfD zu werden als es schon.

00:39:33: also auch erschreckend ja auch wenn man es weiß wie heftig das ist umso besser, dass sie es nicht so an sich ran gelassen haben.

00:39:43: Und zu der ganzen Geschichte gehört ihr auch und da ist dann vielleicht doch ein gewisser Fortschritt drin, das es auch sehr prominente männliche Wortmeldung gab die das sehr offensiv zurückgewiesen haben also

00:39:56: absolut.

00:39:57: Also da ist selbst der Bundeskanzler rausgegangen.

00:39:59: Das war wirklich uberste Unterstützung und das hat ja auch gezeigt, dass das natürlich möglich sein muss und mein Mann macht die Elternzeit können.

00:40:09: Und die sind ja auch genauso dafür verantwortlich, nur weil es immer traditionell in unserer Gesellschaft die Frau ist, die dann zu Hause bleibt – ist das doch wirklich mal mehr als an der Zeit, dass man das einmal ein bisschen anders organisieren kann?

00:40:22: Darf ich nochmal nachfragen also was würden Sie sagen ist jetzt und sind sie ja nach der Mutterschutzzeit wieder eingestiegen?

00:40:30: Was ist vielleicht die komplizierteste Umstellung wenn man da einen Baby hat?

00:40:36: dass der Alltag erst mal komplett anders und unplanbar wird.

00:40:39: Gerade die ersten Wochen Schlafmangel hoch, dreitausend wenn da alle zwei Stunden irgendwie meiner Wach sein muss.

00:40:47: deswegen ist der Mutterschutz wirklich auch dringend notwendig um überhaupt erstmal so ein Stück weit anzukommen auch in der Rolle zu verstehen was mache ich hier?

00:40:55: man ist ja auch noch sehr unsicher in dem und das lernt man ja Gott sei Dank auch wie jeder Schritt im Leben dann auch Gott sei Dank wird mehr Selbstsicherheit voranzugehen.

00:41:07: Und jetzt ist es natürlich ein Alltag, der eng und dicht getaktet ist und ein Baby, das ich auch wahrnehmen möchte und wo ich ja auch Mutter sein will.

00:41:15: Deswegen sind wir ganz gut unterwegs, dass mein Partner mit dem Kind

00:41:22: oft

00:41:22: im Ministerium oder am Bundestag ist, gerade wenn mal wieder eine Abstimmung alles zerschießt als geplant irgendwie nicht zu Hause sein kann.

00:41:34: Und das ist ja auch der Schöne, wenn die Elternzeit dann auch wahrgenommen wird und der Kleine trotzdem Teil meines Lebens sein kann?

00:41:42: Man wird auch ein Stück weit fokussiert auf was es jetzt eigentlich wirklich wichtig, was an Termin nehme ich jetzt auch wahr und wie wird man noch effizienter in den Dingen, die man tut?

00:41:51: Wenn ich dir zuhörere, höre ich eigentlich nicht raus, dass du da irgendein schlechtes Gewissen der einen oder anderen Seite gegenüber hast.

00:42:01: Ach doch, also ich hab schon wenn ich dann teilweise irgendwie hier abends in der Verhandlung sitze und dem Kleinen nicht mehr gute Nacht sagen kann.

00:42:09: Und er dann schläft... Also es ist natürlich auch noch diese Zerrissenheit, dass gerade der Einstieg nach acht Wochen.

00:42:14: Ich dachte, acht Wochen ist ja ewig!

00:42:16: Ich hatte noch nie so lange in meinem Leben frei ne?

00:42:18: Weil das längste waren vielleicht mal drei Wochen oder zwei Wochen die man mal selbst zwischen Start-up und Politik war direkt Vollgas Wahlkampf.

00:42:27: Und die acht Wochen, die sind echt wahnsinnig geflogen.

00:42:29: Mir ist das dann auch schwergefallen, montags auf die Arbeit zu gehen.

00:42:32: Ich hab mich zwar natürlich gefreut, ich war auch währenddessen nie komplett raus.

00:42:36: Wir hatten immer regelmäßige Rückkopplungen, weil Entscheidungen habe ich natürlich dennoch getroffen.

00:42:42: Aber diese Zerrissen halt klar, die spürt man.

00:42:44: Die spürte glaube ich jede Mutter.

00:42:46: Aber zerrichten heißt es, glaube ich und selbst so ja zu denken eigentlich wäre ich da jetzt auch gerne... Ist doch was anderes als ein schlechtes Gewissen, finde ich zumindest.

00:42:58: Absolut und ich glaube so geht es auch allen ohne Kind wenn man irgendwie schöne Dinge oder Meilensteine vielleicht auch im privaten also ist natürlich gerade in der Verantwortung mit einer hohen Taktung und nicht irgendwie vierzig Stunden sondern eher guter Stoppelte dann ist das natürlich mit dabei im Berufsleben, aber das Schöne ist ja und da komme ich wieder so ein bisschen zu dem was mich immer motiviert hat dann auch zu springen.

00:43:23: Also was kann ich bewegen?

00:43:25: Wo kann ich wirklich einen Unterschied machen?

00:43:28: Und wenn das überwiegt, dann finde ich also dass man das kann und immer zu der Erkenntnis kommt, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, dann mache ich das auch gerne und dann nimmt man auch gerne das eine oder andere sozusagen kaum oder versucht es irgendwie zusammenzubringen.

00:43:41: Aber das muss überwiegen sonst würde ich überlegen nochmal zu springe.

00:43:46: Also wir haben ja hier schon das ein oder andere Mal mit Frauen auch in Verantwortungspositionen über genau diesen Spagat, die Herausforderung beides wegtragen zu können und gesprochen.

00:44:00: Und ich finde immer noch mal wichtig zu unterstreichen, das geht ja nicht nur darum den Lebensweg einer Person in dem Fall von Ihnen als Bundesministerin.

00:44:08: Sondern es gibt schon auch um die Frage welche Erfahrungshintergründe sind an Orten wo wichtige Entscheidungen fällen präsent?

00:44:16: Ich weiß nach jetzt um den Bogen zum Anfang zu schließen also ich in der Corona Enquete Kommission war da saß ich direkt neben Hubertus Heil und irgendwann flüsterte er mir zu Es waren damals im ganzen Kabinett nur zwei Ministerinnen die überhaupt Kinder in der Kita hatten auch eine Ahnung hatten, was das bedeutet.

00:44:32: Die Maßnahmen.

00:44:33: oder mit Franziska Brandner jetzt sich die grüne Vorsitzende hatte ich neulich in der Veranstaltung, wo es um Alleinerziehende ging und sie sagte dann auch zu Coronazeiten zum Beispiel gab's denn irgendwelche Regeln?

00:44:43: Wo sie gesagt hat also ich als Alleinernziehende hab den Praxisteck gemacht und kann nur sagen dass und das und hat dann auch Ministerpräsidenten angerufen usw.

00:44:51: Jetzt Hat man ja trotzdem unterschiedliche politische Schwerpunktsetzungen, aber trotzdem würde ich sagen entscheidend ist schon das verschiedene Perspektiven und Erfahrungsgründe mit reinfließen.

00:45:01: Und wenn wir eine Gesellschaft haben wo Menschen oder gerade Frauen die kleine Kinder haben... definitiv immer überall ausgeschlossen sind von Orten, wo wichtige Entscheidungen stattfinden fehlt eine total wichtige Perspektive.

00:45:13: Deswegen geht es dabei nicht nur um die Selbstverwirklichung einer Person sondern schon auch um ne viel größere Frage nämlich dass die verschiedenen Erfahrungshintergründe reinfließen.

00:45:21: das wollte ich jetzt auch noch mal so an die Adresse aller Hater sagen.

00:45:24: oder die meint das müsste man jetzt abfällig kommentieren wenn eine Frau entscheidet beides stemmen zu wollen

00:45:31: Absolut und deswegen brauchen wir auch diese Perspektiven an Tischen, wo Entscheidungen getroffen werden.

00:45:37: Und das motiviert natürlich dann auch nochmal dass man... Diese Perspektive da noch einbringen darf denn die ist ne ganz andere und ne ganz neu!

00:45:46: Ich möchte doch noch mal, ich meine wir haben jetzt diese Sprünge oder du hast diese Sprügel so einander gereiht.

00:45:51: Aber es sind ja ganz unterschiedliche Sprüngen und bei den ersten zwei Sprüngen da kann man immer zurückspringen.

00:45:56: Ja also man kann die Lehmen gründeln dann kann man wieder rausgehen.

00:46:00: Man kann in die Politik können wieder raus gehen.

00:46:03: oft tut man das ja aber als Mutter ist das halt nicht mehr so.

00:46:07: Also es vollkommen unmöglich war das für dich eine ganz andere Entscheidung?

00:46:15: war es irgendwie was ganz Normales, welches dann als solches gar nicht zu dem ersten und zweitem passte.

00:46:21: Weil das nichts in dieser Reflektion passiert

00:46:24: ist.".

00:46:26: Man macht sich natürlich Gedanken darüber.

00:46:29: Möchte ich Kinder?

00:46:30: Mökte ich Kinder auch in dieser Welt die ja durchaus auch ein bisschen turbulent ist?

00:46:35: aber ich finde gerade wenn man zum ersten Mal dann das Baby im Arm hält sind all die Gedanken die man sich gemacht hat auch ein Stück weit... Legt man die auf Seite und man merkt, Zukunft bekommt auf einmal ein Gesicht.

00:46:46: Und eine ganz konkrete Perspektive.

00:46:48: Das alles wird auf einmal noch mal so viel konkreter was man sich natürlich vorher immer für die Gesellschaft, für die vielen mit denen man auch im Austausch ist.

00:46:55: aber Man hält dann dieses Lebewesen im Arm und man Merkt okay dass es jetzt zukunft Die Ganz Konkret Ist und Für Die Ich Jetzt Auch Verantwortung trage bis Ausbildung Studium oder weiteres abgeschlossen ist.

00:47:06: und das ist Auf der einen seite erst Mal glaube ich die größte Aufgabe Im Leben weil Sie natürlich ein Leben bedeutet, dass man begleiten darf.

00:47:17: Und es ist immer für mich noch ein Wunder, dass das einfach in einem auch irgendwie was der Körper alles leisten kann.

00:47:25: also das finde ich da auch nochmal total immer noch total erstaunlich und natürlich ihn jetzt auch zu begleitern und diese Verantwortung auch zu tragen.

00:47:34: und ich finde das auf der einen Seite Ein total schönes Gefühl, weil der lernt so viel.

00:47:39: Der wächst so schnell und der Alltag wird irgendwie ein Stück weit auch zum Abenteuer.

00:47:43: Aber natürlich ist es eine ordentliche Aufgabe die man damit hat.

00:47:46: aber darauf freue ich mich.

00:47:47: das fühlt sich irgendwie auch an wie Ankommen für mich.

00:47:50: Wenn Sie jetzt auf die ersten Monate zurückschauen gibt's einen Tipp den sie für andere Frauen parat hätten die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind oder Wenn Sie sagen wollen, ich will da niemanden Ratschlag geben.

00:48:04: Was war vielleicht für sie einfach eine wichtige Gelingensbedingung?

00:48:09: Also wichtig ist mir tatsächlich auch noch mal zu sagen es gibt so viele Familien, so viel Konstellation und auch so viele Alleinerziehende die echt tolles leisten und die auch ihren eigenen Weg gehen.

00:48:20: Und da möchte ich nicht irgendwie einen Ratschlag geben weil jedes Leben ist ja ein ganz anderes und meins mit sehr vielen Privilegien ausgestattet.

00:48:28: das gehört ja auch nochmal zur Wahrheit dazu.

00:48:31: aber wenn prinzipiell aus einer Vogelperspektive was sagen dürfte, dann würde ich sagen es muss nicht alles nacheinander irgendwie stattfinden weil das Leben passiert manchmal auch mittendrin und zueinander.

00:48:45: Also wenn ich jetzt gesagt hätte nee also das Ministeramt das hängt mich jetzt daran auch mein Wunsch nach Familie-und Familiengründung irgendwie auf Seite zu stellen irgendwann ist es vielleicht dann auch zu spät gemeinschaftlich irgendwie schaffen kann, wenn man sich da gute Gedanken macht und selbst wenn es anders kommt als gebladet.

00:49:04: Also ich habe auch im Freundeskreis schon erlebt dass man sich dann in Schwangerschaft getrennt hat.

00:49:08: Auch das hat man irgendwie gemeistert und es gibt Unterstützungsangebote da draußen und niemand ist auch allein in so einer Situation noch.

00:49:15: wenn sie natürlich nochmal viel viel viel herausfordernder dann auch ist aber dass man dass man in sich drin, spürt okay das möchte ich und dann nicht aufgrund von gesellschaftlichen Druck oder Erwartungshaltung darauf auch verzichtet.

00:49:33: Wenn wir jetzt mit einem Partner sprechen würden, hätte der gute Rat schläge.

00:49:39: Der Hintergrund ist ein bisschen nicht spezifisch ein Partner sondern dass wir in vielen Untersuchungen ja immer und zunehmend sehen das junge Männer sich vorstellen können Elternzeit zu nehmen auch länger Eltern Zeit zu nehmen also das tun.

00:49:54: wenn wir dann aber die Familien so über die zeit verfolgen und das Kind Kommen das nicht so?

00:50:01: Dann gehen halt maximal jeder zweite Vater überhaupt in Elternzeit.

00:50:06: und wenn dann kurz, und wenn das Kind schon ein bisschen älter ist.

00:50:11: Ich denke dass im Moment insbesondere junge Männer so Kraft brauchen dieses Wagtes von Elternzeit einzugehen.

00:50:19: Ist es bei deinem Partner so, dass er voran geht oder fühlt sich ... Auch in solche Stereotypen muss er da rein getränkt und muss sich da irgendwie immer rechtfertigen.

00:50:32: Ja, interessanterweise wird der jetzt mit Vorurteilen konfrontiert die bis jetzt immer Frauen zu hören gekriegt haben.

00:50:38: letztens war eine Untersuchung beim Kinderarzt und da war ja der einzige Mann im Wartezimmer und dann meinte auch der Arzt so ach wo ist denn ihre Frau?

00:50:46: Und er so ja die arbeitet.

00:50:48: also Dieses unterschiedliche Mann ist eigentlich in einem Raum, wo man normalerweise... Also was ist normal?

00:50:54: In Anführungszeichen gesellschaftlich erwartungshaltungsmäßig nicht reingehört.

00:50:58: Und ich finde das mal ganz interessant dass er jetzt auch diese Fragen kriegt.

00:51:02: aber er sagt doch mal ist irgendwie ganz interessant.

00:51:03: du warst immer gefragt wie es für dich ist, aber ich werde eigentlich sehr selten gefragt wie's eigentlich für mich ist.

00:51:07: deswegen freue ich mich über die Frage und werd heute Abend davon berichten.

00:51:12: Ich finde das ja ein Rollenmodell.

00:51:14: Es war für mich eine sehr ... Das kann ich ruhig sagen, es war ja ne öffentliche Veranstaltung.

00:51:19: Fünfundsiebzig Jahre deutscher Frauenrat am Freitag und dann waren so Pionierenden da gesessen.

00:51:26: Drunter war Natalia Werner und sie wurde gefragt wie sie zu der starken Schauspielerin wurde oder zur starken Persönlichkeit?

00:51:35: Und sie sagte dann, weil es über drei Generationen hinweg keinen Mann in ihrer Familie gab.

00:51:41: Also weder ihre Mutter noch ihre Großmutter, noch ihre Urgroßmutter und dass das halt hart macht und durchsetzungsfähig... ...und der Applaus den Sie bekommen hat von diesem vollen Auditorium war grenzenlos.

00:51:56: Und Adzan Janina Kugel sagte naja also Sie ist von beiden Eltern großgezogen worden.

00:52:02: Das waren so Achtensichtsige, die haben das gemeinsam gemacht.

00:52:06: Dann war der Applaus verhaltener und mich hat es unendlich traurig gemacht, weil ich den Eindruck hatte ... Es waren natürlich jetzt, sagen wir mal, ninety-fünf Prozent Frauen in diesem Auditorium am Freitag, dass Frauen so den Mut verloren haben und die Kraft auch an Männer zu glauben.

00:52:24: Und daran, dass sie mitanpacken.

00:52:27: braucht man diese Männer, finde ich so sehr.

00:52:30: Weil es ist ja keine Zukunft jedenfalls in meinen Augen nicht dass man sagt naja die Frauen führen jetzt ihr Frauen und die Männer führen jetzt ihren Männerleben.

00:52:40: So stelle ich mir zumindest keine Gemeinschaft vor.

00:52:43: Ja man muss das gemeinsam hinkriegen und deswegen fängt er auch Gleichstellungen und alles mit der richtigen Partnerwahl an, weil wenn ich natürlich jetzt ein Partner gehabt hätte, der gesagt hätte ne also ich gehe aber hier auch hundert Prozent arbeiten.

00:52:54: Klar kann man alles outsourcen, aber das ist auch nicht mein Weg!

00:52:58: Ich möchte mich beurteilen.

00:52:59: es gibt auch viele in meinem Bekanntenkreis die das so machen, weil eben beide einfach weiter Hundertzehn Prozent geben wollen, aber ich finde das sehr schön dass unser Kleiner dann auch mit einem Vater zu Hause die ganze Zeit zusammen sein kann und da alles mitbekommt was er auch braucht.

00:53:17: Wir nähern uns dem Ende dieses Gesprächs.

00:53:20: Vielen Dank für die Offenheit und das Teilen auch der sehr persönlichen Momente!

00:53:26: Ich hätte eine Abschlussfrage, bevor Jutta das Abschlusswort für heute bekommt.

00:53:31: Ich habe schon gefragt was hat geholfen?

00:53:34: Gibt es denn irgendwas, was man in so einer Situation überhaupt nicht gebrauchen kann?

00:53:38: Was nervt oder was einfach unterlassen werden sollte?

00:53:44: Ach ich fand eigentlich gar nichts... Ja, manchmal vielleicht so der eine oder andere Kommentar, den man auf der Straße da bekommen hat.

00:53:52: Ich war glaube ich auch gar nicht böse gemeint, meinte ach ich habe ja auch erst so spät wie sie Kinder bekommen!

00:53:57: Ich war ja auch so alt und ich dachte okay, ich war jetzt irgendwie sieb-dreißig?

00:54:01: Ja aber das ist jetzt nicht mehr ganz jung!

00:54:04: So alt habe ich mich, es war überhaupt gar nicht böse gemeint.

00:54:07: Aber in dem Moment war das irgendwie so eine Wertung dessen und dann dachte ich einfach nur schön dass sie das machen hätte auch gereicht.

00:54:14: Katja meinte ist möge im Schlusswort sprechen.

00:54:16: natürlich das sind ganz große dank für deine Zeit und in der Tat, für deine Offenheit und die Take-A-Base.

00:54:23: Und wir haben viele von diesen Take-Abases bekommen, dass man diese Sektoren tatsächlich auch wenn man dem einen so richtig mega Erfolg verlassen kann und dem anderen nochmal erfolgreich sein kann das man parallel dazu noch mal ein Stück eigenes Leben haben kann und dass das was im Moment so in Frauenköpfen oft vorkommt dass man sich zu entscheiden hat, entweder eine Karriere oder eine Familie und ein Kind.

00:54:50: So notwendig gar nicht der Fall ist es also tatsächlich in den höchsten Positionen wo man wirklich am meisten auch zeitlich belastet ist dieses Und gibt und ich hoffe doch dieses Und zunehmend gibt und man nicht wieder zehn Jahre warten muss bis ne neue Ministerin ein Kind bekommt.

00:55:09: Und daher, Verena.

00:55:10: Vielen Dank und mach es gut!

00:55:13: Mach's zu trittgut und mach das auch in deinem Ministerium gut.

00:55:16: Wir brauchen Bauen ganz arg.

00:55:19: Danke euch für die Einladung und auch das offene Gespräch hat Freude gemacht und bis bald mal wieder.

00:55:31: Tschüss!

00:55:39: Folgt uns und hinterlasst uns doch gerne eine gute Bewertung.

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